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Potsdam-Mittelmark Niemegker Hort wird Familienzentrum
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegker Hort wird Familienzentrum
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00:18 20.03.2016
Die alte Hort in Niemegk soll nach zehn Jahren Leerstand jetzt zum Domizil des Familienzentrums werden. Quelle: Thomas Wachs
Niemegk

Rund 440 000 Euro sollen in der Stadt Niemegk investiert werden, um für das Familienzentrum des Amtes Niemegk ein festes Domizil zu schaffen. Es könnte in Räumen der früheren Grundschule zwischen Straße der Jugend und Bachstraße entstehen. Sie wurden zuletzt als Hort genutzt und beherbergen die Schulküche. Zudem könnte dort die bislang noch in der Großstraße 61 etablierte Bibliothek integriert werden. Die kommunale Immobilie an der Großstraße könne sodann verkauft werden, hießt es in der Beschlussvorlage der Amtsverwaltung.

Das Gebäude des alten Hortes wurde nach zehn Jahren Leerstand kürzlich für die Nutzung als Ausweichquartier zur Sanierung der Grundschule voriges Jahr schon teilweise saniert. So wurden unter anderem eine neue Heizung installiert, eine Brandmeldeanlage eingebaut sowie teilweise neue Fußböden verlegt.

Stadtverordnete fordert Verkauf statt Sanierung

Der am Ende mit klarer Mehrheit gefasste Beschluss für ein Konzept und einen Förderantrag auf LAG-Geld für das Projekt Familienzentrum war in der Sitzung der Stadtverordneten am Dienstagabend in Hohenwerbig umstritten.

Barbara Keller leitet das Familienzentrum des Amtes Niemegk. Quelle: Stefan Specht

Bärbel Schüler forderte statt der Sanierung den Verkauf des gesamten ehemaligen Schulhortes und den Aufbau des Familienzentrums in der Großstraße 61. Ihr Antrag scheiterte jedoch. Aus Schülers Sicht habe die Stadt Niemegk zu viele finanzielle Probleme. „Wir müssen zusehen, dass wir vorhandene Einrichtungen wie das Bad, Jugendclub, Turnhalle etc. erhalten“, sagte die Abgeordnet von Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen/Freie Wähler Niemegk – Niemegker Land. Zudem fordere die laufende Sanierung der Grundschule die Stadt aktuell gerade mit Mehrkosten von rund einer Million Euro heraus, so Schüler. Auch Hans-Joachim Urmann (Die Linke) schreckten die Kosten ab. „Für 440 000 Euro wäre doch auch ein Neubau möglich“, sagte der Abgeordnete.

Angebote für alle Generationen

Das Familienzentrum Niemegk wurde im Januar Jahr 2013 eröffnet. Es wird betrieben von der Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Potsdam.

Unter Leitung von Barbara Keller sind zudem Susann Michel und Daniela Geißler Ansprechpartnerinnen für Vereine und Menschen, die gemeinsam vor Ort etwas fürs Gemeinwesen unternehmen wollen.

Das Team der Gemeindesozialarbeit unterstützt konkret bei Projekten, leistet und vermittelt Fachberatung in diversen Bereichen von der Erziehungs- bis zur Schuldnerberatung.

Zu den Angebote zählen regelmäßig Nähkurse, Töpferwerkstatt sowie Sport- und Gesprächsrunden für alle Altersgruppen.

Im Jahr 2015 gab es 643 Kontakte mit Kindern im Krippen- und Grundschulalter, 190 mit Senioren und 547 mit Eltern.

Ines Maager (parteilos) sieht Probleme, „sollte das Fördergeld nicht wie erhofft fließen“. Dann sei es „eine Entscheidung der Stadtverordneten, ob das Projekt trotzdem angegangen werden soll“, sagte Amtsdirektor Thomas Hemmerling. Der Vorschlag der Verwaltung basiert bei derzeit kalkulierten Gesamtkosten von rund 440 000 Euro auf Hoffnungen für rund 330 000 Euro Fördergeld über die Lokale Aktionsgruppe Fläming-Havel (LAG). Dort sei das Projekt in der jüngsten Vergaberunde auf einen Spitzenplatz gesetzt worden, so Hemmerling. Den dafür nötigen Eigenanteil von 110 000 Euro könnte die Stadt wiederum über das Kreisentwicklungsbudget gefördert bekommen. „Damit blieben unterm Strich nur rund 30 000 Euro bei der Stadt“, sagte Thomas Hemmerling. Später ist vorgesehen, dass das Amt Niemegk als Träger der Gemeindesozialarbeit die Räume des Familienzentrums von der Stadt mietet.

Maroder Gebäudeteil wird abgerissen

Das Projekt beinhaltet den Abriss eines maroden Gebäudeteils zum Schützenplatz hin. Zudem sollen die von der Firma BOSS Sicherheitsdienste und Service betriebene Schulküche mit einem stärkeren Stromanschluss für neue Küchengeräte versehen und der Fußboden im Speisesaal barrierefrei saniert werden.

Kämmerin Angela Hertel sieht dieses Finanzierungsmodell „als seltene Chance, weil es dieses Fördergeld nicht immer so geben wird“. Ziel sei es, über die Bündelung der Angebote und den Verkauf von Immobilien „mit dieser Investition langfristig eine Entlastung des Haushaltes zu erzielen“. Dieses Jahr könnten die Planung und ab nächstes Jahr die Bauarbeiten erfolgen.

Berater benötigen „geschützten Raum“

Barbara Keller, die Leiterin des 2013 etablierte Familienzentrums, bekräftigte den Bedarf für einen festen Ort der diversen Angebote. Sie finden heute an verschiedenen Orten im Stadtgebiet statt. „Gerade bei Nähkursen mit schweren Maschinen oder für das Töpfern ist es besser, wenn alles nicht umhergetragen werden muss“, sagte die Erziehungswissenschaftlerin. Sie und ihre Kollegen benötigen zudem einen „geschützten Raum“ für oftmals sehr persönliche und intime Beratungsgespräche, erklärte Barbara Keller den Abgeordneten. Dennoch soll die Arbeit des Familienzentrums auch weiterhin mobile Komponenten in den Ortsteilen beinhalten.

Von Thomas Wachs

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