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Nuthetal Raumpionieren fehlen noch die Jugendlichen
Lokales Potsdam-Mittelmark Nuthetal Raumpionieren fehlen noch die Jugendlichen
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00:30 19.04.2018
Ortsbeiräte Janette Schwericke und Michael Hustig, Projektleiterin Pia Wehner, Jugendkoordinatorin Jana Köstel sowie die Leiterin des Sozialausschusses der Gemeinde Nuthetal, Katrin Krumrey (v.l.n.r.), haben sich im Schülertreff über die Raumpioniere ausgetauscht. Quelle: Christin Iffert
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Saarmund

Wünsche von Jugendlichen sollen zu realistischen Plänen werden: Das Projekt „Raumpioniere Zukunft“ von der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Brandenburg (LKJB) ist am Samstag in Saarmund gestartet. Zur ersten Infoveranstaltung fehlte jedoch etwas Elementares: Kinder und Jugendliche, die ihre Ideen einbringen. Stattdessen kamen Vertreter der Gemeinde und des Ortsbeirates.

Es mag am verregneten Samstag gelegen haben, dass die „Raumpioniere“ im Schülertreff hinter der Walther-Hochmut-Schule ohne Nachwuchs auskommen mussten, glaubte man. Eigentlich gäbe es viele Jugendliche im 1800-Einwohner-Ort, der durch Zuzügler jünger und größer werde. Sie seien umtriebig, hätten lange um den Jugendtreff gekämpft, ihn zum Teil in Eigenregie auf Vordermann gebracht. Zudem gebe es ein Jugendparlament. „Der Sonnabend ist ein denkbar ungünstiger Termin, viele Familien sind unterwegs, überall gibt es Sportveranstaltungen“, sagte Ortsbeirat Michael Hustig.

Jugendliche bestimmen die Themen der Zukunft

Entmutigen lässt sich die Autorin und Trägerin des Projektes „Raumpioniere Zukunft“, Pia Wehner, nicht. Wenn es nötig war, verteilte sie in der Vergangenheit nach Treffen ohne große Resonanz der Zielgruppe auch schon mal Flyer auf Schulhöfen, suchte das Gespräch – stets mit Erfolg.

Umsetzungen der Raumpioniere

Das Konzept Jugendliche an der zivilen Gesellschaft teilnehmen zu lassen, wurde bereits im Landkreis Potsdam Mittelmark erprobt.

In Beelitz engagierten sich Jugendliche für eine Schreibwerkstatt und ein Klubkino.

Das jugendliche Team in Treuenbrietzen plante und realisierte einen eigenen Jugendclub.

Begeistert von Graffiti waren Kinder und Jugendliche in Linthe. Dort wurden die Gelder für die Umsetzung der Kunst an wechselnden Standorten eingesetzt. Eine weitere Gruppe widmete sich der Esskultur und erstellten von der Eisherstellung bis zu Gebackenem ein eigenes Rezeptbuch in der Jugendscheune.

Unterstützer der Projekte waren in der Umsetzung immer auch Bürger aus Vereinen, Unternehmen oder der Kommunalverwaltung.

Das einjährige Projekt, das Pia Wehner gern als „Planungswerkstatt“ bezeichnet, bietet Jugendlichen Chancen zur Selbstverwirklichung, zum Erlernen von Planungsfähigkeiten und zur Teamarbeit. Hemmschwellen würden unter Kindern unterschiedlichen Alters abgebaut. In 14 zusammenhängenden Workshops hat der Nachwuchs die Möglichkeit, Ideen zu entwickeln, zu prüfen, was möglich ist und letztlich umzusetzen. Filme, Webseiten, Räumlichkeiten, Spielplätze, andere Wünsche – es sind keine Grenzen gesetzt. „Wir dürfen uns nicht in die Themen der Zukunft einmischen, denn es sind die der Jugendlichen. Genau diese Ideen motivieren sie, dabeizubleiben“, sagt Pia Wehner. Also wählen sie das Thema selbst, dürfen Fehler machen, werden zu „eigenständigen Auftraggebern“ und bewahren dabei ihren „eigenen Blick auf die Welt“. Dagegen müssen sich Erwachsene aus ihrem „Kümmerkasten“ heraus bewegen.

Positive Erinnerungen binden an die Heimat

3000 Euro Investitionsmittel gibt es allein für die Umsetzung einer entwickelten Idee, finanziert vom Infrastrukturministerium und dem Bildungsministerium in Brandenburg. Die Jugendkoordinatorin der Gemeinde Nuthetal, Jana Köstel, hat die „Raumpioniere“ in den Ort geholt, um den Schülertreff weiter mit Leben zu füllen. Sie sieht im Projekt die Möglichkeit, „dass die Kinder beim Verwirklichen zusammenwachsen und gemeinsam etwas für Saarmund schaffen“, sagt sie.

Außerhalb ihres Schullebens, das sich mit steigendem Alter in anderen Orten abspiele, könne man durch das Projekt zum eigenen Lebensort finden. Pia Wehner blickt weiter voraus: „Ob Jugendliche später in der Region bleiben, hat viel damit zu tun, welche positiven Erfahrungen sie damit verbinden und welche Beteiligungen sie erlebt haben.“ Es ist also Projekt mit Langzeitwirkung. – Nun braucht es nur noch Jugendliche dazu.

Info: Das nächste Treffen der „Raumpioniere Zukunft“ ist für Freitag, 4. Mai, 17 Uhr, im Schülertreff geplant. Kinder und Jugendliche sind dazu eingeladen.

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Von Christin Iffert

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