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Offensive für sozialen Wohnungsbau

Teltow Offensive für sozialen Wohnungsbau

Die Stadt Teltow wächst und wächst. Die Stadtverordneten suchen nun nach Modellen, dass auch in Zukunft barrierefreies und sozialverträgliches Wohnen möglich ist. In den Fokus geraten jetzt auch Senioren, die in großen Wohnungen leben. Ihnen soll ein Wechsel in kleinere Wohnungen nun schmackhaft gemacht werden.

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Michael Kuschel ist Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Teltow.

Quelle: Stephan Laude

Teltow. „Ältere Mieter, die schon länger in größeren Wohnungen der WGT wohnen, ziehen nicht in kleinere Einheiten um, weil sie dann für weniger Quadratmeter mehr zahlen müssten. Dadurch werden die großen Wohnungen nicht für Familien frei“, befürchtet Marc Bomhoff (SPD) in der jüngsten Sitzung der Teltower Stadtverordnetensitzung. Seiner Fraktion seien mehrere Fälle bekannt, in denen ein Wechsel tatsächlich daran scheiterte, dass keine entsprechenden Angebote unterbreitet wurden, ergänzte er.

Michael Kuschel, Geschäftsführer der Wohnungsbausgesellschaft Teltow (WGT), hatte bereits in der Beantwortung einer Anfrage im Herbst erklärt, ihm sei hingegen kein Fall bekannt geworden, in dem eine Mietpartei wegen des Fehlens von Sonderkonditionen auf einen Umzug verzichten hätte müssen. Auch würden die Wohnungen bei einem Mieterwechsel umfangreich instandgesetzt und modernisiert werden, was in der Regel zu Kosten von bis zu 20 000 Euro pro Wohnung führe und eine deutliche Qualitätsverbesserung bringe.

Regelung soll nicht nur Härtefälle betreffen

Aus diesem Grund würden bisher die im Bestand umziehenden Mieter eine höhere Neuvertragsmiete auch akzeptieren. Er plädiere dafür, Sonderkonditionen auf einzelne Härtefälle zu begrenzen, halte aber den Erlass der ersten beiden Monatsnettokaltmieten als Umzugsbeihilfe für realisierbar, so Kuschel. Nun liegt es an der Verwaltung, bis 11. April noch weitere Ideen auf den Tisch zu legen: Auf Antrag der SPD wurde einstimmig beschlossen, dass sie Modelle vorschlagen soll, wie WGT-Mieter zu einem Umzug in eine kleinere Wohnung motiviert werden könnten.

Die WGT verwaltet in der Stadt insgesamt 1550 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Fast die Hälfte davon sind Zwei-Raum-Wohnungen, zehn Prozent haben nur ein Zimmer, etwas unter ein Drittel hat drei Räume und etwas mehr als zehn Prozent haben vier oder fünf Räume. Neben den Erdgeschosswohnungen sind 240 Einheiten (15,3 Prozent) barrierearm – über nicht mehr als eine halbe Treppe erreichbar –, 96 Wohnungen (6,1 Prozent) sind barrierefrei. Bis Ende 2019 sollen weitere 20 barrierefreie Wohnungen in Neubauten errichtet werden. Im Wohngebiet in der Neuen Wohnstadt werden barrierefreie Zwei-Raum-Seniorenwohnungen in der Größe von 44 bis 58 Quadratmetern angeboten, die Nettokaltmiete wird hier mit acht Euro angegeben. Vier-Raum-Wohnungen gibt es bei der WGT bereits ab 5,62 Euro.

Wie viele Wohnungen braucht Teltow?

Ebenfalls von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde, dass ein Planungsbüro den generellen sozialen Wohnraumbedarf in Teltow ermitteln soll. Dafür werden 12 500 Euro außerplanmäßige Haushaltsmittel genehmigt. Laut Vizebürgermeisterin Beate Rietz ist der Hintergrund, „dass Investoren künftig rechtssicher verpflichtet werden sollen, einen bestimmten Anteil ihrer Wohnungen sozialverträglich zu bauen, wie auch Potsdam es macht.“ Die Feststellung des Bedarfs müsse daher dringend passieren, „sonst haben wir vorher nichts mehr zu bebauen.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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