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Ohne Partner in der Armutsfalle

Bad Belzig Ohne Partner in der Armutsfalle

Vielen alleinerziehenden Eltern droht die Armutsfalle. Vorwiegend Mütter stehen dabei auch im Fläming vor besonderen Problemen. Das ist bei einer Frühstücksrunde mit Betroffenen und Netzwerkpartnern in Bad Belzig deutlich geworden, zu der die Arbeiterwohlfahrt im Rahmen ihrer Aktionswoche eingeladen hat.

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Diskussion in Frühstücksrunde: Gitta Wiltzer kennt die Sorgen alleinerziehender und junger Mütter wie Larissa Göricke (li.) und Jaqueline Thon (2. v. r).

Quelle: Thomas Wachs

Bad Belzig. Alleinerziehende Eltern haben besondere Probleme. Das wird am Montagmorgen bei einer Gesprächsrunde im Bad Belziger Familienzentrum an der Kindertagesstätte „Tausendfüßler“ deutlich. Dorthin hat der Bezirksverband Potsdam der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Gesprächspartner und Betroffene aus der Region eingeladen.

Aktionswoche in der ganzen Region

Aktuell widmet die AWO eine ganze Woche dem Thema „Armutsfalle alleinerziehend“. Betroffene kommen dabei mit Politikern, Institutionen, Fachkräften, Netzwerkpartnern und ehrenamtlichen Akteuren ins Gespräch, um Lösungen für diese vielfältigen Alltagsprobleme zu suchen. Immerhin gebe es in Deutschland mehr als 1,5 Millionen alleinerziehende Mütter und rund 157 000 alleinerziehende Väter. Das ist jede fünfte Familie. Im Land Brandenburg sind laut AWO fast 84 000 Kinder und Jugendliche im Alter bis 18 Jahre von Armut bedroht. Das ist jedes vierte Kind. Viele davon leben in Familien mit nur einem Elternteil.

AWO-Chefin Angela Basekow (Mitte) lud den Potsdamer Bundestagsabgeordneten Norbert Müller (Die Linke) am Montag zur Gesprächsrunde ins Bad Belz

AWO-Chefin Angela Basekow (Mitte) lud den Potsdamer Bundestagsabgeordneten Norbert Müller (Die Linke) am Montag zur Gesprächsrunde ins Bad Belziger Familienzentrum.

Quelle: Thomas Wachs

Zum Bad Belziger „Frühstück für Alleinerziehende“ begrüßt Angela Basekow, Geschäftsführerin des AWO-Bezirksverbandes Potsdam, den Bundestagsabgeordneten Norbert Müller (Die Linke). Der 31-jährige Potsdamer erfährt dort von Gitta Wiltzer, die beim Kinderförderverein Wir das Projekt „Junge Mütter“ betreut, dass gerade Alleinerziehende, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, oft an bürokratischen Hürden für die Unterstützung scheitern. Weitere Probleme sind bezahlbare Wohnungen und Arbeitsangebote, die die Situation alleinstehender Eltern berücksichtigen. Große Probleme bereiten zudem die vielerorts fehlenden Kindergartenplätze. „Ich würde gerne arbeiten gehen, habe aber noch keinen Platz in Aussicht für mein jüngstes Kind, das bald ein Jahr alt ist“, erzählt die 30-jährige Jaqueline Thon aus Bad Belzig. Norbert Müller rät, den Verdienstausfall einzuklagen. „Das fürchten Kommunen, die den gesetzlichen Anspruch auf Betreuungsplätze gewährleisten müssen.“

Zu wenig Anerkennung und Gleichstellung

Angela Basekow fordert mehr Anerkennung und Gleichstellung für Alleinerziehende. „Viele wissen nicht, was wir leisten und glauben, dass wir gar nicht arbeiten wollen“, sagt Jaqueline Thon. Sie erzieht allein drei Kinder von elf und fünf Jahren sowie elf Monaten.

„Ich bin immer auf andere angewiesen – das belastet“, sagt Larissa Göricke aus Treuenbrietzen. Sie kämpft mit Unterstützung von Gitta Wiltzer nun bei der Arbeitsagentur um einen Zuschuss zum Führerschein. Für ihren Sohn hat die 18-Jährige, die eine Ausbildung starten möchte, aktuell nur einen Betreuungsplatz bei einer Tagesmutter im Dorf Zeuden in Aussicht.

Von Thomas Wachs

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