Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Ortschef zwischen drei Stühlen

MAZ zu Hause ... in Plötzin Ortschef zwischen drei Stühlen

Ortsvorsteher Dirk Lutze hat es nicht leicht im dreigeteilten Ortsteil Plötzin. Die Dörfer unter einen Hut zu bekommen, sei keine leichte Aufgabe, wie er verrät. Vereine halten die Gemeinschaft am Leben, Plessow kämpfte gemeinsam gegen einen Sendemast, aber trotz aller Bemühungen gibt es noch einige Baustellen. Die größte ist das Plessower Feuerwehrdepot.

Voriger Artikel
Tragödie auf Segelflugplatz bleibt ungeklärt
Nächster Artikel
Quartiere gegen Heimatflucht

Seit 2014 ist Dirk Lutze Ortsvorsteher in Plötzin und versucht mit aller Kraft, drei Dörfer unter einen Hut zu bekommen.

Quelle: Luise Fröhlich

Plötzin. Dirk Lutze steht zwischen den Stühlen, und zwar in mehrererlei Hinsicht. Seit knapp drei Jahren kämpft er als Ortsvorsteher (parteilos) dafür, dass Plessow, Plötzin und Neu-Plötzin zusammenhalten. „Die knapp 1000 Seelen verlangen nicht viel, aber jedes Dorf hat seine eigenen Bedürfnisse“, sagt der 57-Jährige. Die unter einen Hut zu bekommen, wenn es etwa um die Aufteilung der finanziellen Zuwendungen des Ortsbeirates geht, sei schwierig. Ehrenamtlich bekleidet der Diplom-Gartenbauingenieur den Ortschef-Posten neben seinem Leben als Familienvater und Ehemann und neben seinem Beruf als Geschäftsführer der eigenen Garten- und Landschaftsbaufirma.

Nachdem Lutze als junger Mann bei der SED engagiert war, wollte er sich eigentlich „nicht mehr vor den politischen Karren spannen lassen“, wie er sagt. Doch es kam, wie so oft im Leben, anders. Als der Streit um den Funkmast in Plessow vor sieben Jahren tobte, war Lutze Organisator der Bürgerinitiative, deren Aktivitäten von Erfolg gekrönt waren. Anstatt mitten im Dorf steht der Sendemast nun außerhalb. „Aus dieser Sache heraus bin ich dann angesprochen worden, als es um die Ortsvorsteher-Wahl ging“, erzählt der Mann, der ursprünglich aus Glindow stammt und 1992 nach Plessow zog. Den Ort kennt er dank seiner Zeit als Bereichsleiter bei der GPG Obstproduktion Werder schon länger.

Gute Nachbarschaft zeichnet die Dörfer aus

Lutze versteht sich als Bindeglied zwischen den Menschen aus dem Ortsteil und der Verwaltung und versucht, die Sorgen seiner Bürger an die Stadt heranzutragen. Selbstkritisch gibt er zu, dass er mehr erreichen wollte. Dreh- und Angelpunkt des Dialogs mit der Stadt Werder sind für Lutze die Ortsbeiratssitzungen. Daher ermutigt er seine Plötziner immer wieder, mit ihren Sorgen und Nöten dorthin zu kommen. Stets dabei sind Vorstandsmitglieder der Vereine und die Ortswehrführer der Feuerwehren. Kegel-, Angel-, Feuerwehr- und Heimatvereine sind die tragenden Säulen des Dorflebens.

Der Ortsvorsteher lobt zudem die enge Zusammenarbeit mit dem benachbarten Tannenhof und dem Obsthof Lindicke. „Was die Dörfer ausmacht, ist das Nachbarschaftsverhältnis. Wenn man Hilfe braucht, ist jemand da und auch die Zugezogenen sind gut integriert“, sagt Lutze. Trotz aller Bemühungen gibt es im Ortsteil noch einige Baustellen, aber „auf dem Dorf backt man kleinere Brötchen“, so Lutze. Seit Beginn seiner Amtszeit kämpft er beispielsweise für eine Verkehrsberuhigung auf der Plessower Hauptstraße. An Tempo 30 würden sich speziell die Azubis der Zollschule nicht halten. Gehwege gibt es keine. Zudem würde er sich wünschen, dass mehr Bauland geschaffen wird, denn momentan gebe es kaum noch bebaubare Flächen. „Das wichtigste ist aber, dass wir in absehbarer Zeit ein neues Feuerwehrdepot für Plessow bekommen. Das ist unsere größte Baustelle“, erklärt Lutze.

Von Luise Fröhlich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg