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Güterfelde soll wieder Schlosspark bekommen

Obstbäume stehen Renaturierung im Weg Güterfelde soll wieder Schlosspark bekommen

Der vordere Teil des früheren Schlossparkes in Güterfelde soll zur Erholung der Einwohner und Besucher wieder hergestellt werden. Dafür setzen sich Ortsbeirat und Gemeindeverwaltung Stahnsdorf ein. Doch etwa 20 geschützte Obstbäume verhindern derzeit die Neugestaltung. Die Naturschutzbehörde des Landkreises soll den Schutzstatus aufheben.

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So sah der Park vor dem Schloss in Güterfelde in den 1950-er Jahren einmal aus.
 

Quelle: Privat

Güterfelde.  Geschützte Obstbäume blockieren die Neugestaltung des vorderen Teils des ehemaligen Schlossparks in Güterfelde. Während auf dem Gelände hinter dem Schloss eine Immobiliengesellschaft Wohnungen und Mehrfamilienhäuser errichtet, wollen der Ortsbeirat und die Gemeinde Stahnsdorf die Grünanlage zwischen dem Kreisverkehr und dem Gebäude für Einwohner und Besucher als Erholungsfläche wieder herrichten lassen. Den Vorentwurf eines Grünordnungsplanes „Schlosspark Güterfelde“ gibt es bereits – und damit auch die ersten Probleme.

Mit dem vorliegenden Plan orientieren sich die beauftragten Landschaftsarchitekten an der ursprünglichen Gestaltung des Parks durch Theodor Nietner – einem Schüler Peter Joseph Lennés. Nietner sei seinerzeit ein führender Hofgärtner gewesen, der private Landschaftgärten entworfen habe, sagte der Berliner Landschaftsgartengestalter Hartmut Teske in der jüngsten Sitzung des Stahnsdorfer Bauausschusses. Eine der wichtigsten Gärten habe sich in Güterfelde befunden. Die Pückler-Gesellschaft Berlin, der Teske angehört, würde es begrüßen, wenn sich wieder etwas Nietner in der Neugestaltung der Anlage finden ließe, sagte der Gartenarchitekt. Davon ist die brandenburgische Denkmalbehörde allerdings nicht so begeistert. Güterfelde solle kein „Klein-Sanssouci“ werden, schrieb sie in ihrer Stellungnahme zum Grünordnungsplan. Erschwerender für die Realisierung des Vorhabens wirkt sich aber das Votum der Naturschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark aus. Die Naturschützer haben die 20 Obstbäume ausgemacht, die auf der Wiese vor dem Schloss stehen, und sie als schützenswert eingestuft.

Die Gemeindeverwaltung Stahnsdorf soll nun bei der Kreisbehörde beantragen, den Schutzstatus für die Plantage aufzuheben, waren sich die Bauausschussmitglieder einig. Dann könnten die alten Bäume gerodet werden. Güterfeldes Ortsvorsteher Dietrich Huckshold (Wir Vier) schlug zudem die Erarbeitung eines Gutachtens über den Gesundheitszustand der Bäume vor, um daraus eine bestimmte Anzahl eventuell zu erhaltender Bäume ableiten zu können. Er hofft, dass sich die Kreisbehörde rasch entscheidet. Würde sie den Antrag der Gemeinde ablehnen, müsste überlegt werden, wie die Bäume in ein völlig neues Gestaltungskonzept integriert werden können.

Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung wird der Antrag an den Kreis gerade vorbereitet. Einen Auftrag an einen Baumgutachter macht die Verwaltung von der Antwort aus dem Landratsamt abhängig, sagte Gemeindesprecher Stephan Reitzig.

Der Güterfelder Naturschützer und Schlosspark-Kenner Peter Ernst regt eine Umpflanzung der Bäume auf eine Streuobstwiese in Stahnsdorf an, die vom BUND bewirtschaftet wird. Die Wiese sei um eine Fläche erweitert worden, die vorher vom Teltower Landwirt Axel Szilleweit genutzt wurde, sagt Ernst

In einer „Hau-ruck-Aktion“ hat es der Güterfelder Ortsbeirat mit der schnellen Hilfe eines Gemeindeangestellten gerade so noch geschafft, als ersten Schritt den Wildwuchs auf der Fläche noch vor Ende der Winterperiode beseitigen zu lassen. Nachdem Ende Februar der Gemeindehaushalt beschlossen worden war, hatte der Mitarbeiter rasch Angebote eingeholt und den Auftrag vergeben.

Die aktuelle Gestaltungsvariante würde etwa 160 000 Euro kosten. Ortsvorsteher Huckshold ist jedoch skeptisch, ob sich die Gemeinde auch die folgenden Pflegekosten leisten kann und ob der Park später auch so genutzt wird, dass er diesen Aufwand rechtfertigt. Huckshold schlägt eine bescheidenere Parkgestaltung vor.

Von Heinz Helwig

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