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Potsdam-Mittelmark Ohne Meister weniger Karpfen im Netz
Lokales Potsdam-Mittelmark Ohne Meister weniger Karpfen im Netz
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00:23 06.01.2016
Nick Berner hofft, dass sein Vater bald wieder mit im Boot sitzt. Quelle: Greiner
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Werder

Zum Jahreswechsel herrscht jedes Jahr Hochbetrieb in der Fischerei von Wolfgang Berner am Großen Zernsee in Werder. Das war auch diesmal so. Familien aus Potsdam, Berlin und Werder verließen in den vergangenen Tagen mit vollen Taschen den Hofladen des Fischereibetriebes am idyllischen Ufer des Großen Zernsees. Zuvor hatten noch Karpfen und Hechte im Bassin oder im Netz gezappelt, kamen die Forellen aus dem Räucherofen. Schließlich landeten insgesamt fast 500 Kilogramm Fisch vom Werderaner Familienbetrieb in die Einkaufsnetze und später zum Fest auf den Tisch. Der gefragte Havelzander war oft gewünscht, aber schnell ausverkauft. Die warmen Temperaturen der vergangenen Wochen waren nicht sein Wohlfühlklima, dementsprechend mager fiel der Fang aus.

„Das vergangene Jahr war für uns überhaupt hart, denn mein Vater, der Fischermeister, hat im Mai einen Schlaganfall erlitten“, sagt der Junior Nick . „Ich bin eingesprungen, habe schließlich selbst auch Fischer gelernt, damit der Betrieb weitergeführt werden kann.“ Die Familie wünscht sich unter diesen Umständen nichts sehnlicher, als dass Vater Berner nach seiner Reha und Genesung wieder die Netze auswerfen kann. Der letzte Tag der Baumblüte in Werder 2015 am 3. Mai war für die Berners ein schwarzer Tag. „Inzwischen geht es meinem Vater zum Glück wieder besser, aber die Ausfahrten mit dem Boot fehlen ihm sehr – und noch mehr die Glücksgefühle, wenn ein 22 Kilogramm schwerer Karpfen im Netz zappelt“, sagt der 41-jährige Junior.

Der 63-jährige Senior fischt seit 1967 in der Havel, arbeitete früher in der Genossenschaft. Nach der Wende gründete er den eigenen Betrieb und kaufte von der Genossenschaft das drei Hektar große Grundstück am Zernsee. Den Schritt hat die Familie nie bereut, erzählt Nick Berner. „Und das obwohl die Supermärkte uns Fischern das Leben alles andere als leicht machen.“ Aber nach den Worten des Juniors fischt der Betrieb im Vergleich zu den Vorjahren wieder öfter Aale aus den Havelseen. „Ob die in Potsdam in der Vergangenheit ausgesetzten Jungaale Grund für die Entwicklung sind, kann ich nicht genau sagen“, meint Nick Berner. Stolz ist die Familie darauf, dass ihr Laden zu den besten Fischgeschäften in Deutschland gehört. Dies bestätigte den Berners das Gourmet-Journal „Der Feinschmecker“.

Doch der Hof an der Phöbener Chaussee hat nicht nur frischen Fisch zu bieten, sondern neben schönen Ausblicken auf den Zernsee auch eine Teichanlage, wo Karpfen, Forellen und Welse ungestört zu Prachtstücken heranwachsen können. „Und natürlich können sie von unseren zahlreichen Kunden auf Wunsch auch geangelt werden, verschiedene Angelruten leihen wir gerne aus“, sagt der Junior.

Aber die Kormorane machen den Werderaner Fischern noch immer zu schaffen, ganz gleich, ob sie in der Havel oder auf dem Plessower See fischen. Die Vögel verputzen reichlich Fisch an einem Tag – am liebsten Aal. Auf die gefräßigen Tiere können die Berners gerne verzichten. Dies um so mehr, wenn der noch kranke Senior schon heute vom nächsten großen Fang in seinem Revier träumt.

Von Regine Greiner

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