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Nuthetals Kampf gegen Raddiebe

Zahl der Delikte ging um gut 30 Prozent zurück Nuthetals Kampf gegen Raddiebe

Die kleine Gemeinde Nuthetal war in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus von Fahrraddieben geraten. 2015 ging die Zahl der angezeigten Delikte erstmals seit längerer Zeit deutlich zurück. Ist es Zufall oder ein erster Erfolg der eingeleiteten Gegenmaßnahmen?

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Kommunen spüren politische Eiszeit nicht

Am Bahnhof Rehbrücke sorgte die Gemeinde für mehr Licht an den Radabstellplätzen und ließ neue Sicherheitsbügel anbringen.

Quelle: Christel Köster

Nuthetal. Die Gemeinde Nuthetal, die zu einer Hochburg der Raddiebe aufgestiegen war, hat mit ihren Gegenmaßnahmen offenbar Erfolg. In der Kommune ist die Zahl der Fahrraddiebstähle im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Die Zahl der angezeigten Delikte sank um gut 30 Prozent, hieß es im Ortsentwicklungsausschuss.

Zuvor hatte die Kommune kräftig und mit Hilfe von Fördermitteln des Landkreises in ihre Rad-Infrastruktur und in mehr Sicherheit an den Radabstellplätzen investiert. Insgesamt wurden 100 Stellplätze an Bushaltestellen und am Rehbrücker Bahnhof neu geschaffen. Am Bahnhof, an dem Diebe in der Vergangenheit besonders häufig zuschlugen, erneuerte die Kommune die 56 vorhandenen Radstellplätze und schuf 64 neue. Ausgestattet wurden allesamt mit besseren Sicherheitsbügeln, sagt Nuthetals Bauamtsleiter Rainer vom Lehn. Und die Gemeinde ließ den Radparkplatz an der Rehbrücker Bahnstation fortan beleuchten, um Dieben den Schutz der Dunkelheit zu nehmen.

Axel Sander, Leiter der Teltower Polizeiwache, stellte im Ausschuss den Zusammenhang zwischen den Investitionen und dem Rückgang der Raddiebstähle her.

Konkrete Zahlen für 2015 wollte die Polizei freilich noch nicht nennen – mit Verweis auf die Pressekonferenz des Brandenburger Innenministeriums. Vorab würden keine Zahlen zur aktuellen Kriminalitätsstatistik herausgegeben. Die Polizei bestätigte aber für Nuthetal einen „nicht unerheblichen“ Rückgang an Raddiebstählen in 2015. Vergleichsmaßstab für die gut 30 Prozent weniger Delikte, von denen im Ausschuss die Rede war, ist das Jahr 2014, als die Polizei 116 Fälle registrierte. 2015 ist damit die Zahl der angezeigten Raddiebstähle nach Jahren des stetigen Anstiegs erstmals wieder gesunken. Die kleine Gemeinde am Rande von Potsdam war zuvor verstärkt in den Fokus von Fahrraddieben geraten. Nach Polizeiangaben wurden 2011 42 Fälle registriert, 2012 waren es 62, 2013 schon 93 und 2014 116 Delikte. Zwischen 2011 und 2014 ist das eine Zunahme um 176 Prozent.

„Bis jetzt haben wir nur gesehen, dass die neuen Radabstellplätze gut angenommen werden. Dass auch die Diebstähle zurückgehen, ist umso besser. Da haben wir doch einiges richtig gemacht“, sagt Bauamtsleiter vom Lehn. Eine Dieb-freie Zone ist Nuthetal nicht. Michael Pozorski, Mitarbeiter im Ordnungsamt, muss am Bahnhof Rehbrücke immer noch Reste von gestohlenen Drahteseln wegräumen. Das, was Diebe übrig lassen, landet oft im Wald neben den Abstellplätzen, sagt er. Pozorski, der in Nuthetal zwei Mal in der Woche unterwegs ist, um illegal abgelagerten Müll aufzuspüren, sammelt seit Jahren am Bahnhof auch geknackte Fahrradschlösser ein. „Die Radfahrer müssen auch selbst etwas tun“, so Pozorski, der hinzufügt: „Man sollte kein billiges Fahrradschloss kaufen, sondern richtige, die nicht so einfach zu knacken sind.“

Neue Radabstellplätze

Die Kommunen im Potsdamer Umland investieren verstärkt in die Infrastruktur für Radfahrer.

Im Fokus stehen die Nahtstellen, an denen Radler die Möglichkeit haben, in Bus oder Zug zu steigen.

So hat die Gemeinde Nuthetal an drei Bushaltestellen und am Bahnhof Rehbrücke sogenannte Bike-and-Ride-Plätze angelegt. Insgesamt wurden 100 neue Radabstellplätze geschaffen, zudem wurden 56 vorhandene am Bahnhof Rehbrücke modernisiert.

120 000 Euro wurde insgesamt investierte, 87 000Euro davon schoss der Landkreis an Fördermitteln zu.

Die Stadt Teltow richtete erstmals auch eine Parkstation für E-Bikes ein, an der Elektrofahrräder auch gleich aufgeladen werden können.

Der Mann vom Ordnungsamt hat schon seine eigenen Erfahrungen mit Raddieben gemacht. Er war nur mal kurz beim Bäcker – höchstens zehn Minuten. Als er wieder herauskommt, ist sein Rad verschwunden. Niemand hat etwas gesehen, erzählt er. Das Rad wird zwei Stunden später wiedergefunden. Irgendjemand hatte es benutzt, um von Rehbrücke nach Bergholz zu kommen. Am Rad war alles in Ordnung. Nur die MAZ, die Pozorski im Fahrradkorb liegen hatte, stahl der Dieb.

Von Jens Steglich

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