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Osterwasser wird diesmal in Gömnigk geschöpft

Zuhause im Amt Brück Osterwasser wird diesmal in Gömnigk geschöpft

Vor sechs Jahren nahm Pfarrer Helmut Kautz die Tradition des Osterwasserschöpfens in Trebitz (Amt Brück) auf, verbunden mit einer Prozession und nächtlicher Taufe. An der Plane wurde das Osterwasser am Karsamstag in Krügen entnommen. In diesem Jahr wird die traditionsreiche Veranstaltung erstmalig in Gömnigk zelebriert.

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Der Täufling schöpft das Taufwasser aus der Plane.

Quelle: Andreas Koska

Gömnigk. Vor sechs Jahren nahm Pfarrer Helmut Kautz die Tradition des Osterwasserschöpfens in Trebitz auf, verbunden mit einer Prozession und nächtlicher Taufe. An der Plane, gegenüber der Zickenwiese, wurde das Osterwasser am Karsamstag in Krügen entnommen.

Nach Mitternacht – also bereits am Ostersonntag – entzündete man in der Dorfkirche das Licht und Erwachsene wurden getauft. In diesem Jahr wird das Ritual zum ersten Mal in Gömnigk an der Neuen Mühle stattfinden. „Bei der Planung im Pfarrbereich Brück kam die Frage auf, ob die jährliche Tradition nicht auch einmal in Gömnigk stattfinden kann. Da die Voraussetzungen dort genauso gut sind wie in Trebitz, wird es dieses Jahr dort erfolgen“, sagt Kautz. Bisher gebe es zehn Anmeldungen, allerdings können sich Interessierte auch weiterhin melden. „Es dürfen gern noch mehr werden“, lädt Kautz ein.

Am Ostersamstag beginnt die Prozedur um 23 Uhr. Schweigend schöpfen in der Nacht die Täuflinge dann das Osterwasser mit der alten Taufkanne. Zusammen mit dem Kreuz wird die Taufkanne ohne in die Gömnigker Kirche getragen. Es geht dabei vorbei an der alten Dorfeiche und dem neugebauten Feuerwehrhaus. Das einzig leuchtende Licht sind dabei die Fackeln. Die Kirche selbst ist bis Mitternacht stockfinster. Es werden die sieben Worte Jesu am Kreuz verlesen und dazwischen erklingt Musik. Gegen Mitternacht ertönt der Ruf: „Jesus ist auferstanden!“

Der Brauch des Osterwasserschöpfens war früher im Fläming weit verbreitet. Ältere Menschen erinnern sich noch gut daran. Edith Lukas aus Cammer erzählt gerne davon: „Die Mädchen mussten an der Planebrücke Wasser holen und auf dem Rückweg bis zum Dorf schweigen“, sagt Lukas. Immerhin sind es in dem Zweimühlendorf gut zwei Kilometer von der Plane bis zur Kirche. Junge Männer neckten die Mädchen einst auf ihrem Weg und versuchten, das selbst auferlegte Schweigegelübde zu durchbrechen. Es soll sogar vorgekommen sein, dass die jungen Frauen ohne Wasser im Dorf ankamen, weil sie die Jungs damit zu vertreiben versuchten. In Gömnigk ist der zurückzulegende Weg nicht so weit: Nach nur 300 Meter erreichen die Teilnehmer das Gotteshaus.

Von Andreas Koska

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