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Olympia-Gold gehörte einem Ruderer

Sensationsfund in Kleinmachnow Olympia-Gold gehörte einem Ruderer

Das Rätsel um die eingemauerte Goldmedaille aus Kleinmachnow ist gelöst. Das Olympiagold gehörte Horst Hoeck. Der war Ruderer und erhielt die Trophäe für den Sieg des Vierers mit Steuermann bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles. Das Versteck war einst im Besitz seines Schwiegervaters, 1945 musste Hoeck aber Hals über Kopf fliehen.

Kleinmachnow Medonstraße 11a 52.41251 13.24483
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Weiter Ausschnitt, lange Hose: Ruderer Hoeck inmitten seiner Mannschaft.

Quelle: Volker Kluge

Kleinmachnow. Das Rätsel ist gelöst. Ruderer Horst Hoeck war es, der seine olympische Goldmedaille in der Medonstraße 11a einmauerte und dann auf der Flucht zurücklassen musste. Da ist sich Volker Kluge, Herausgeber des Journal of Olympic History, sicher. Und er hat Belege für seine Theorie: Hoeck, der im Vierer mit Steuermann 1932 olympisches Gold in Los Angeles gewonnen hatte, arbeitete als Betriebsdirektor in der Teltower Biomalz-Fabrik des Traditionsunternehmens Gesellschaft Gebrüder Patermann. Seine zweite Frau Ingrid war die Tochter von Dr. Werner Brune, dem damaligen Besitzer des Hauses in der Medonstraße 11a. In dem Gebäude, das heute die Kita „Waldhäuschen“ beherbergt, ist gerade der hinter einer Wand versteckte Tresor mit der verschollenen Goldmedaille bei Sanierungsarbeiten gefunden worden.

Horst Hoeck (2vr) und der deutsche Vierer mit Steuermann bei einem Lauf bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles

Horst Hoeck (2.v.r.) und der deutsche Vierer mit Steuermann bei einem Lauf bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles.

Quelle: imago

Eine Lebensgeschichte wie ein Thriller

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieb Horst Hoeck Betriebsleiter in Teltow. Ab 1945 liest sich seine Lebensgeschichte wie ein Thriller: Die Sowjetische Militäradministration beauftragt ihn, die Lebensmittel- und Getränkeversorgung Ost-Berlins zu organisieren. Doch Hoeck lehnt ab – „mit einer politisch gedankenlosen Bemerkung“, wie es in einer historischen Quelle heißt. Er wird inhaftiert und soll in einem Schauprozess angeklagt werden. Während eines Fluchtversuches wir Hoeck schwer verletzt und ins Krankenhaus verlegt. Dann tritt seine Frau Ingrid auf den Plan. Sie hat einen West-Berliner Rettungswagen dabei, befreit den Verletzten und beiden gelingt die Flucht in den Westteil der zerstörten deutschen Hauptstadt.

Fundstück in  Kleinmachnow

Fundstück in Kleinmachnow: Die gefundene Medaille wurde 1932 Olympioniken Hoeck um den Hals gehängt.

Quelle: Gemeindeamt

Hoecks Gaststätte existiert noch heute

Dort bemüht sich Hoeck um den Wiederaufbau der Traditionsgaststätte seines Vaters Wilhelm Hoeck in der Wilmersdorfer Straße 149. Das 1892 gegründete Lokal, das an derselben Adresse unter neuer Bewirtschaftung noch immer unter dem Namen „Wilhelm Hoeck 1892“ existiert, war im Zweiten Weltkrieg nur leicht beschädigt worden. Horst Hoeck übernimmt die Geschäfte und führt die Gaststätte bis kurz vor seinem Tod im Jahre 1969.

Nach seiner Flucht in den Westen führte Horst Hoeck in den 50ern und 60ern bis kurz vor seinem Tod eine Gaststätte in Berlin-Charlottenburg

Nach seiner Flucht in den Westen führte Horst Hoeck in den 50ern und 60ern bis kurz vor seinem Tod eine Gaststätte in Berlin-Charlottenburg.

Quelle: Volker Kluge

Nachkommen Horst Hoecks haben sich bisher nicht gemeldet. Er war dreimal verheiratet und Vater mehrerer Kinder.

Von Marcel Kirf

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