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„Paderborner Modell“ in Bad Belzig denkbar

Kastration von Freigänger-Katzen „Paderborner Modell“ in Bad Belzig denkbar

Wenn es nach dem Verein „Tierfreunde im Fläming“ geht, sollen Freigänger-Katzen zukünftig kastriert und gekennzeichnet werden. Die ungewollte Vermehrung der Tiere könne dadurch gestoppt werden. Das sogenannte Paderborner Modell kommt in anderen Städten Deutschlands bereits zur Anwendung und wäre dann auch in der Bad Belziger Stadtordnung verankert.

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Quelle: Peter Geiseler

Bad Belzig. In der Bad Belziger Stadtordnung könnte schon bald das sogenannte Paderborner Modell verankert sein. Danach müssen alle Katzen, die von ihren Haltern Freigang bekommen, kastriert und gekennzeichnet werden. Die Einführung des Modells war vom Verein „Tierfreunde im Fläming“ gefordert worden. Über eine entsprechende Vorlage für die Stadtverordnetenversammlung wurde im jüngsten Bad Belziger Sozialausschuss abgestimmt.

Die Zahl der herrenlosen Katzen habe in den vergangenen Jahren zugenommen, heißt es in der Begründung zur Vorlage. Die ungewollte Vermehrung der Tiere könne durch eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht gestoppt werden.

Unklar war bislang, welche Katzen und Katzenbesitzer genau mit dem neuen Modell erfasst würden. In der Vorlage heißt es nun, dass auch Personen, die wilde Katzen regelmäßig füttern, in die Pflicht genommen werden sollen. Sie würden fast wie Katzenhalter auftreten und müssten demnach dafür sorgen, dass die Tiere kastriert und gekennzeichnet werden.

Unklar, welche Tiere und Besitzer erfasst würden

Erörtert wurde im Ausschuss auch, dass Katzenbesitzer nicht dazu gezwungen werden könnten, ihre Tiere kastrieren und kennzeichnen zu lassen. Birgit Hessler, Vorsitzende des Vereins „Tierfreunde im Fläming“, entgegnete, dass den Katzenbesitzern ja nicht nachgestellt werden solle. Aber die Kennzeichnung oder ein Mikro-Chip seien nicht teuer und würden für Mensch und Tier auch Vorteile bringen. Sie könnten beispielsweise helfen, im Tierheim abgegebene Freigänger-Katzen schneller wieder an die Halter zurückzugeben.

Jens Gruszka von den Linken regte an, dass die Stadt einen kleinen Fördertopf für nachweislich bedürftige Katzenbesitzer bereitstellen solle. Diese könnten das Geld für die Kastration dann zurück bekommen - „die Stadt sollte mehr in die Pflicht genommen werden“, sagte der Abgeordnete. Tierärztin Hessler befürchtete dagegen, dass dies eine Hemmschwelle für die Stadtverordneten sein könnte, das Modell überhaupt einzuführen.

Eigener Fördertopf denkbar

Die Einführung des Paderborner Modells sei aber wichtig, um dem Tierschutzverein eine gesetzliche Handhabe zu verschaffen, gegen grobe Vernachlässigung und unkontrollierte Vermehrung vorzugehen, erklärte Hessler gegenüber den Ausschussmitgliedern. Das Modell nicht einzuführen, bedeute eine Verelendung der Tiere bis hin zu vermehrten Fällen von Inzucht, sagte Hessler weiter. Auch Krankheiten hätten ein leichtes Spiel.

„Es ufert einfach aus“, stellte die Bad Belziger Tierärztin fest. „An manchen Orten steht überall Futter bereit, das zieht auch schädliche Nager an.“ Es gehe nicht darum, Katzen grundsätzlich den Freigang zu verbieten - „aber fünf kastrierte Katzen sind was anderes als 50 nicht kastrierte“. Über die Vorlage wird zunächst im Hauptausschuss im April entschieden.

Von Josephine Mühln

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