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Das gebrechliche Sorgenkind der Stadt

Zu Hause in Niemegk Das gebrechliche Sorgenkind der Stadt

Das älteste Gebäude Niemegks birgt seine Geheimnisse seit Jahrhunderten. Immer wieder wurde versucht, das vermutlich zum früheren Kloster gehörende Haus herzurichten. Doch seit dem Leerzug in der DDR-Zeit ist das mittelalterliche Schmuckstück vollends verfallen. Jetzt gibt es neue Hoffnung für das mysteriöse Bauwerk.

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Am alten Kloster soll die begehbare Ruine entstehen.

Quelle: Privat

Niemegk. Die Tage der zugemauerten Fenster in Niemegks ältestem Gebäude sind gezählt. Spätestens im Sommer sollen die Ziegel aus dem Fensteröffnungen entfernt und durch Rautengitter ersetzt sein. Auch der meterhoch liegende Bauschutt und der noch höhere Bewuchs im Innern sind dann Geschichte. Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf rund 6.000 Euro, im vergangenen Jahr waren bereits 20.000 Euro in eine Stahlkonstruktion zur Sicherung des Ostgiebels geflossen.

Langsam wächst die Hoffnung, dass Niemegks geheimnisvollstes Haus doch noch für die Nachwelt erhalten werden kann. Vielleicht erfüllt sich der Traum einer begehbaren, erlebbaren Ruine.

Gerüchte über unterirdischen Gang zum anderen Ende

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Und solange wird das im 13./14. Jahrhundert errichtete Gebäude – von dem bislang niemand mit Sicherheit weiß, zu welchem Zweck es einst errichtet wurde – seine Geheimnisse für sich behalten. Die Vermutung, das Haus könnte zum Kloster gehört haben, liegt nahe. In Niemegk erzählt man sich aber auch, dass es von diesem Haus mit fast meterdicken Mauern einen unterirdischen Gang zum anderen Ende der Stadt gegeben habe.

Bewohnbar herrichten ließ das Gebäude jedenfalls, so viel ist sicher, der Belziger Amtsschösser Nicolaus Fugmann nach dem Dreißigjährigen Krieg. Als Wohnhaus genutzt wurde es sogar noch bis in die DDR-Zeit. Doch nach dem Leerzug kam der Verfall, obwohl bereits in den 1970er Jahren durch die Denkmalbehörden auf die Bedeutung des mittelalterlichen Gemäuers hingewiesen wurde.

Nach dem Leerzug kam der Verfall

1988 war die Situation schließlich so prekär, dass der Dachstuhl und ein Teil der Obergeschossdecke aufgrund von Einsturzgefahr abgetragen werden mussten. Auch nach der politischen Wende verliefen alle Versuche, das Gemäuer irgendwie zu retten, erfolglos.

Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling berichtet in diesem Zusammenhang auch von der 2012 im Zuge der Stadtsanierung geborenen Idee der begehbaren Ruine. Der Enthusiasmus, mit dem man damals unbürokratisch das nötigste erledigen wollte, sei groß gewesen. Doch Denkmalschützer verhinderten dies.

Sechsstellige Summe für Sanierung notwendig

2014 schien über dem Gemäuer endlich ein Glücksstern aufzugehen. Landeskonservator Thomas Drachenberg bescheinigte dem Niemegker Kloster, dass es zu den ältesten des Landes und damit zu den unbedingt zu erhaltenen Bauwerken gehört.

Doch bis heute verliefen alle Rettungsversuche im Sande - für eine Komplettsanierung wäre ein sechsstelliger Betrag erforderlich. Dass auf Landesebene derzeit wieder einmal über das gebrechliche Sorgenkind in Niemegk gesprochen wird, macht zumindest Hoffnung.

Von Christiane Sommer

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