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Ortsbeiratswahl im geteilten Dorf

Lübnitz Ortsbeiratswahl im geteilten Dorf

In Lübnitz wird Sonntag gewählt. Nachdem die bisherigen Mitglieder des bisher zweiköpfigen Ortsbeirates nicht mehr zusammenarbeiten konnten, ringen Birgit Pfeiffer und Vera Nahrath nun mit verschiedenen Listen um die Mehrheit im künftig dreiköpfigen Gremium. Der Wettbewerb steht symbolisch für den Riss, der durch das Dorf bei Bad Belzig geht.

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Vera Nahrath möchte wieder in den Ortsbeirat einziehen.

Quelle: Christiane Sommer

Lübnitz. „Der Höhepunkt meiner bisherigen Amtszeit war das Ortsjubiläum 2014“, sagt Birgit Pfeiffer. Sie ist amtierende Ortsvorsteherin. Ob die 54-Jährige auch künftig die Geschicke der Dorfgemeinschaft lenken wird, entscheidet sich am Wochenende. Die knapp 150 Wahlberechtigten, die außer der Reihe am Sonntag an die Urne gebeten werden, haben maßgeblichen Einfluss darauf. Sie entscheiden über die Zusammensetzung des neuen Ortsbeirates.

Vera Narath, bislang stellvertretende Dorfchefin, hatte im Spätsommer ihren Rückzug aus dem ohnehin nur zweiköpfigen Gremium erklärt. Jetzt treten die beiden Frauen erneut an und wollen Verantwortung für das Dorf übernehmen. Unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten ob eines lange schwelenden Konfliktes waren die Ursache, wie es von beiden Seiten bestätigt wurde. Nun könnten mit der Neuwahl klarere Verhältnisse geschaffen werden.

Sechs Kandidaten auf zwei Listen

Nach Aussage von Heinz Friese, Wahl- und Hauptamtsleiter in der Stadt Bad Belzig, stellen sich insgesamt sechs Kandidaten zur Wahl. Für die Wählergruppe „Lübnitz“ treten Birgit Pfeiffer und Dirk Herrmann an. In der Wählergruppe „Interessengemeinschaft Lübnitz“ hoffen Vera Nahrath, Franziska Nowak, Martina Helm und Robert Warnke auf viel Zuspruch.

Seit 2003 im Dorf zu Hause, gehört Vera Narath zu denen, die den örtlichen Dorfverein aus der Taufe hoben. Mit dem Ziel, dass er die verschiedenen Initiativen und vielfältigen Ideen der Dorfgemeinschaft unterstützend zu befördern. Die Heilpraktikerin erzählt in diesem Zusammenhang von Dorffesten, Themenabenden und mehr. Aber die 48-Jährige berichtet auch davon, dass die Einwohnerschaft nicht zueinander findet und ihrer Einschätzung nach die freiwillige Feuerwehr im Ort eher gegen- als miteinander arbeitet. Sie beklagt, dass es am Verständnis füreinander mangelt. „Umso mehr habe ich mich gefreut, dass unsere Wählergruppe so stark geworden ist. Alle Kandidaten sind auf mich zugekommen“, sagt Nahrath. Mit Blick auf die unterschiedlichen Interessenlagen erläutert sie: „Deshalb heißt unserer Wählergruppe auch Interessengemeinschaft.“ Deren Ziel sei es, das Dorfleben künftig für alle Bewohner attraktiv und angenehm zu gestalten. Das Miteinander der Generationen soll dabei genauso angekurbelt werden wie das von Dorfverein und Feuerwehr. „Dabei muss man auch persönliche Vorbehalte zurückstellen lernen“, so die ausgebildet Sozialarbeiterin. Sie hofft, dass alle Belange berücksichtigt werden und nötigenfalls vermittelt wird.

Jeder hat drei Stimmen

Das Wahllokal wird im Dorfgemeinschaftshaus Lübnitz eingerichtet. Es hat am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Für den Ortsbeirat sind drei Mandate zu vergeben. Jeder Wähler hat drei Stimmen. Diese können einem oder mehreren Bewerbern gegeben werden.

Bei einer Abgabe von mehr als drei Stimmen sind alle abgegebenen Stimmen ungültig. Weniger Kreuze sind möglich.

Gleich nach Schließung des Wahllokals wird ausgezählt.

Dazu bringt Wahl- und Hauptamtsleiter von Bad Belzig, Heinz Friese, auch die abgegeben Stimmzettel der Briefwähler mit.

Birgit Pfeiffer bestätigt die schwierige Situation im Dorf, das in zwei Lager geteilt sei. In die Alteingesessene und Zugezogene. Die 54-Jährige steht lediglich mit Dirk Herrmann, auch schon einmal Ortschef war,. auf der Liste. Dennoch hofft sie auf den Chefposten im Dorfparlament. „Mehr Mitstreiter konnte ich nicht gewinnen. Das ist natürlich schade“, sagte die Ortsvorsteherin. Sie kann durchaus Ergebnisse vorzeigen. Vom neu aufgestellten Gemeindeschuppen bis hin zum Rasentraktor, der teils über Spenden finanziert worden. Eine Aktivierung des Dorflebens, der Traditionspflege und die weitere Ortsentwicklung nennt sie als wichtige Punkte in ihrem Programm.

Ortsvorsteherwahl am 8. Februar

Der dreiköpfige Ortsbeirat, den die Lübnitzer am Sonntag wählen, wird bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode 2019 im Amt sein. Den Ortsvorsteher benennen die drei aus ihrer Mitte. Die konstituierende Sitzung des Gremiums ist für den 8. Februar angekündigt.

Von Christiane Sommer

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