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Norwegische Familiensaga als gemeinsame Lektüre

„Borkwalde liest ein Buch“: Gesprächsstoff und Erlebnisse Norwegische Familiensaga als gemeinsame Lektüre

Jeder fünfte Norweger hat das Buch gekauft. Über eine Million Exemplare des Werkes „Das Lügenhaus“ sind in dem skandinavischen Land über den Ladentisch gegangen. Anne B. Ragde ist dort ein Literatur-Star.

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Freude an der gemeinsamen Lektüre: Martina und Heribert Heyden.

Quelle: A. Koska

Borkwalde. Jetzt werden auch die Borkwalder das Vergnügen haben, die Autorin näher kennen zu lernen. Einmal mehr sind die Einwohner der Waldgemeinde nämlich aufgerufen, das gleiche Buch zu lesen und darüber ins Gespräch zu kommen. Mit einer Lesung in der Kirche hat die aktuelle Auflage der Aktion „Borkwalde liest ein Buch“ jüngst begonnen.

„Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Leute zur Lektüre greifen, sie Thema in den Wohnzimmern oder auf der Straße wird“, sagt Stephan Petzelt. Er ist Mitorganisator der Veranstaltung, die sich nicht nur auf das Lesen beschränkt, sondern ein kleines Rahmenprogramm bietet.

15 Bücher wurden in dem 1600-Seelen-Ort ausgelegt – in den Gaststätten, in der Arztpraxis und in der Bücherzelle „Frida“. Jeder kann sie mitnehmen und lesen, danach wieder zurücklegen, damit der nächste eine Chance hat es sich zu Gemüte zu führen.

„Diesmal war die Auswahl nicht einfach“, berichtet Stephan Petzelt. Es wurden vom Organisationsteam viele Bücher im Vorfeld gelesen und wieder beiseite gepackt. „Das eine war zu dick, das andere zu dünn, das dritte nicht mehr lieferbar und das vierte zu kontrovers“, erzählt der Lesefreund von der Qual der Wahl im Vorfeld. Im Rahmen der Aktion werden ausschließlich Bücher skandinavischer Autoren gelesen, um die Verbindung zwischen der typischen Holzhaussiedlung und der nordischen Halbinsel zu manifestieren.

Von Chicago in die Waldgemeinde

Die Aktion „Borkwalde liest ein Buch“ findet zum vierten Mal statt. Alljährlich wird im Frühjahr unter Federführung des Kulturvereins „Zauche“ dazu aufgerufen.
2012 ging die Premiere mit „Populärmusik aus Vittala“ von Mikael Niemi über die Bühne. Es folgte das „Orangenmädchen“ von Jostein Gaaeder. Im vergangenen Jahr war ein Kinderbuch von Henning Mankell („ Ein Kater schwarz wie die Nacht“) an der Reihe. Jetzt geht es zum ersten Mal nach Norwegen. „Das Lügenhaus“ von Anne B. Ragde wird gelesen.
Erfunden wurde die Aktion in Chicago. In der US-Metropole war sie ein voller Erfolg. Im Jahre 2002 kam die Idee nach Deutschland, wurde zuerst in Hamburg und Potsdam aufgegriffen. In 200 Regionen wird sie nunmehr umgesetzt.

Die Wahl fiel schließlich auf die Familiensaga, über drei Brüder die nach vielen Jahren am Sterbebett ihrer Mutter wieder zusammentreffen. Ein schwuler Dekorateur, ein Bestatter und ein Schweinezüchter. Familiengeheimnisse werden offen gelegt, die das bisherige Leben in Frage stellen. Karin Luther hat in der Präsentation einen Abschnitt vorgelesen und sogleich aktuelle Bezüge gefunden.

Sie verwies auf ein Gerichtsurteil, den Bau einer Schweinemastanlage für Tausende von Tieren zuzulassen. „Dass es anders geht, können wir im Buch lesen und werden es beim Ausflug zum Biobauern Bernd Schulz in Gömnigk sehen“, zog sie eine Parallele. Renate und Dieter Hennig aus Lehnin haben sich anstecken lassen. „Es ist spannend was hier passiert, wir werden die Aktion bis zum Abschluss begleiten“, sagte er und ließ sich eine der bereitliegenden Zimtschnecken schmecken.

Die kulinarischen Spezialitäten aus dem hohen Norden, gern mit dampfendem Kaffee oder einem stärkeren skandinavischen Trunk gereicht, machen das Erlebnis jeweils perfekt. In einer Woche ist eine Filmvorführung geplant. Am 11. April steht der Besuch des Südwestfriedhofs in Stahnsdorf an und Anfang Mai die Exkursion zu den Freilandschweinen. Das Finale ist für den 10. Mai vorgesehen.

Wer an dem Buch Gefallen gefunden hat, dem empfiehlt der Verein zwei weitere Titel. „Das Lügenhaus“ ist nämlich der Beginn einer Trilogie. „Also bei Interesse weiter lesen“, sagt Stephan Petzeld und hofft im Verlauf der nächsten Wochen noch auf wachsenden Zuspruch.

Von Andreas Koska

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