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Nuthetal Nuthetal kämpft mit engem Korsett
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19:42 08.11.2018
Kaum noch Platz für neue Wohnungen: Das Rehgrabengebiet im größten Ortsteil Bergholz-Rehbrücke aus der Luft. Eine Fläche für Wohnhäuser ist noch am Milanring frei. Quelle: Lutz Hannemann
Nuthetal

Um in Zukunft allein den Eigenbedarf an Wohnraum decken zu können, müssten bis 2035 fast 750 neue Wohnungen in der Gemeinde Nuthetal gebaut werden. Das hat Stadtplaner Rainer Hoffmann ermittelt, der in einem Gutachten im Auftrag der Kommune Nuthetals Potenziale für den Wohnungsbau analysierte. Er geht davon aus, dass 46,75 Hektar benötigt werden, um den „aus der Kommune selbst erwachsenden Bedarf“ befriedigen zu können. Nach Abzug der Baulücken, die im Innenbereich noch vorhanden sind, bleibt ein zusätzlicher Flächenbedarf von 31,5 Hektar übrig, die der Gemeinde allerdings unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht zur Verfügung stehen. Der Stadtplaner rechnete dabei konservativ mit 9000 Einwohnern, die im Jahr 2035 in Nuthetal leben werden. Derzeit sind es etwa 9300. Die Bevölkerungszahl steigt demnach in den nächsten Jahren noch etwas an, soll gegen Ende des Prognosezeitraums aber wieder sinken.

Bergholz-Rehbrücke ist von Schutzgebieten nahezu umzingelt

Der zusätzliche Bedarf an Wohnungen bis 2035 entsteht vor allem, weil die Wohnfläche pro Einwohner laut Prognosen weiter zunehmen wird. Um diesen befriedigen zu können, sieht Hoffmann nur in den beiden großen Ortsteilen Bergholz-Rehbrücke und Saarmund Zuwachsmöglichkeiten in nennenswertem Umfang. Allerdings ist der Hauptort Bergholz-Rehbrücke, für den der Landesentwicklungsplan im Gegensatz zu den kleinen Ortsteilen der Gemeinde Wachstumschancen eröffnet, von Schutzgebieten nahezu umzingelt.

Der gesamte südliche Teil von Bergholz-Rehbrücke liegt in einem Trinkwasserschutzgebiet, was eine bauliche Entwicklung über das bisher im Flächennutzungsplan vorgesehene Maß unzulässig macht. Die Bemühungen, an anderer Stelle das Siedlungsgebiet zu erweitern, stoßen „ausnahmslos an die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes ,Nuthetal – Beelitzer Sander’“, heißt es in dem Gutachten. Der Vorschlag, etwa 19,3 Hektar für Wohnungsbau in Bergholz-Rehbrücke neu in die Flächennutzungsplanung aufzunehmen, kann nur mit dem Segen der Unteren Naturschutzbehörde umgesetzt werden. Sie müsste einer Ausgliederung von Teilflächen aus dem Landschaftsschutz zustimmen.

„Die Frage ist: Wollen wir überhaupt derart in den Landschaftsschutz eingreifen?“, sagt Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) und fügt hinzu: „Die Lebensqualität muss erhalten bleiben.“ Aus ihrer Sicht ist eine grundlegende Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP), um zusätzliche Wohnbauflächen zu schaffen, „unter den jetzigen Rahmenbedingungen nicht zielführend“.

Änderung des Flächennutzungsplanes kostet 250 000 Euro

Die Flächenplan-Änderung würde die Gemeinde laut Bauamtsleiter Rainer vom Lehn 250 000 Euro kosten. „Das Geld können wird uns sparen“, sagt die Bürgermeisterin. Sie plädiert für die Nutzung von Baulücken im „Innenbereich“ und der Baupotenziale, die sie in Saarmund sieht. Im Blick ist dort unter anderem eine Fläche an der Saarmunder Weinbergstraße.

„Wir werden jeden Ortsteil noch einmal einzeln angucken und mit den Ortsbeiräten sprechen, welche Möglichkeiten es gibt“, sagte Hustig und kündigte für alle Ortsteile auch Info-Versammlungen an. „Den Wohnraumbedarf und die Erhaltung der Lebensqualität in Einklang zu bringen, wird eine spannende Aufgabe“, so die Bürgermeisterin, die davon ausgeht, „dass wir 750  neue Wohnungen wohl nicht erreichen werden“.

„Lärmschutzwäldchen“ soll stehen bleiben

In dem Gutachten wird als „Entwicklungsoption für Geschosswohnungsbau“ das „Lärmschutzwäldchen“ an der Beethovenstraße in der Bergholz-Rehbrücke genannt.

Dort gibt es zwar keinen Konflikt mit dem Landschafts- oder Trinkwasserschutz. Allerdings müsste die „Frage des Immissionsschutzes“ gelöst werden, heißt es im Gutachten.

„Der Lärmschutzwald muss bleiben, schon allein, um die Wohnqualität zu sichern. Er ist Schutzgürtel zwischen Gewerbestandort und Wohnviertel“, sagt Bürgermeisterin Ute Hustig.

Von Jens Steglich

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