Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
„Pappelgipfel“: Land beseitigt morsche Bäume

Gefährliche Pappeln an Nuthe und Nieplitz fallen bis Februar „Pappelgipfel“: Land beseitigt morsche Bäume

Das Land übernimmt im Streit um die morschen Pappeln an Nuthe und Nieplitz Verantwortung und will bis Ende Februar gefährliche Bäume beseitigen lassen, um eine ordnungsgemäße Gewässerunterhaltung wieder zu ermöglichen. Wegen Astbruchgefahr ist diese derzeit nicht möglich. Auch Wanderwege sind gesperrt.

Voriger Artikel
Kein Schadensersatz vom Müllpaten
Nächster Artikel
Schüler müssen am Brückentag lernen – und kein Bus fährt

Astbruchgefahr: An der Nuthe ist auf 36 Kilometern Länge bis zur Stadtgrenze Potsdams derzeit keine Gewässerunterhaltung möglich.

Quelle: Rudi Hommel

Nuthetal. Das Land Brandenburg übernimmt im Konflikt um die morschen Pappeln an Nuthe und Nieplitz Verantwortung und will dort, wo eine unmittelbare Gefahr besteht, Bäume fällen lassen. Und zwar unabhängig davon, auf welchen Terrain sie stehen. Das ist ein Ergebnis des „Pappelgipfels“, zu dem das Landesministerium für Ländliche Entwicklung und Umwelt am Freitag eingeladen hatte. „Wir sehen Gefahr im Verzug, deshalb muss kurzfristig gehandelt werden“, sagte Kurt Augustin, im Ministerium Abteilungsleiter für Wasser- und Bodenschutz. Im Streit, wer für welche Pappeln an den Ufern der beiden Flüsse zuständig ist, gab es keine Einigung. Die unterschiedlichen Rechtsauffassungen, die zwischen betroffenen Kreisen und Kommunen und dem Land bestehen, sollen aber erst einmal hintenan gestellt werden. „Über die rechtliche Situation, wer für die Uferpappeln auf privaten Grund zuständig ist, werden wir uns danach unterhalten“, sagte Augustin.

Wie berichtet, beeinträchtigen mehr als 4500 morsche Pappeln seit vier Monaten die Gewässerunterhaltung an Nuthe und Nieplitz. Mitarbeitern der Wasser- und Bodenverbände, die Nuthe und Nieplitz und deren Ufer pflegen, ist es wegen Astbruchgefahr untersagt, in betroffenen Bereichen zu arbeiten. Das vom Landesamt für Arbeitsschutz ausgesprochene Betretungsverbot gilt bis zur Beseitigung der Gefahr und löste eine Kettenreaktion aus. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark etwa ließ die Wanderwege in den gefährdeten Bereichen sperren.

Laut Augustin haben sich Ministerium, Landesumweltamt, die Unteren Naturschutz- und Wasserbehörden und betroffene Landkreise und Kommunen darauf verständigt, schnell einen Gutachter zu bestellen, der klärt, welche Pappeln „zwingend weg und welche beschnitten werden müssen“. Das Gutachten soll bis spätestens Ende des Jahres vorliegen. In Abstimmung mit den Unteren Naturschutz- und Wasserbehörden wird danach festgelegt, welche Pappeln gefällt werden. „Mit eingebunden werden die Bürgermeister und, so weit bekannt, die privaten Eigentümer“, sagte Augustin. Die privaten Eigentümer, auf deren ufernahen Flächen gefährliche Pappeln stehen, werden rechtzeitig über die Fällungen informiert. „Bis Ende Februar soll die Arbeit soweit beendet sein, dass eine Gewässerunterhaltung wieder möglich ist“, sagte Augustin. Weil eben diese Gewässerunterhaltung derzeit ruht, sieht er „Gefahr im Verzug“. Die beiden Landesgewässer 1. Ordnung werden derzeit nicht entkrautet, durch Stürme herabgefallenes Holz wird nicht beseitigt. Das hat bereits dazu geführt, dass die Abflussleistung deutlich gesunken ist. „Es geht darum, einen ordnungsgemäßen Abfluss zu gewährleisten und damit eine Hochwassergefahr zu beseitigen. Um diese Gefahr abzuwenden, übernimmt das Land Verantwortung“, so Augustin. Er stellte klar, dass für die Verkehrssicherungspflicht an Wanderpfaden an den Flüssen die Träger der Wege zuständig sind.

Sie profitieren freilich partiell von den Fällungen morscher Bäume, die das Land nun übernimmt. „Wo die gefährlichen Pappeln direkt an Wanderwegen stehen, ist dann auch dort die Gefahr beseitigt. Was danach noch an anderen Stellen der Wege übrig bleibt, muss geprüft werden“, so Nuthetals Bau- und Ordnungsamtsleiter Rainer vom Lehn. Um erst einmal die unmittelbare Gefahr aus der Welt zu schaffen, ist eine gute Lösung gefunden worden, sagte er.

Wer ist auf privaten Uferflächen zuständig?

Strittig bleibt zwischen den Landkreisen und dem Land die Frage, wer für Bäume auf privaten Flächen zuständig ist.

Das Land sagt, es sei für das Gewässer bis zur Böschungsoberkante verantwortlich. Die Landkreise sehen das Land bei einem Landesgewässer 1. Ordnung auch für den nahen Uferstreifen samt der Bäume darauf zuständig. Da geht es zum Beispiel um Äste, die übers Gewässer hängen und in den Fluss fallen könnten.

Von Jens Steglich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg