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Ortsvorsteher fordert Hilfe für Dorfteich

Borne Ortsvorsteher fordert Hilfe für Dorfteich

Werner Sternberg ist sauer. Bereits über Jahre beklagt er die stetig voranschreitende Verlandung des Dorfteiches und mahnt die Kommune, tätig zu werden. Auf drängen des Ortsbeirates ließ die Stadt daraufhin 28 Kleingewässer in Bad Belzig und den 14 Ortsteilen unter die Lupe nehmen. Das Ergebnis ist alarmierend.

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Werner Sternberg will, dass sich die Kommune endlich wieder angemessen um den Dorfteich in Borne kümmert.

Quelle: Christiane Sommer

Borne. Bornes Ortsvorsteher Werner Sternberg ist sauer. Bereits über Jahre beklagt er die stetig voranschreitende Verlandung des Dorfteiches und mahnt die Kommune, tätig zu werden. Auf drängen des Ortsbeirates ließ die Stadt daraufhin im Frühsommer 28 Kleingewässer in Bad Belzig und den 14 Ortsteilen durch die Rangsdorfer Firma „Natur + Text“ sach- und fachgerecht unter die Lupe nehmen.

Als das Papier vorlag, war nicht nur der dramatische Zustand des Borner Dorfteichs schwarz auf weiß bestätigt, sondern auch der von einer ganzen Reihe weiterer Kleingewässer. Weshalb acht Teiche, um die es am schlechtesten steht, in einer Prioritätenliste eingestuft wurden. Darunter die Teiche in der Ortslage Borne, an der Kreisstraße in Bergholz und der Ziegeleiteich in Lübnitz.

Hoffnung auf schnelle Erste Hilfe wieder zerschlagen

Letztere hatten in der Vergangenheit ohnehin bereits immer wieder für Diskussionen gesorgt. Sternberg sieht sich durch das Papier bestätigt. Seine Hoffnungen auf zügige Erste Hilfe-Maßnahmen zur Teichrettung haben sich zwischenzeitlich jedoch schon wieder zerschlagen. Lediglich der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen, Bau und Planung hat sich bereits mit dem Informationspapier befasst.

Bauamtsleiter Christoph Grund bezeichnete dasselbe als „Grobanalyse“, der eine Anfang der 1990er Jahre erstellte Studie zugrunde lag. „Damit haben wir nur eine Prioritätenliste. Wir wissen nicht, welche Kosten überhaupt entstehen würden“, sagte er. 3000 Euro investierte die Kommune in die Überarbeitung des alten Papiers, das unter anderem auch dem Borner Ortsteich einen Platz weit oben auf der Prioritätenliste bescherte.

Auch als Löschwasserreserve macht Teich Probleme

Mit Blick auf die schwierige Finanzlage der Stadt dürfte es vorerst jedoch dabei bleiben. „Wenn überhaupt, dann können wir lediglich Teiche renaturieren, die als Löschwasserreservoir dienen“, dämpfte Grund die Erwartungen. Sternberg wiederum mahnt bereits seit geraumer Zeit, dass der Borner Ortsteich aufgrund des starken Schilfbewuchses auch dieser Funktion nicht mehr gerecht wird – und Feuerwehrleute sich im Fall des Falles erst einen Weg durch das Schilfrohrdickicht schlagen müssten.

Bild aus besseren Tagen

Bild aus besseren Tagen: Der Dorfteich in Borne, als sich noch intensiv um das Gewässer gekümmert wurde.

Quelle: privat/Archiv

Diese Befürchtung soll jetzt noch einmal überprüft werden. „Wir müssen wissen, welche Wassermenge noch da ist, wie tief der Teich noch ist“, forderte Jürgen Gottschalk (CDU). Bis zur nächsten Sitzung im November erbaten sich die Abgeordneten entsprechende Informationen aus der Verwaltung, um danach die Diskussion fortsetzen zu können.

Für Sternberg zu wenig. „Es macht mich traurig, dass die Problematik der Dorfteiche das Stadtparlament scheinbar so wenig interessiert“, kritisiert der 72-Jährige. Gleichzeitig bemängelte er abermals den Informationsfluss zwischen Verwaltung und Ortsbeirat. „Vom Ergebnis der Sitzung habe ich über den Buschfunk erfahren.“

Dreifache Abstufung

Als Gewässer mit wichtiger Bedeutung als Löschwasserreserve, die nicht mehr ausreichend sein könnte, wurden die Teiche in Borne, Bergholz, Lübnitz und Werbig eingeschätzt.

Eine naturschutzrechtlich erhöhrte Relevanz haben die Teiche in Bergholz, Borne, Lübnitz, Neschholz, Bergholz, Fredersdorf, Groß Briesen, Lütte und Bad Belzig (Papendorfer Weg).

Gewässer, die mit geringem technischen und finanziellen Aufwand optimiert werden könnten, sind der Teich an der Mühlenstraße in Dippmannsdorf, der Dorfteich in Werbig sowie der Burgteich und der Teich an der Polizei in Bad Belzig.

Zur Verlandung des Borner Dorfteichs habe nach seiner Aussage eine „über Jahre andauernde Vernachlässigung der Pflegemaßnahmen durch die Kommune“ beigetragen. „Aus unserem Dorfteich ist ein einziges Dreckloch geworden“, kritisiert er. Mit Blick auf naturschutzrechtliche Belange und die durch den Ortsvorsteher erhoffte Teichräumung bemerkte Grund: „Müssen und dürfen sind zweierlei.“Der Verwaltungsbeamte verwies zudem darauf, dass das Papier „nicht als starr und abschließend“ zu betrachten sei und Verschiebungen in der Prioritätenliste nicht auszuschließen sind. Zur Durchführung von Maßnahmen sind nach seiner Aussage zudem für jeden Teich einzeln vertiefende Untersuchungen erforderlich, inklusive Kostenschätzungen.

Für Sternberg ein Unding. Er beanstandet die Tatenlosigkeit der Kommune, obwohl mit dem Papier über längere Zeiträume bestehende naturschutzfachliche Defizite bestätigt wurden.

Von Christiane Sommer

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