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Potsdam-Mittelmark Pakete kommen bald schneller zum Kunden
Lokales Potsdam-Mittelmark Pakete kommen bald schneller zum Kunden
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16:46 22.12.2015
Riesenhalle in Gelb: Die neue Zustellbasis wächst in Kleinmachnow-Dreilinden. Quelle: Claudia Krause
Kleinmachnow

Weithin sichtbar wächst im Europarc Dreilinden an der Autobahn 115 im typischen Gelbton das Gebäude für die neue mechanisierte Zustellbasis der Deutschen Post DHL. Auf dem 28 000 Quadratmeter großen Grundstück in der Hermann-von-Helmholtz-Straße entsteht eine Halle mit 6955 Quadratmetern und einem Verwaltungsbereich mit 567 Quadratmetern. Das Gebäude soll planmäßig Ende Februar 2016 fertig gebaut sein, wie DHL-Sprecherin Anke Blenn auf MAZ-Anfrage sagte. Im Anschluss erfolge der Einbau der erforderlichen Sortiertechnik. Die Inbetriebnahme der Zustellbasis ist vorerst für Mai 2016 avisiert, so Blenn.

Noch schneller beim Kunden

Aktuell gibt es bundesweit rund 50 solcher mechanisierten Zustellbasen, wie sie in Kleinmachnow entsteht. Das Neue daran: Die eingebaute Verteilanlage ordnet die Pakete automatisch der richtigen Zustelltour zu. Dieser Arbeitsschritt erfolgt in den herkömmlichen Basen noch manuell. Durch die beschleunigte automatische Sortierung können Pakete früher als bisher verladen und damit noch schneller an die Kunden ausgeliefert werden, erklärte die Sprecherin. „Dank der flexibel einsetzbaren Be- und Entladetechnik und der modernen Sortiertechnik übernehmen diese neuen Zustellbasen sogar zusätzliche Funktionen eines kleinen Paketzentrums“, sagt Blenn. Sendungen aus einigen Regionen Deutschlands würden dann direkt in der Zustellbasis angeliefert und weiter verteilt, ohne zuvor ein Paketzentrum durchlaufen zu müssen. Das verkürzt die Transportwege und spart Zeit. „Die neuen mechanisierten Zustellbasen bilden mit den bestehenden 33 Paketzentren eine wichtige Säule des neuen DHL-Paketkonzeptes.“ Das Ziel sei, „weiter wachsen in einem boomenden Markt“, betont Blenn.

Das für die neue Kleinmachnower Basis zuständige Paketzentrum befindet sich in Börnicke (Landkreis Havelland). Von hier aus werden in den frühen Morgenstunden dann die Sendungen für die Region in Kleinmachnow angeliefert. Laut Blenn werden nach gegenwärtiger Planung von Kleinmachnow aus dann künftig die Bereiche Potsdam, Kleinmachnow/Stahnsdorf, Teltow-Fläming und Teile von Berlin mit Paketen und Päckchen beliefert.

Die genaue Mitarbeiterzahl der künftigen mechanisierten Zustellbasis könne DHL gegenwärtig noch nicht verlässlich benennen. „Die konkreten Personalplanungen hierzu laufen momentan noch. Aufgrund der stetig wachsenden Paketmengen und des boomenden E-Commerce-Handels werden wir jedoch neben der Umsetzung bereits bei uns beschäftigter Zusteller aus umliegenden Bereichen mit Sicherheit auch eine Reihe von Mitarbeitern neu einstellen“, sagte die Pressesprecherin. Die Investitionssumme für das Neubauprojekt wollte sie nicht „öffentlich nennen“.

Der Verkehr musste geregelt werden

Die DHL-Ansiedlungsbestrebungen hatten einst für kontroverse Debatten unter den Gemeindevertretern gesorgt. Sie befürchteten vor allem einen erhöhten Lkw-Verkehr, der auch nachts nicht still steht. Die Gemeindevertretung Kleinmachnow hatte im März dieses Jahres dann endgültig grünes Licht für die Ansiedlung im Europarc gegeben, indem sie den nötigen Anpassungen des B-Plans durch den Abwägungsbeschluss mehrheitlich zustimmte. Die Änderung des B-Plans war Voraussetzung auch für die Baugenehmigung. „Wir kalkulieren mit einem maximalen Verkehrsaufkommen von bis zu 120 Kleintransportern als Zustellfahrzeuge, die tagsüber im Einsatz sind, und rund zehn bis 12 Laster-Bewegungen nachts, das heißt An- und Abfahrt“, sagte Blenn. Ursprünglich waren in Kleinmachnow zwei Standorte im Gespräch – der Europarc sowie das gemeindeeigene Gewerbegebiet TIW. Ein Gutachten hatte ergeben, dass die Lärmbelastung an beiden Standorten nahe der Autobahn vergleichbar und gering sei. Zwischenzeitlich hatte DHL auch mal einen Standort in Stahnsdorf in Erwägung gezogen. Dieser hätte nach Auffassung der Gemeinde Kleinmachnow jedoch erheblich mehr innerörtlichen Verkehr gerade auch für den eigenen Ort bedeutet, da Stahnsdorf keinen direkten Zugang zur Autobahn hat. Entsprechend mehr Verkehr hätte in der Folge durch Kleinmachnow Richtung Autobahn und Berlin fließen müssen, so damals die Argumentation. Daraufhin hatte man sich zur Anpassung des B-Plans und für den Europarc entschieden.

Die Gewerbesteuer aus der DHL-Ansiedlung fließt zwar zum größten Teil nach Bonn – dort befindet sich der Hauptsitz der Deutschen Post AG – ein kleiner Teil werde nach einem bestimmten Schlüssel aber auch in Kleinmachnow verbleiben, betonte Jacky Starck, Geschäftsführer des Europarcs, der ein Superjahr bilanziert.

Super Jahr für Europarc

Der Europarc Dreilinden als renommierter Gewerbepark an der A 115 hatte 2015 sein bestes Verkaufsjahr seit Bestehen . „Noch nie haben wir in einem Jahr so viele Grundstücke verkauft“, sagte Europarc-Geschäftsführer Jacky Starck auf Nachfrage.

Fünf Flächen mit insgesamt rund 45 000 Quadratmetern sind an Eigentümer wie die Deutsche Post DHL, Dirk und Moritz Gädeke GbR und die Kiesel-Ost GmbH gegangen.

Bereits jetzt bahnt sich ein weiterer Grundstückskauf für Anfang 2016 an.

In dem 450 000 Quadratmeter umfassende Europarc sind laut Starck noch ein Drittel der Fläche frei. Ebay zum Beispiel war 1999 auf circa 2000 Quadratmetern Büroflächen gestartet – heute belegt das Online-Auktionshaus dort fast 22 000 Quadratmeter.

Von Claudia Krause

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