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Offene Fragen nach SEK-Einsatz bei Gortz

Polizisten erschießen bewaffneten Rentner Offene Fragen nach SEK-Einsatz bei Gortz

Nach einer Vermisstenmeldung macht sich die Polizei auf die Suche nach einem 64-Jährigen. In einem Wald bedroht der Mann die Beamten. Es fallen Schüsse. Am Ende ist der Rentner tot. Der genaue Hergang des Dramas ist jedoch noch ungeklärt, einige Fragen sind noch offen.

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Spurensuche im Wald.

Quelle: Julian Stähle

Beetzseeheide. Er ging in den Wald, um sich selbst zu richten. Am Ende trafen ihn die tödlichen Kugeln der Polizei. Ein 64-Jahre alter Mann aus Brandenburg an der Havel wurde am Mittwochmittag in einem Kiefernforst zwischen Ketzür und Gortz (Potsdam-Mittelmark) von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei erschossen. Ein Notarzt konnte am Schauplatz des schaurigen Ereignisses nur noch den Tod des bewaffneten Rentners feststellen. Wie das Brandenburger Polizeipräsidium mitteilte, dauern die Ermittlungen zu den Umständen des Schusswaffengebrauchs an.

Wenig Details bekannt

Mit Details hält sich die Behörde in Potsdam noch zurück. Doch soviel steht wohl fest: Der Fall hat keinen ausländischen oder gar terroristischen Hintergrund. „Aber der Mann deutscher Herkunft hatte augenscheinlich eine Pistole bei sich, die er mehrfach auf Polizisten richtete“, bestätigte eine Präsidiumssprecherin dieser Zeitung. Das Drama begann bereits in den Vormittagsstunden, als die Polizei Suchmaßnahmen nach dem Rentner durchführte. Er war zuvor von Angehörigen in der Polizeiinspektion Brandenburg als vermisst gemeldet worden. Die Behörde war alarmiert, weil der Brandenburger Selbsttötungsabsichten geäußert haben soll.

Der tote Rentner wird aus dem Wald geholt

Der tote Rentner wird aus dem Wald geholt..

Quelle: Julian Stähle

Böse Überraschung

Im Rahmen der Suchaktion entdeckten die Einsatzkräfte den Vermissten am Rande der Gortzer Heide, einem großen Waldgebiet an der Kreisgrenze zum Havelland. Doch als sich die Beamten dem Gesuchten in guter Absicht näherten, um ihn von seinen Suizidgedanken abzubringen, erlebten sie eine böse Überraschung. Der lebensmüde Rentner richtete seine Waffe auf die Gesetzeshüter.

Nach dem bisherigen Stand der Befragungen zogen daraufhin die Beamten ihre Dienstpistolen und forderten den Brandenburger zum Ablegen seiner Waffe auf. Doch dieser dachte nicht daran, den Anweisungen der Polizei zu folgen. Sekunden später fielen erste Schüsse. Dabei wurde der bewaffnete Rentner am Oberschenkel getroffen. „Die Verletzung war offenbar leicht. Denn der Mann trat die Flucht an“, hieß es aus dem Polizeipräsidium. Die Behörde teilte nichts darüber mit, ob auch der 64-Jährige tatsächlich aus seiner Waffe in Richtung Polizisten gefeuert hat.

Die Ermittlungen vor Ort liefen auch am Mittwochmittag noch

Die Ermittlungen vor Ort liefen auch am Mittwochmittag noch.

Quelle: Julian Stähle

SEK angefordert

Während der Rentner flüchtete, wurde aus Potsdam-Eiche ein Spezialeinsatzkommando nach Gortz beordert, um die örtlichen Beamten zu unterstützen. Es gelang den Brandenburger Elite-Polizisten den Flüchtigen im Wald zu stellen. Doch bei seiner Festnahme soll der bewaffnete Rentner seine Pistole auf die SEK-Beamten gerichtet haben. Die Polizisten antworteten mit dem Gebrauch ihrer Schusswaffen. Tödlich getroffen brach der Rentner etwas unterhalb des 66 Meter hohen Broseckenberges zusammen. Für ihn gab es keine Rettung mehr.

Unbemerktes Drama

Die tödlichen Kugeln, die den unberechenbar gewordenen Brandenburger trafen, wurden gegen 12 Uhr abgefeuert. Es waren zwei Schüsse, die Ohrenzeugen in der Feldmark zwischen Gortz und Ketzür hören konnten. In den Ortslagen blieb das Drama weitgehend unbemerkt. Nur der am Himmel kreisende Polizeihubschrauber zog viele Blicke auf sich. Gemeindebürgermeister Eberhard Pinkpank zeigte sich bestürzt über das Geschehen in der sonst so ruhigen Region westlich vom Beetzsee. „Schreckliche Sache. Aber im Dorf habe ich nichts mitbekommen.“ Die Polizei hatte die Zufahrt zum Waldstück weiträumig abgesperrt. Nur der Arzt und ein Rettungswagen aus der Rettungswache Bollmannsruh durften passieren.

Von Frank Bürstenbinder

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