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Niemegker Volkstheater probt sein neues Stück

Eine Mischung aus Kino und Theater Niemegker Volkstheater probt sein neues Stück

Zwei Wochen Zeit haben Christian Pietrucha und seine sechs Darsteller noch, dann muss der Text für „Der Fläming sucht den Superstar“ sitzen. Seit Februar bereitet die Jugendgruppe des Vereins „Neues Volkstheater Fläming“ seine Eigenproduktion vor – und ist gespannt, wie das Publikum auf die modernen Einflüsse im Stück reagieren wird.

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Noch brauchen die Darsteller das Textheft – in zwei Wochen muss alles ohne Hilfsmittel sitzen.

Quelle: Josephine Mühln

Niemegk. Vier Stühle stehen auf der Bühne, links daneben ein Tisch. „Ruhe!“, ruft der Regisseur, gleich darauf: „Und los!“. Auftritt Produktionsassistentin Susan – sehr geschäftig, mit Handy am Ohr und Textheft in der Hand. Christian Pietrucha verfolgt das Geschehen aufmerksam, zwischendurch gibt er seinen Schauspielern Anweisungen wie: „Du holst jetzt den Tisch von der Seite und stellst ihn vor euch hin.“

Es ist Probenzeit im Niemegker Kulturhaus. Das Jugendtheater des Vereins „Neues Volkstheater Fläming“ arbeitet aktuell an der Umsetzung des Stücks „Der Fläming sucht den Superstar“ – eine Eigenproduktion. In zwei Wochen ist Premiere, dann muss alles ohne Texthefte sitzen. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns“, scherzt Pietrucha.

Pietrucha war im Vorfeld auch als Filmemacher tätig

Der 35-Jährige ist Drehbuchautor und Regisseur in einer Person. Unterstützt wird er bei der künstlerischen Leitung des Ensembles von Verena Anhalt. „Aber Christian hatte mit dem Drehbuch schon die meiste Arbeit“, sagt sie. „Was er da alles auf die Beine gestellt hat, ist schon der Hammer.“

Pauline Riechers, Klara Schumann und Marvin Miedzianowski (vl) machen sich Notizen für die Szene

Pauline Riechers, Klara Schumann und Marvin Miedzianowski (v.l.) machen sich Notizen für die Szene.

Quelle: Josephine Mühln

Mit „da“ meint Anhalt auch, dass das diesjährige Stück eine Mischung aus Kino und Theater ist. Pietrucha ist im Vorfeld also als Filmemacher tätig geworden. „Um die Filmsequenzen zu realisieren haben wir neben dem, was ich bereits privat besaß, noch spezielle Objektive, Licht- und Tontechnik sowie Schnittsoftware benötigt“, erzählt der Unternehmer. Finanzielle Unterstützung habe die Truppe dabei von der Firma e-dis bekommen. Pietrucha und seine Schauspieler wechselten fast täglich zwischen Dreharbeiten und Bühnenprobe, wie er erzählt. Jetzt werden die Einzelteile zusammengefügt.

Eine Hommage an die Stücke aus früheren Jahren

In „Der Fläming sucht den Superstar“ gehe es um Castingshows im Fernsehen und wie skrupellos die Medien teilweise mit den Teilnehmern umgehen können, erläutert Pietrucha. Das dargestellte Casting sei eine Hommage an die Stücke aus früheren Jahren. „Fans des Volkstheaters werden den ein oder anderen Charakter aus der Vergangenheit wiedererkennen“, verspricht er.

Christian Pietrucha (l) und Verena Anhalt beobachten das Spiel ihrer Schützlinge kritisch

Christian Pietrucha (l.) und Verena Anhalt beobachten das Spiel ihrer Schützlinge kritisch.

Quelle: Josephine Mühln

Die sechs Schauspieler des Jugendtheaters sind sich einig, dass sie lieber auf der Bühne als vor der Kamera stehen. „Ich mag meine Stimme nicht so, wenn ich mich dann im Film sehe“, sagt Marvin Miedzianowski. Der 16-Jährige ist seit zwei Jahren beim Volkstheater dabei. Schauspielkollegin Dorothea Müller stehe einfach gerne auf der Bühne, sagt sie. „Das Textlernen fällt mir leicht und ich mag es, dass auf der Bühne alles live ist.“ Vor der Kamera zu stehen, sei auch eine gute Erfahrung gewesen, aber es müsse nicht bei jedem Stück sein, sagt die 14-jährige Niemegkerin.

Besonderes Ritual bevor es raus auf die Bühne geht

Auch das Lampenfieber halte sich bei allen in Grenzen. Sie freue sich einfach darauf, den Leuten zu präsentieren, „was wir drauf haben“, sagt Pauline Riechers. Die Schülerin ist seit fünf Jahren dabei, in diesem Jahr hat sie ihren vorerst letzten Auftritt. „Ich fange Ende des Jahres meine Ausbildung zur Hotelfachfrau an und werde dann keine Zeit mehr haben“, erzählt die 15-Jährige. Zum Abschied hat sie im aktuellen Stück noch mal eine Hauptrolle bekommen.

„Ich habe eigentlich gar kein Lampenfieber“, sagt auch Klara Schumann. „Nur im ersten Moment auf der Bühne bin ich ein bisschen aufgeregt.“ Und Dorothea ergänzt: „Ich mache mir eher Gedanken um die anderen, wenn die mal einen Texthänger haben. Dann kribbelt es auch bei mir so ein bisschen.“ Zur Gelassenheit der Darsteller trägt sicher auch bei, dass sie zusammen mit Verena Anhalt ein festes Ritual vor jedem Auftritt haben: „Sie wünscht uns allen ‚Toi, toi, toi’ und pustet uns ins Ohr.“

Premiere am 22. April

Die Premiere von „Der Fläming sucht den Superstar“ und „Der Urlaub“ findet am Freitag, 22. April um 20 Uhr im Kulturhaus Niemegk statt.

Weitere Aufführungen der beiden Stücke sind am 23., 29. und 30. April. Außerdem werden sie noch mal am 17. September gezeigt.

Karten können unter 033843/92 69 10 oder per Mail an info@neues-volkstheater.de reserviert werden. Im Vorverkauf sind die Tickets erhältlich bei der Drogerie Pulz in Niemegk oder bei der Touristeninformation Bad Belzig.

Weitere Informationen unter: www.neues-volkstheater.de.

Anhalt und Pietrucha werden dann auch noch selbst auf der Bühne stehen. Mit der zweiten Theatergruppe des Vereins. Nach „Der Fläming sucht den Superstar“ gibt’s eine kurze Pause und dann wird das Stück „Der Urlaub“ gezeigt. Mit einem besonders beeindruckenden Bühnenbild, wie Pietrucha verrät. Das Stück spiele in Schottland und der Bühnenbildner – Anhalts Sohn David – habe ihnen eine schottische Burg auf die Bühne gezaubert.

Von Josephine Mühln

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