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Niemegker Feuerwehren fehlen Kraftfahrer

Probleme im Brandschutz Niemegker Feuerwehren fehlen Kraftfahrer

Im Amt Niemegk fehlen den Feuerwehren qualifizierte Kraftfahrer für schwere Einsatzfahrzeuge. Pro Jahr kann die Verwaltung nur eine Ausbildung für den CE-Führerschein finanzieren. Sie kostet um die 4000 Euro. Nötig wären jedoch zwei Neuzugänge pro Jahr, um die volle Einsatzbereitschaft – vor allem am Tage – gewährleisten zu können.

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CE-Führerschein in der Tasche: Steven Menge darf für die Feuerwehr schwere Laster fahren.

Quelle: FFW Dahnsdorf

Niemegk. Weil qualifizierte Kraftfahrer fehlen, können schwere Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren im Amt Niemegk womöglich bald nicht mehr vollzählig ausrücken. Die Amtsverwaltung als Trägerin des Brandschutzes kann aus Kostengründen pro Jahr lediglich eine einzige Ausbildung für den benötigten Führerschein der Klasse CE finanzieren.

Um die volle Einsatzbereitschaft – vor allem am Tage – zu gewährleisten, müssten jedoch jährlich besser zwei Kameraden diese Qualifikation erhalten, die zum Führen von Lastwagen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen berechtigt. „Doch kostet ein solcher Lehrgang, der circa ein halbes Jahr lang läuft, um die 4000 Euro“, erklärt Andy Zobel, Leiter des Niemegker Ordnungsamtes.

Arbeitgeber griff mit in die Tasche

Umso willkommener ist dem Amt daher jede Hilfe von außen. So wie kürzlich bei Steven Menge von der Feuerwehr Dahnsdorf. Dort übernahm sein Arbeitgeber, die Bahn AG, die Hälfte der Kosten für den LKW-Führerschein. „Solche finanzielle Hilfe für die Feuerwehr ist jedoch relativ selten“, sagt Andy Zobel. „Wir sind ansonsten ja schon froh, wenn die Kameraden für Einsätze freigestellt werden“, erzählt der Ressortleiter. „Durch die Kofinanzierung des Führerscheins hat die Bahn einen großen Beitrag für die Sicherheit der Bevölkerung geleistet und dazu beigetragen, dass der Brandschutz und die Hilfeleistung im Amt Niemegk auch zukünftig gewährleistet sind“, sagt der Ressortleiter.

Benötigt werden die spezialisierten Kraftfahrer hauptsächlich in den Ortswehren von Dahnsdorf sowie Niemegk. Dort sind jeweils zwei der schweren Einsatzwagen stationiert. „Fünf bis sieben Mann mit CE-Führerschein würden wir dort noch benötigen“, so Zobel. Er wünscht sich mehr Unterstützung vom Land zur Finanzierung dieser Ausbildung.

Viele Einsätze auf der Autobahn

Im Amtsbereich Niemegk sind vor allem die Ortsfeuerwehren aus Niemegk und Dahnsdorf auch für Einsätze auf der Autobahn 9 zuständig.

Die Niemegker Kameraden absolvierten im vorigen Jahr insgesamt 97 Einsätze. Davon waren 52 auf der Autobahn nötig.

Die Dahnsdorfer Ortsfeuerwehr hatte 2015 mit 75 Einsätzen das einsatzstärkste Jahr seit dem Bestehen der Feuerwehr. Im Gegensatz zu 2014 mit 45 Einsätze, hatte sich das Aufkommen fast verdoppelt.

Wie in den Vorjahren dominierten technische Hilfeleistungen (TH) die Statistik. So stehen den 17 Brandeinsätzen 46 TH-Einsätze gegenüber.

Die Alarmmelder der Kameraden schrillten am häufigsten zwischen 12 und 18 Uhr am Tage. Dabei war der Dienstag der Wochentag mit den meisten Alarmierungen.

Insgesamt gibt es in den 16 Wehren des Amtsbereiches rund 80 Maschinisten, die kleinere Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen steuern dürfen. Auch dafür ist heute aber mitunter eine Zusatzausbildung nötig. Denn nach einem Stichtag im Jahr 2000 ist diese Fahrzeugklasse nicht mehr automatisch im Auto-Führerschein inbegriffen. „Jüngere Kameraden müssen somit eine Extraausbildung zum sogenannten Feuerwehrführerschein erhalten“, erklärt Zobel. Dieser berechtigt dann allerdings nur zu Einsatzfahrten. Die Ausbildung dazu könnte in Reihen der Feuerwehr selbst erfolgen – durch Ausbilder, die einen CE-Schein besitzen. Doch bindet das Amt Niemegk dafür eine örtliche Fahrschule ein, um die eheramtlichen Ausbilder von der Verantwortung zu entlasten. Dafür zahlt das Amt 300 Euro pro Ausbildung. Voriges Jahr konnten auf diesem Wege vier und im Jahr 2014 sechs Feuerwehrleute qualifiziert werden.

Nachwuchssorgen gefährden Einsatzbereitschaft

Doch bleibt die Nachwuchsgewinnung allgemein ein Problem. Der demografische Wandel, Wegzüge auf Grund von Arbeitswechsel sowie Geburtenrückgänge sind die Hauptursache dafür, dass die Mitgliederzahlen in der freiwilligen Feuerwehr kontinuierlich sinken, erklärt Andy Zobel. Lediglich drei Leute wechseln im Schnitt pro Jahr von der Jugendwehr in die Einsatzabteilung. „Auf die Dauer ist das viel zu wenig“, sagt der Leiter des Ordnungsamtes.

Von Thomas Wachs

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