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Oberschule bewirbt sich für Inklusion

Brück Oberschule bewirbt sich für Inklusion

Die Oberschule Brück will nicht nur über Inklusion reden, sondern sie auch praktisch in ihren Alltag integrieren. Deshalb hat sich die Einrichtung um die Aufnahme in das Landeskonzept „Gemeinsames Lernen“ beworben. Jetzt müssen Schüler und Lehrer abwarten, ob sie vom Bildungsministerium grünes Licht bekommen.

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Schülerin Jeniffer Schneider im Chemieunterricht der 8. Klasse an der Brücker Oberschule.

Quelle: Andreas Koska

Brück. Die Oberschule Brück will nicht nur über Inklusion reden, sondern sie auch praktisch in ihren Alltag integrieren. Deshalb hat sich die Einrichtung um die Aufnahme in das Landeskonzept „Gemeinsames Lernen“ beworben. Nachdem die Schulkonferenz der Schule dem Antrag zugestimmt hat, ist jetzt auch die Stadtverordnetenversammlung einstimmig dem Ansinnen gefolgt.

„Es geht uns darum, die starken Schüler zu fordern und die, die es brauchen, zu fördern“, erklärt Schulleiterin Barbara Neupauer den Grund für das Vorgehen. Sie und ihre Kollegen sind besonders stolz darauf, dass im vergangenen Schuljahr alle Schüler mindestens den erweiterten Hauptschulabschluss erreicht haben und gar 40 Prozent die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. „Na klar sind wir darüber begeistert, dass niemand ohne Abschluss die Schule verlassen hat und die Hälfte derer, die es könnten, das Abitur anstrebt und weiter zur Schule geht“, schwärmt Neupauer, die in diesem Schuljahr die Schulleitung übernommen hat.

Steckenpferd der Schule ist die Berufsbildung

Um die Qualität der Bildung an der Schule zu halten und vor allem noch besser zu werden, reifte in der Schule der Entschluss, sich für „Gemeinsames Lernen“ zu bewerben. „Wir haben sowohl Schüler mit Förderbedarf als auch besonders gute Schüler. Falls wir aufgenommen werden, verbessert sich die personelle als auch sachliche Ausstattung und wir können allen gerecht werden“, glaubt die Pädagogin, die vor zwei Jahren zu besten Lehrerin in Potsdam-Mittelmarks gewählt worden ist.

Das Steckenpferd der Schule ist die Berufsbildung – auf diesem Feld kooperiert sie mit 62 Betrieben in der Region. „Einzig die Polizei und die Bundeswehr, die häufig für Praktika von unseren Schülern gewünscht werden, kooperieren nicht“, bedauert Neupauer und hofft weiter auf Erfolg. Die engagierte Lehrerin ist von ihrer Schule überzeugt und hat trotzdem Angst, dass die neu entstehende Gesamtschule in Treuenbrietzen viele Schüler aus Brück abzieht. Immerhin werden im Augenblick noch 285 Schüler aus 46 Dörfern und Städten in elf Klassen unterrichtet.

An benachbarter Grundschule läuft Projekt seit Jahren

Unter ihnen sind auch verhaltensauffällige Schüler. „Hier wird Inklusion gelebt, ohne dass sie offiziell beantragt worden ist“, betont deshalb auch der Fachbereichsleiter Soziales im Amt Brück, Lars Nissen. Er weist auch darauf hin, dass das Projekt seit Jahren an der benachbarten Grundschule gefahren wird und es auf demselben Schulcampus dann eine logische Fortsetzung finden sollte. Das sahen auch die Stadtverordneten ähnlich.

Bürgermeister Matthias Schimanowski (Pro Brück) fordert die Unterstützung des Landes ein, da die Stadt Brück als Träger auch das Land Brandenburg unterstützt. So gibt es an der Schule eine Willkommensklasse, in der auch Schüler aus Bad Belzig und Seddin unterrichtet werden. „Bei der letzten Englischarbeit waren es zwei Flüchtlingskinder, die die besten Noten hatten“, berichtet Neupauer. Für sie ist auch dieses Ergebnis ein Beispiel gelungener Inklusion.

Oberschule seit 2005

Die Oberschule Brück am heutigen Standort wurde 1976 als Hans-Beimler-Schule eröffnet.

Ab 1990 wurde die Schule als Gesamtschule weitergeführt, seit 1995 war sie Ganztagsschule und zehn Jahre später erfolgte schließlich die Umwandlung zu einer Oberschule.

Der Versuch, gemeinsam mit Treuenbrietzen eine Gesamtschule zu etablieren, ist gescheitert.

In Brück gibt es in den Klassenstufen 7 bis 10 insgesamt elf Klassen und eine Willkommensklasse, die von 285 Schülern besucht werden.

31 Lehrkräfte und eine Schulsozialarbeiterin sind an der Schule tätig.

Bis Mittwoch mussten die Anträge für „Gemeinsames Lernen“ beim Bildungsministerium vorliegen, das dann über die Aufnahme ins Landeskonzept entscheidet. „Wir hoffen sehr darauf“, gibt sich Barbara Neupauer optimistisch. Der Antrag aus Brück ist schon längst in Potsdam.

Von Andreas Koska

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