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Potsdam-Mittelmark Noch vier Wochen Vollsperrung
Lokales Potsdam-Mittelmark Noch vier Wochen Vollsperrung
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02:15 04.06.2017
Die Fahrbahndecke der Bundesstraße 1 bei Groß Kreutz (Havel) wird derzeit erneuert. Nur Radfahrer kommen dort noch durch.
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Mittelmark

Noch vier Wochen müssen Pendler und Anwohner mit der Vollsperrung auf der Bundesstraße 1 bei Groß Kreutz leben. Betroffen davon sind hunderte Autofahrer. Die Umleitungsstrecke über die Landstraße 86 führt über Damsdorf, Trechwitz, Schenkenberg und Jeserig. Sie ist teils mit Tempo-30-Schildern und Baustellenampeln vom Landesbetrieb Straßenwesen gesichert worden, damit auf dieser sonstigen Nebenstrecke der Verkehr zu bewältigen ist und nicht zu einer großen Gefahr für die Anlieger und Schulkinder wird. In Damsdorf liegt direkt an der Ausweichroute die Grundschule am Fenn.

Am Abzweig von der Lehniner Chaussee zur Damsdorfer Hauptstraße etwa regelt eine Baustellenampel den Verkehr. In Damsdorf, Trechwitz, Jeserig und Schenkenberg gilt stellenweise zur Verkehrssicherheit gedrosseltes Tempo.

Kein Durchkommen bis Ende Juni gibt es auf der Bundesstraße 1 bei Groß Kreutz. Quelle: Volkmar Maloszyk

Trotz der Tempodrosselung gibt es Klagen über Raserei und hohes Verkehrsaufkommen auf der Strecke. Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner (SPD), der selbst in Damsdorf wohnt, findet deutliche Worte. Er spricht von einer „erheblichen Mehrbelastung für die Anwohner und auch eine Abnutzung der Straßen. Wir bekommen zudem vermehrt Anwohnerbeschwerden, dass unwahrscheinlich gerast wird. Besonders nachts wird mit einem irren Tempo auf der Strecke gefahren.“ Brückner hat sich mit den Revierpolizisten besprochen. Es werde Geschwindigkeitskontrollen geben, so der Bürgermeister.

Aufatmen können nur Fußgänger und Radfahrer, die regelmäßig auf der B 1 unterwegs sind. Sie dürfen den Radweg entlang der Bundesstraße weiter nutzen. „Für den Zeitraum der Radwegebaus werden die Radler über die neue, dann noch gesperrte Fahrbahn der B 1 geleitet“, sagt Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebes Straßenbau.

Die gesamte Fahrbahn wird auf zwei Kilometern erneuert. Quelle: Volkmar Maloszyk

Grund für die Bauarbeiten ist die Erneuerung der Fahrbahn und des Radweges. Zudem sollen die Zufahrten auf der B 1 zwischen Groß Kreutz und Groß Kreutz Ausbau angeglichen werden. Die Bauarbeiten betreffen eine 2100 Meter lange Strecke.

Der Landesbetrieb rät weiterhin, dass Ortskundige den Bereich meiden. Auch in der Gemeindeverwaltung von Groß Kreutz sind bereits zahlreiche Beschwerden eingegangen. Sie richten sich jedoch gegen die Vollsperrung. Das teilte Marlis Siegemund vom Bauamt mit. „Wir hatten hier etliche Anrufe.“ Selbst ein Eintrag in das Gästebuch der Gemeinde brachte die Baustelle ein, worin sich ein Anwohner beschwert, dass die B 1 saniert werde, obwohl Fahrbahn und Radweg ohne für einen Laien erkennbare Mängel seien.

8000 bis 9000 Fahrzeuge täglich

Die B 1 wird täglich im Bereich Groß Kreutz von 8000 bis 9000 Autos und Lastwagen befahren. Das sagte Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebes Straßenwesen.

Die Ausweichroute für die Vollsperrung ist 14 Kilometer lang. Sie wurde an Bushaltestellen und der Damsdorfer Schule mit drei Fußgängerampeln gesichert.

Die B 1 wird saniert, weil Straßenschäden drohten. Bezahlt wird das vom Bund. Die Sanierung der Landstraße 86 nach Deetz könne nur Landesmitteln bezahlt werden. Dort seien die Mittel begrenzter, so Cornelia Mitschka. Die Gemeinde Groß Kreutz fordert seit Jahren die Sanierung der L 86.

Nach Informationen, die der Gemeinde Groß Kreutz vorliegen, könnte es bei den Bauarbeiten sogar zu Verzögerungen kommen. Nach der Asphaltdecke der Straße werden diese Arbeiten am Radweg fortgesetzt. Siegemund nannte das Ziel, bis Monatsende fertig zu sein, „sportlich“.

Für Bürgermeister Brückner ist das keine gute Nachricht. „Da klatschen wir keinen Beifall, wenn es zu Verzögerungen kommt.“ Der Landesbetrieb indes beruhigt: Der zeitliche Baufortschritt laufe nach Plan, so Sprecherin Cornelia Mitschka.

Belastend seien für die Anwohner auch Rückstaus an den BAustellenampeln, zu denen es während der Hauptverkehrszeiten immer wieder komme. Große Behinderungen hat es nach Angaben der Gemeinde Groß Kreutz auf der Ausweichroute indes bisher nicht gegeben. Einige Autofahrer ignorieren die Umleitungsschilder jedoch und fahren auf der wichtigen Verkehrsader tatsächlich bis zur querstehenden Warnbarke vor der Baustelle, um dort wieder zu wenden und doch die Umleitungsstrecke zu nehmen.

Die Bundesstraße 1 gilt neben der Autobahn 2 als einer der wichtigsten Verkehrsadern in der Region. Durch die Bauarbeiten auf der A 2 in Höhe von Lehnin wählten viele Pendler die B 1 aus Ausweichroute. Die Umgehung kostet jedoch rund zehn bis 15 Minuten höheren Zeitaufwand.

Von Marion von Imhoff

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