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Potsdam-Mittelmark Ortschef zwischen drei Stühlen
Lokales Potsdam-Mittelmark Ortschef zwischen drei Stühlen
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17:28 23.03.2017
Seit 2014 ist Dirk Lutze Ortsvorsteher in Plötzin und versucht mit aller Kraft, drei Dörfer unter einen Hut zu bekommen. Quelle: Luise Fröhlich
Plötzin

Dirk Lutze steht zwischen den Stühlen, und zwar in mehrererlei Hinsicht. Seit knapp drei Jahren kämpft er als Ortsvorsteher (parteilos) dafür, dass Plessow, Plötzin und Neu-Plötzin zusammenhalten. „Die knapp 1000 Seelen verlangen nicht viel, aber jedes Dorf hat seine eigenen Bedürfnisse“, sagt der 57-Jährige. Die unter einen Hut zu bekommen, wenn es etwa um die Aufteilung der finanziellen Zuwendungen des Ortsbeirates geht, sei schwierig. Ehrenamtlich bekleidet der Diplom-Gartenbauingenieur den Ortschef-Posten neben seinem Leben als Familienvater und Ehemann und neben seinem Beruf als Geschäftsführer der eigenen Garten- und Landschaftsbaufirma.

Nachdem Lutze als junger Mann bei der SED engagiert war, wollte er sich eigentlich „nicht mehr vor den politischen Karren spannen lassen“, wie er sagt. Doch es kam, wie so oft im Leben, anders. Als der Streit um den Funkmast in Plessow vor sieben Jahren tobte, war Lutze Organisator der Bürgerinitiative, deren Aktivitäten von Erfolg gekrönt waren. Anstatt mitten im Dorf steht der Sendemast nun außerhalb. „Aus dieser Sache heraus bin ich dann angesprochen worden, als es um die Ortsvorsteher-Wahl ging“, erzählt der Mann, der ursprünglich aus Glindow stammt und 1992 nach Plessow zog. Den Ort kennt er dank seiner Zeit als Bereichsleiter bei der GPG Obstproduktion Werder schon länger.

Gute Nachbarschaft zeichnet die Dörfer aus

Lutze versteht sich als Bindeglied zwischen den Menschen aus dem Ortsteil und der Verwaltung und versucht, die Sorgen seiner Bürger an die Stadt heranzutragen. Selbstkritisch gibt er zu, dass er mehr erreichen wollte. Dreh- und Angelpunkt des Dialogs mit der Stadt Werder sind für Lutze die Ortsbeiratssitzungen. Daher ermutigt er seine Plötziner immer wieder, mit ihren Sorgen und Nöten dorthin zu kommen. Stets dabei sind Vorstandsmitglieder der Vereine und die Ortswehrführer der Feuerwehren. Kegel-, Angel-, Feuerwehr- und Heimatvereine sind die tragenden Säulen des Dorflebens.

Der Ortsvorsteher lobt zudem die enge Zusammenarbeit mit dem benachbarten Tannenhof und dem Obsthof Lindicke. „Was die Dörfer ausmacht, ist das Nachbarschaftsverhältnis. Wenn man Hilfe braucht, ist jemand da und auch die Zugezogenen sind gut integriert“, sagt Lutze. Trotz aller Bemühungen gibt es im Ortsteil noch einige Baustellen, aber „auf dem Dorf backt man kleinere Brötchen“, so Lutze. Seit Beginn seiner Amtszeit kämpft er beispielsweise für eine Verkehrsberuhigung auf der Plessower Hauptstraße. An Tempo 30 würden sich speziell die Azubis der Zollschule nicht halten. Gehwege gibt es keine. Zudem würde er sich wünschen, dass mehr Bauland geschaffen wird, denn momentan gebe es kaum noch bebaubare Flächen. „Das wichtigste ist aber, dass wir in absehbarer Zeit ein neues Feuerwehrdepot für Plessow bekommen. Das ist unsere größte Baustelle“, erklärt Lutze.

Von Luise Fröhlich

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