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Potsdam-Mittelmark Obstbauer legt mit NABU Streuobstwiese an
Lokales Potsdam-Mittelmark Obstbauer legt mit NABU Streuobstwiese an
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19:38 16.11.2017
Eröffneten die Streuobstwiese: Thomas Giese (Havelfrucht), Walter Kassin (Obst- und Gartenbauverein), Heidrun Schöning (Projektleiterin), Manuela Saß (Bürgermeisterin), Friedhelm Schmitz-Jersch (NABU-Landeschef) und Sigmar Wilhelm (Ortsvorsteher Glindow, v. l.) Quelle: H. Klix
Glindow

Auf einer Fläche an der Kreutzstraße in Glindow haben die Havelfrucht GmbH und der Landesverband Brandenburg des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) am Donnerstagmorgen eine neue Streuobstwiese offiziell eröffnet. Die Anlage grenzt an die Obstplantagen des Zulieferbetriebes für die Werder Frucht GmbH. Auf dem mehr als zwei Hektar großen Gelände sollen 190 meist hohe Apfel-, Kirsch- und Nussbäume gepflanzt werden. Die Streuobstwiese ist ein Projekt der Pro-Planet-Kampagne der Rewe-Group. Auch auf den benachbarten Flächen hat der Havelfrucht-Betrieb bereits Natur- und Artenschutzmaßnahmen innerhalb dieser Kampagne ausgeführt.

„Durch die Nähe zu diesen Obstanlagen steigt der ökologische Wert der Streuobstwiese, den sie an sich schon hat, im Biotopverbund noch einmal an“, sagt Projektleiterin Heidrun Schöning vom NABU. Vor dem Start am Donnerstag waren die Fläche in diesem Jahr beräumt, ein alter Schuppen abgerissen und das Gelände geebnet worden. Derzeit werden neue Zäune gesetzt.

„Bei der Auswahl der Bäume haben wir zuvor recherchiert, welche heimischen Obstarten und -sorten sich für diese Wiese eignen“, erklärt Schöning. Bei dieser Suche war die Wahl unter anderem auf alte Obsorten gefallen, wie beispielsweise „Prinz Albrecht von Preußen“, „Hasenkopf“ oder auch „Kaiser Wilhelm“. Die Bäume, die aus der Baumschule Nauen kommen, müssen fachgerecht gepflanzt, vor Verbiss und Windbruch geschützt und insbesondere in der Anwachsphase regelmäßig bewässert werden.

Auf Initiative des Havelfrucht-Geschäftsführers Thomas Giese sollen auf der Streuobstwiese auch Schafe weiden. Dabei haben er und Schöning an das Krainer Steinschaf gedacht, eine alte Schafrasse. Die Herde soll aus Mutterschafen und ihren Lämmern bestehen. Ein Schäfer wurde dafür ebenfalls schon gewonnen. Er hatte die Fläche besichtigt und sie für seine Herde als geeignet befunden. Zum Weiden sollen Teilflächen der Streuobstwiese zeitversetzt eingezäunt werden. „Würden die Schafe dauerhaft auf der ganzen Fläche weiden, kann diese durch die Hinterlassenschaften der Tiere überdüngt werden. Außerdem käme die Wiese insgesamt nicht zum Blühen“, befürchtet Schöning. Genau das aber sei das erklärte Ziel der Maßnahme. In Abstimmung mit dem Schäfer sei bereits im Frühjahr auf dem Areal eine mehrjährige Blühmischung ausgesät worden. Ein Unterstand für die Schafe und eine Tränke sollen noch aufgestellt werden.

Auch auf anderen tierischen Besuch richtet sich die Streuobstwiese ein. Sitzstangen für Greifvögel wurden bereits aufgestellt. Jetzt kommen noch ein großes Insektenhotel und kleinere Insektenkästen sowie Vogelnistkästen, Stein- und Holzhaufen dazu.

Durch ihre Lage am Ortsrand von Glindow lässt sich die Streuobstwiese auch gut für die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung nutzen, ist die NABU-Projektleiterin zuversichtlich. Schulen könnten auf der Wiese ihre Projekttage oder Vereine Informationsveranstaltungen zum ökologischen Wert der Streuobstwiese, zum Unterschied gegenüber anderen Obstanlagen, zu Honig- und Wildbienen oder zu anderen Artenschutzmaßnahmen sowie Baum- und Strauchschnittseminare durchführen. Ein weiterer Unterstand soll als Materiallager, Wetterschutz oder Verkaufsstand dienen. Unabhängig davon wird eine Tafel über Details der Streuobstwiese informieren, die zu gegebener Zeit jeweils ergänzt werden kann.

Als ein neues „Ausrufezeichen auf der Glindower Platte“ bezeichnet Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) das Projekt. Die Obstbauern würden sich bereits in vielfältiger Form um die natürliche Pflanzen- und Tierwelt kümmern. Die Streuobstwiese sei eine Konsequenz aus dem jüngsten Obstbausymposium, bei dem es unter anderem um alte Apfelsorten oder den Bioanbau gegangen sei.

Für die Streuobstwiese stehen 35 000 Euro bereit

Mit der Idee zu dieser Streuobstwiese wandte sich Havelfrucht-Geschäftsführer Thomas Giese bereits zu Beginn des vergangenen Jahres an den NABU Brandenburg.

Für dieses Projekt hat der NABU Brandenburg eine Summe von etwa 35 000 Euro angesetzt.

Die Havelfrucht GmbH in Glindow ist seit Ende 2011/Anfang 2012 Partner im Projekt Pro Planet der Rewe Group.

In dieser Zeit haben die Havelfrucht GmbH und der NABU Brandenburg gemeinsam mehrere tausend Wildgehölze und 147 hochstämmige Bäume gepflanzt.

Die Pflege der Streuobstwiese übernimmt der Glindower Obstbaubetrieb, der dazu mit weiteren Partnern zusammenarbeiten kann.

Der Obstanbaubetrieb ist mit knapp 136 Hektar Anbaufläche eines der größten Obstanbauunternehmen im Havelland. Er beschäftigt 65 Vollzeitkräfte und zeitweise rund 500 Saisonkräfte.

Pro Planet ist eine Kampagne der Rewe Group, mit der die Gruppe Lebensmittel, Gebrauchsartikel und Dienstleistungen kennzeichnet, die den Menschen und die Umwelt bei der Herstellung, Verarbeitung und Verwendung der Produkte deutlich weniger belasten als herkömmliche Waren.

Von Heinz Helwig

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