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Potsdam-Mittelmark Neues Viertel nimmt Gestalt an
Lokales Potsdam-Mittelmark Neues Viertel nimmt Gestalt an
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19:26 21.11.2017
Die geplante Kita im Zentrum des neuen Viertels soll auf zwei Etagen etwa 130 Kinder aufnehmen können. Quelle: A53 Gesellschaft von Architekten mbH
Beelitz-Heilstätten

Einen künstlichen See mit einem Schilfgürtel und einem Damm will Investor Jan Kretzschmar in Beelitz-Heilstätten anlegen. Seine Immobiliengesellschaft KWDevelopment hat den letzten, noch ungenutzten Teil des Geländes der ehemaligen Lungenheilstätten erworben. Südlich des Bahnhofs soll im sogenannten Quadranten C ein Wohn- und Geschäftsviertel entstehen. Der See am Rande des Viertels soll etwa zwei Hektar groß sein und wird voraussichtlich rund 1,2 Millionen Euro kosten. Die Planungen seien fertig und ein Bauantrag gestellt, sagte Kretzschmar am Montag bei einer öffentlichen Präsentation seines Gesamtprojektes im Rathaus Beelitz.

Für das Gesamtvorhaben will die Immobiliengesellschaft nach eigenen Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag ausgeben. Sie hat das Projekt in vier Entwicklungsabschnitte unterteilt. „Wir haben jeden einzelnen Abschnitt mehrmals durchgeprüft, ob sich unsere Pläne umsetzen lassen. Das wird nicht alles eitel Sonnenschein. Wir wissen, dass wir hart ackern müssen“, ist sich Kretzschmar der Herausforderung bewusst.

Im ersten Abschnitt soll rund um die Straße Am Bahnhof eine Infrastruktur für die anvisierten bis zu 3500 neuen Einwohner entstehen. Geplant sind Geschäfte, ein Café, Märkte, eine Post , Apotheke, Ärztehaus, ein Marktplatz sowie Kita und Schule. Für das Heizhaus Nord, dass zu einer Markthalle umgebaut werden soll, hat Kretzschmar schon einen Marktbetreiber gefunden, meint er. Der Markt soll kein Discounter, sondern ein sogenannter Vollsortimenter mit regionalen Produkten werden, die man an der Theke kaufen kann. Bis es soweit ist, soll das Gebäude zunächst einmal außen saniert und innen für Veranstaltungen genutzt werden.

Auch für das Ärztehaus mit vier Etagen und fünf Gewerbeeinheiten interessieren sich schon drei junge Mediziner aus Berlin-Zehlendorf, die sich in Beelitz-Heilstätten niederlassen würden so Kretzschmar. Die künftige Kita soll auf zwei Etagen rund 130 Kinder aufnehmen können und die geplante Schule für einen späteren zusätzlichen Raumbedarf erweiterbar sein. Seine Pläne sehen im Zentrum des neuen Viertels außerdem eine Pflegeeinrichtung mit 110 Plätzen und 60 betreute Appartements vor.

„Die Architekten hätten am liebsten alles ganz modern gebaut. Wir aber wollen Beelitz-Heilstätten auch mit unseren neuen Gebäuden in seiner ursprünglichen Architektur erhalten“, verspricht Jan Kretzschmar. Gleichzeitig warnt er vor übereilter Euphorie. „Solch ein Gebiet lässt sich nicht in ein bis zwei Jahren entwickeln. Wir gehen davon aus, dass wir bis zu zehn Jahre dafür brauchen werden.“

Heilstätten auf Geburtstagsfeier kennen gelernt

Die vier Quadranten des Geländes der ehemaligen Lungenheilstätten in Beelitz gliedern sich in verschiedene Nutzungen: Wohnen (Refugium), Verwaltungen (noch in der Entwicklung), Tourismus (Baumkronenpfad, Barfußpark) und medizinische Einrichtungen (neue Kliniken).

Auf das Gelände war Investor Jan Kretzschmar bei der Feier zum 75. Geburtstag seines Vaters aufmerksam geworden. Statt in einem Restaurant zu feiern, hatte der Jubilar seine Gäste zu einem Rundgang durch die ehemaligen Heilstätten mit der Gästeführerin Irene krause eingeladen.

Die KWDevelopment hat 35 Angestellte. Die meisten Mitarbeiter sind Bauingenieure.

Die drei historischen Gebäude der früheren Verwaltung, des Männersanatoriums und des Badehauses sollen in jeweiligen Entwicklungsabschnitten entkernt und anschließend umgebaut werden.

Von Heinz Helwig

Christian Ziesmer ist Lehramtsstudent in Potsdam und schrieb seine Facharbeit über Mediennutzung im Unterricht. Mit ihm sprach die MAZ über die Medienkompetenz der Jugendlichen. Derzeit läuft das Projekt MAZ-Schulreporter 2.0 an 25 Schulen. An einer von ihnen absolviert der 32-Jährige sein Praxissemester und bezieht dabei die MAZ in den Schulstoff mit ein.

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