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Niemegker Schule wird gut und teuer

Schulsanierung Niemegker Schule wird gut und teuer

Dass Bauen am Ende teurer wird, als ursprünglich gedacht, ist keine Ausnahme, sondern die Regel. Knapp 200 000 Euro mehr wurden deshalb für die Sanierung der Niemegker Grundschule mehr eingeplant. Zu wenig, wie sich jetzt herausstellt. Knapp 800 000 müssen jetzt noch einmal oben drauf gepackt werden. Dass es sich lohnt, steht für die Verantwortlichen außer Frage.

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Das neu vorgebaute Foyer sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch notwendig, um den Eingangsbereich für den Fahrstuhl unterzubringen.

Quelle: Uwe Klemens

Niemegk. Das versprochene Weihnachtsgeschenk für die Niemegker Grundschüler wird im Frühjahr nachgereicht. Der Umzug vom 35 Jahre alten Hinterhaus in den frisch sanierten Vorderteil muss von den Weihnachts- in die Februarferien verschoben. Grund für die Verzögerung ist Pfusch am Bau aus der Entstehungszeit des Gebäudes, der erst jetzt bekannt wurde, sowie ein Lieferengpass beim Fensterhersteller, der auch die Nachfolgegewerke ins Stocken kommen ließ.

Halb so schlimm, Endtermin ist nicht gefährdet

Alles halb so schlimm, heißt es trotzdem seitens des städtischen Bauamtes. „Wir reden gerade mal über eine Verzögerung von vier Wochen Schulzeit“, rechnet Bauamtsleiter Thomas Griesbach vor. „Wenn im Februar umgezogen wird, sind 65 bis 70 Prozent der gesamten Schulsanierung abgeschlossen, so dass der Gesamtfertigstellungstermin Ende 2016 nicht gefährdet ist.“

Weitaus schwerer hingegen wiegt die Tatsache, dass sich die ursprünglich veranschlagte Bausumme zwischenzeitlich um 919 000 Euro erhöht hat. Da bei dem vom Land bewilligten Zuschuss von 4,3 Millionen Euro bereits ein kleiner Puffer eingebaut war, verringert sich das Defizit auf immer noch stolze 790 000 Euro. Mit rund einer halben Million haben die wegen der guten Auftragslage steigenden Preise bei den Baufirmen und bei den Baustoffen daran den größten Anteil.

Baupfusch made in DDR

Auch mit der fast umfassend notwendigen Erneuerung der Estrichböden hatte im Vorfeld niemand gerechnet. „Der reinste Pfusch, was die Bauleute in den 1980er Jahren da fabriziert haben“, wettert Thomas Griesbach und beschreibt das bröselige Gemisch aus schlecht verlegten Kabeln in viel zu dünnem Estrich als reinstes Spinnennetz. Erst nach dem Entfernen des alten Bodenbelages wurde der Pfusch bemerkt. Mit 148 000 Euro schlägt er nun teuer zu Buche. Hinzu kommen Mängel an Dach, Oberlichtern und Bodenbelag.

Vor 35 Jahren gebaut

Im Jahr 1980 erfolgten der erste Spatenstich und die Grundsteinlegung.

Zwei Jahre später wurde die Polytechnische Oberschule (POS) feierlich eingeweiht.

1991 erfolgte die Umwandlung zur Grund- und Gesamtschule für die Klassenstufen 1 bis 6 und 7 bis 10.

Im Jahr 2004 kam für die Gesamtschule wegen zu geringer Schülerzahlen das Aus. Die Grundschule blieb erhalten.

Namensgeber Robert Koch gehörte zu den berühmtesten Medizinern und Mikrobiologen seiner Zeit und wirkte 1869 in Niemegk als Landarzt.

Erst mit Baubeginn im vergangenen April gab es durch die Bauaufsicht weitere Auflagen, die zuvor nicht kalkuliert waren. Der Einbau einer flächendeckenden Brandmeldeanlage und weiterer Fluchtwege sowie die Erneuerung der brandschutztechnischen Abkofferungen der Elektroverteilungen kosten weitere 111 000 Euro. Über die beanstandete Höhe der Treppengeländer schüttelt Thomas Griesbach nur den Kopf. „Für 16-Jährige waren sie früher hoch genug. Für Grundschüler sind sie angeblich zehn Zentimeter zu niedrig.“ 54 500 Euro kostet das neue Geländer nun den Steuerzahler.

Bad schon Vorzeigeschule

Dabei hofft man seitens der Stadt, dass das Land auch die nun fälligen Mehrkosten übernimmt. Wenn auch die Kommune der Bauherr ist, ist das Gesamtsanierungskonzept zusammen mit dem Bildungsministerium entwickelt worden. Wenn in gut einem Jahr Vorder- und Hinterhaus samt Mitteltrakt und Außenanlagen barrierefrei und energiesparend umgebaut sind, dürfte die Niemegker Grundschule eine echte Vorzeigeschule sein, sind sich Thomas Griesbach und Projektbetreuer Eike Schumann jetzt schon sicher.

Die Regelung einer möglichen Nachzahlung sieht man in Niemegk als Chefsache, weshalb Amtsdirektor Thomas Hemmerling bereits in Potsdam vorstellig wurde. Entschieden werden soll darüber Anfang des Jahres. „Plan B wäre, dass die Stadt ihren Kassenkredit erhöht. Plan C, dass nicht alle geplanten Maßnahmen, wie zum Beispiel das Farbkonzept, umgesetzt werden können, was aber am eigentlichen Förderziel vorbei ginge“, sagt Griesbach. Das letzte Wort darüber hätten dann die Stadtverordneten und die Kommunalaufsicht.

Von Uwe Klemens

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