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Oberschule Brück: Südafrika ganz nah

Ithemba-Team wieder zu Gast Oberschule Brück: Südafrika ganz nah

Das Ithemba-Team war wieder an der Oberschule Brück zu Gast. Zum wiederholten Mal haben die jungen Südafrikaner versucht, ihre Heimat darzustellen. Musik, Tanz und Sport gehörten dazu. Doch auch die einst übliche Rassentrennung, obwohl nicht mehr Staatsdoktrin am Kap, wurde dem hiesigen Nachwuchs eindrucksvoll vermittelt.

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Optimismus wird beim Trommeln verbreitet

Quelle: Andreas Koska

Brück. „Du gehst raus!“, Benjamin Hanke kennt da keine Gnade. Beim Singen hat eine Schülerin gelächelt – was zu Beginn untersagt worden war. Kein Mitschüler hatte der Sanktion widersprochen. Immerhin: Die Simulation ist Teil eines Workshops in der Oberschule Brück. Die Teilnehmer wurden in vier Gruppen eingeteilt. Die Mitglieder der einen standen mit dem Gesicht zur Wand, die anderen mussten unter dem Tisch Platz nehmen. Die „Weißen“ hingegen saßen bequem auf einer Bank und ließen sich vom vierten Team die Waden massieren.

Die Einteilung hatten Mitglieder des Ithemba-Teams vorgenommen. Das Wort, mit dem es sich schmückt, entspringt der Zulu-Sprache und bedeutet so viel wie Hoffnung. Vier Südafrikaner und zwei deutsche Jugendlichen versuchen, sie zu verbreiten. Dabei wird die Apartheid nicht ausgespart, die zwar am Kap nicht mehr Staatsdoktrin ist, aber lange das Leben geprägt hat und nun überwunden werden muss.

Gemeinsames Trommeln

Gemeinsames Trommeln.

Quelle: Andreas Koska

Siebt- und Achtklässler wurden jedenfalls nach imaginären Rassemerkmalen getrennt und getestet, wie sie es aushalten. Mathes Weber musste unter einem der Tische kauern. Im Nachhinein ist er immer noch erstaunt. „Es ist erschreckend, dass dies alles möglich ist“, gibt der 14-Jährige zu verstehen. Er hat sich nicht getraut, zu protestieren. „Es ist wirklich erstaunlich“, sagt Doreen Leuschner trotz immer wieder ähnlicher Erfahrungen. „Kaum jemand muckt auf“, sagt die 26-jährige Leiterin der Ithemba-Gruppe, die zum wiederholten Mal ins Planestädtchen eingeladen war. Die Zusammenarbeit war einst von Pfarrer Helmut Kautz angeregt worden. Beeindruckt vom Experiment zeigte sich Ingetraut Argow. Die Klassenlehrerin war angetan, mit welch einfachen Mitteln der Rassismus deutlich gemacht werden kann. „Es war einprägsamer als viele Erzählungen“, so die Pädagogin.

Insgesamt vier Tage lang war das Ithemba-Sextett in Brück. Die weiteren offerierten Projekte waren indes fröhlicher. Es wurde getrommelt, getanzt, gesungen, ein Film über Südafrika und das Projekt gezeigt, auch die sportliche Betätigung durfte nicht fehlen. Am Donnerstag konnten die Schüler nun das Gelernte in einem Abschlussprogramm aufführen.

„Unser Ziel ist, dass die Schüler einen Blick über den Tellerrand erhalten und Erfahrungen aus erster Hand sammeln“, erklärt Lehrerin Annette Radigk. Das Mittel der künstlerischen Betätigung soll dabei auch helfen, Vorurteile abzubauen. Das gelingt spätestens, als die Mädchen und Jungen an die Trommeln kommen und den Takt zu den Liedern der sechs Akteure schlagen dürfen. Für Bernd Eschholz sind solche Projekttage wichtig. „Der pädagogische Alltag wird interessant gestaltet“, sagt der Schulleiter.

Die Kollegen schwärmen in der Tat von dem Höhepunkt im Schulleben. „Es ist beeindruckend, welche Begeisterung die jungen Leute wieder ausgelöst haben“, sagt Annette Radigk. „Ihre Mentalität reißt alle mit“, betont die Musiklehrerin. Die Atmosphäre der Angst ist nun einer optimistischen Grundstimmung gewichen.

Von Andreas Koska

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