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"Nur jede Stunde ein Zug"

Jugendliche aus Deutschland und Japan erforschen Strategien wider Landflucht "Nur jede Stunde ein Zug"

Mitunter nimmt sich die Deutsche Bahn-AG ihrer Fahrgäste besonders intensiv an. Weil beim Zug der Regionalexpreslinie 7 am Donnerstagmittag die Türöffner-Automatik versagte, hat die Exkursion einer deutsch-japanischen Jugendgruppe jedenfalls zusätzlichen Erlebniswert erhalten. So ging ihre Reise zunächst unfreiwillig bis nach Medewitz und dann wieder zurück in die "Perle des Flämings".

Wiesenburg. Dort wollten sie sich näher über das Leben auf dem Lande informieren. Die 20- bis 25-Jährigen sind innerhalb des "Hallo Deutschland"-Programms der Deutsch-Japanischen Jugendgesellschaft e.V. unterwegs, um sich über Strategien gegen Landflucht, die auch im fernöstlichen Königreich ein Problem ist, zu informieren. Vor dem Gespräch mit Bürgermeisterin Barbara Klembt (Die Linke) schauten sich die Besucher zunächst die Station an, in der seit drei Jahren eine Genossenschaft für Leben sorgt. Gründungs- und Vorstandsmitglied Dorothee Bornath berichtete über den großen ehrenamtlichen Einsatz, auf dem das Vorhaben nach wie vor basiert. "Das Café ist echt schön und sehr praktisch, vor allem, weil der Zug nur jede Stunde fährt", sagte Makoto Ogawa aus Chiba. In der Heimat des 21-Jährigen wäre der hierzulande gepriesene Stunden-Takt in die Metropole wohl zu wenig.

Die Rathauschefin konnte dann von Mühen und Erfolgen der Dorferneuerung in dem 1350-Einwohner-Ort berichten. Dies meint nicht nur die Auszeichnungen als "Dorf mit Zukunft" auf nationaler und europäischer Ebene sowie als familienfreundliche Kommune. Vielmehr konnte sie ebenfalls bürgerschaftliches Engagement darstellen. "Obwohl es ein kleines Dorf war, sah es so aus, als ob man da gut wohnen kann", sagt Yuka Yoh. Sie wohnt im Zentrum von Tokio. Normalerweise könnte sich die Hauptstädterin ein Leben auf dem Dorf nicht vorstellen, sagte die 21-Jährige. Aber der Ort bilde eine Ausnahme: "Vor allem die Bibilothek war wunderschön", sagte die Japanerin. Nicht minder hat die Gäste das Wahrzeichen begeistert. "Ich hätte nicht erwartet, dass in einer so dörflichen Gegend plötzlich ein so schönes Schloss steht", meinte Nobuyuki Nomura. Der 25-Jährige und seine Mitstreiter sind inzwischen wieder per Zug nach Berlin zurückgekehrt. Dort werten sie an diesem Wochenende die Ergebnisse ihrer Begegnungen aus und stellen sie zu einer Präsentation zusammen.

Im Sommer nächsten Jahres soll es dann wieder mit Unterstützung des Bundesjugendministeriums und seiner Partner für 30 Deutsche nach Japan gehen. L. B/R. G.

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