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Olympia 1932 in Los Angeles war besonders

Sporthistoriker Volker Kluge klärt auf Olympia 1932 in Los Angeles war besonders

Die olympischen Spiele 1932 in Los Angeles fanden mitten in der Weltwirtschaftskrise statt. Vielen Staaten war es kaum möglich, eine große Anzahl von Sportlern in die USA zu schicken. Auch Deutschland schickte nicht annähend so viele Athleten wie noch vier Jahre zuvor. Die Schwimmer waren ganz schwach vertreten, die Ruderer dagegen stärker – zum Glück mit Horst Hoeck.

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Horst Hoeck in den Nachkriegsjahren – links seine aufgetauchte Goldmedaille.

Quelle: Gemeindeamt/ Volker Kluge

Potsdam. Sporthistoriker Volker Kluge gab am Dienstag den entscheidenden Hinweis auf die Identität von Horst Hoeck. Kluge ist Herausgeber des „Journal of Olympic History“ aus Berlin, ein ausgewiesener Kenner der olympischen Geschichte und Autor mehrerer Bücher zu verschiedenen Sportthemen. Wir haben ihn zu dem sensationellen Fund einer Goldmedaille von 1932 in Kleinmachnow befragt.

Ruderer Horst Hoeck gewann seine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen von 1932 in Los Angeles. Was ist das Besondere an diesen Spielen?

1932 bestand die Weltwirtschaftskrise, die mit dem New Yorker Börsencrash im Oktober 1929 begonnen hatte, in vielen Ländern fort. Kaum einem Staat war es möglich, eine Olympiamannschaft in üblicher Kaderstärke in die USA zu schicken. Einige konnten gar nicht teilnehmen. Die Schweiz zum Beispiel schickte nur einen Turner. Der gewann am Ende aber eine Silbermedaille.

Auch der deutsche Kader war stark dezimiert?

Ja, aus der Weimarer Republik reisten nur 83 Aktive an. Hinzu kamen natürlich noch Funktionäre und Reservisten. Aktiv an den Wettkämpfen beteiligt waren aber nur diese 83.

Vor der Krise, bei den Olympischen Sommerspielen von 1928, hatten noch 215 Deutsche teilgenommen. Zwar muss man sagen, dass diese Spiele in Amsterdam stattfanden, die Anreise insofern nicht annähernd so aufwendig gewesen war, aber die aus europäischer Sicht in Übersee stattfindenden Spiele von 1932 überforderten die meisten Verbände grundlegend. Finanziell und logistisch. Dafür waren süd- und mittelamerikanische Staaten etwas besser vertreten.

Wie schlug sich die deutsche Mannschaft?

Ganze Sportarten waren nicht besetzt. So konnte zum Beispiel nur ein Schwimmer mitgenommen werden, dafür aber die komplette Wasserball-Mannschaft – die dann auch die Silbermedaille holte. Einige der Sportler zahlten ihre Reisekosten selbst. Sonst hätten auch sie zuhause bleiben müssen. Gut besetzt waren die Ruderer. Die kamen aus Berlin und Mannheim.

Insgesamt gab es fünf erste Plätze für Deutschland: drei in sportlichen Disziplinen (Ringen, Rudern, Gewichtheben), einen in der Alpinistik und einen in den olympischen Kunstwettbewerben, die damals noch dazugehörten.

Von Marcel Kierf

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