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Nuthetal Auftakt zum Nuthetaler Frauenduell
Lokales Potsdam-Mittelmark Nuthetal Auftakt zum Nuthetaler Frauenduell
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22:29 14.04.2018
Stehen am 6. Mai zur Wahl: Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke; l.) und ihre Herausforderin Katrin Krumrey (parteilos). Quelle: Jens Steglich
Nuthetal

Bessere Busverbindungen, mehr Parkplätze, mehr Platz in Schulen und Kitas und weniger Tempo auf den Straßen: Beim ersten Duell im Nuthetaler Bürgermeisterwahlkampf waren die Forderungen der Bürger klar verteilt und die Antworten der Kandidatinnen inhaltlich oft nicht weit voneinander entfernt.

Drei Minuten hatten Amtsinhaberin Ute Hustig (Linke) und Herausforderin Katrin Krumrey (parteilos) für Antworten Zeit und so ging es in der Akademie 2. Lebenshälfte, die zur Debatte eingeladen hatte, zügig durch die Themenfelder. Frage aus dem Publikum: Wie ist die Situation in den Schulen und Kitas in acht Jahren? Eine neue Kita für 80 bis 100 Kinder wird gebraucht, weil neue Wohnungen gebaut werden, sagte Hustig: „Wir bekommen dann auch mehr Schulkinder und brauchen im Hortbereich mehr Kapazitäten.“ Bereits beschlossen ist, nach Eröffnung der neuen Turnhalle in Bergholz-Rehbrücke die alte Halle für fünf Jahre als Bewegungsraum für den Hort zu nutzen. Hustig schlug vor, danach die alte Halle abzureißen und an der Stelle ein neues Hortgebäude zu bauen. Das jetzige Horthaus, das unter Denkmalschutz steht, könnte dann verstärkt auch für den Schulunterricht mitgenutzt werden, so ihr Plan.

Krumrey, die zu volle Kitas und Klassenräume kritisierte, dauert das zu lange: „Wir können nicht warten, bis die Turnhalle abgerissen ist. Wir müssen vorher Plätze schaffen.“ Wo? Am Campus, wo sich Hort und Otto-Nagel-Schule befinden. Um auf den demografischen Wandel reagieren zu können, will sie die neue Kita, die im Rehgrabengebiet entsteht, so bauen, dass diese später auch anders genutzt werden kann. Zumindest mittelfristig glaubt sie aber nicht an sinkende Kinderzahlen: „Die Prognosen dazu haben nie gestimmt.“

Und wie will man die nötigen Kita-Erzieherinnen nach Nuthetal locken? „Im Land Brandenburg ist es insgesamt versäumt worden, die Ausbildung in dem Beruf zu fördern“, sagte Hustig. Nuthetal stelle deshalb auch Quereinsteiger ein, die parallel qualifiziert werden. Krumrey will für die neue Kita einen freien Träger finden, der in der Umgebung bereits Kitas betreibt und so Personalengpässe in einer Einrichtung kurzfristig ausgleichen kann.

Einig waren sich beide, dass neue Wohnungen barrierefrei zu bauen sind. Die Amtsinhaberin kündigte an, ein Netzwerk für altersunterstützende Angebote zu schaffen. Sie verwies auf eine Saarmunderin, die Pflegegrad 1 hat und einen monatlichen Entlastungsbeitrag bekommt, diesen aber nicht einsetzen kann, weil keiner da ist, der die Hilfe gewährt. Das Netzwerk aus Ehrenamtlichen und Unternehmen soll informieren und Hilfe organisieren.

Beide Kandidatinnen wollen Druck beim Landkreis machen, um Busverbindungen vor allem in die kleinen Ortsteile zu verbessern. Auch neue Anläufe, um bei der Verkehrsbehörde Tempo-30-Zonen durchzusetzen, wollen sie unternehmen. Pläne der Firma BZR, in der Fresdorfer Heide eine Deponie zu errichten, lehnen beide ab.

Die Unterstützer

Bürgermeisterin Ute Hustig wird von Linken, Grünen, Bürger für Nuthetal, Bürger Ortsteile Nuthetal und von der Listenvereinigung Freiwillige Feuerwehr unterstützt.

Kritik, sie werbe mit der Unterstützung der Feuerwehr, die doch politisch neutral sein sollte, erwidert die Amtsinhaberin so: „Es gibt die Listenvereinigung Feuerwehr in der Gemeindevertretung.“ Diese trat unter dem Namen Freiwillige Feuerwehr zur Kommunalwahl 2014 an und errang ein Mandat.

Die parteilose Katrin Krumrey wird von SPD und CDU unterstützt.

Die Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Nuthetal findet am 6. Mai statt.

Von Jens Steglich

Um die Finanzierung des geplanten Kita-Neubaus in der Gemeinde Nuthetal ist ein Streit entbrannt. Sozialausschuss-Vorsitzende und Bürgermeister-Kandidatin Katrin Krumrey (parteilos) kritisiert, die Gemeinde Nuthetal komme zu spät, um die Chance auf Fördermittel aus einem Bundesprogramm nutzen zu können. Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) weist die Kritik zurück.

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