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Paradies für Badegäste müsste saniert werden

Güterfelder Haussee stirbt einen langsamen Tod Paradies für Badegäste müsste saniert werden

Nach dem Scheitern einer ersten Sanierung muss eine Wasserpumpe den Güterfelder Haussee am Leben erhalten. Langfristig hilft wohl nur eine teure Radikalkur, sind sich Experten einig. Die Gemeinde Stahnsdorf müsste dafür einen Millionenbetrag in die Hand nehmen. Zuletzt war aber sogar die Pumpenreparatur zu teuer.

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Lust auf’s kühle Nass: Die ersten mutigen Schwimmer haben sich bereits in den vergangenen Tagen vom Steg aus in den See gestürzt.

Quelle: Stich

Güterfelde. Die Badesaison steht vor der Tür, aber mit dem bei Schwimmern beliebten Güterfelder Haussee ist es nicht gut bestellt. „Wenn wir nicht handeln, dann wird der See auf lange Sicht nicht überleben können“, sagt Volker Scheps. Der Diplomgeologe im Ruhestand und Güterfelder Ortsbeirat kümmert sich um das Gewässer. „Es ist ein ganz natürlicher Vorgang, dass der See verlandet und irgendwann zu einem Moor wird“, so Scheps. Aber der See sei nicht nur bei Badegästen aus der ganzen Region beliebt, „er gehört auch zu unserer Kulturlandschaft und ist ein prägender Teil Güterfeldes“.

Die Schwierigkeit: Der Güterfelder Haussee ist ein Relikt der Eiszeit und hat keine Verbindung zum Grundwasser. Er konnte überleben, weil bis vor einigen Jahrzehnten Wasser aus den Rieselfeldern in den See drückte.

Nach dem Ende der Berieselung wird er lediglich durch Regenfälle befüllt, die allgemeine Erwärmung im Zuge des Klimawandels könnte die Oberflächenverdunstung sogar noch verstärken.

Diplomgeologe Volker Scheps kümmert sich als Ortsbeirat auch um den See

Diplomgeologe Volker Scheps kümmert sich als Ortsbeirat auch um den See. Er schlägt vor, ihn quasi „neu anzulegen“.

Quelle: Stich

Ein erster Versuch in den Jahren 2002 und 2003, den See zu sanieren, kann in der Rückschau wohl als gescheitert gelten. „Man hat den See ziemlich willkürlich ausgebaggert und dann noch erfolglos versucht, Schwebstoffe herauszufiltern“, erinnert sich Scheps. Rund 1,3 Millionen Euro wurden damals dafür investiert.

Derzeit muss ein Provisorium herhalten. Mittels einer Wasserpumpe, die auf dem Gelände des Anglervereins installiert wurde, wird ein Grundwasserleiter angezapft. Das Wasser wird in den See geleitet und damit ist es in den vergangenen Jahren gelungen, ihn am Leben zu erhalten. Was ein Ausfall der Pumpe bedeutet, mussten die Gütefelder mit Schrecken im vergangenen Jahr erleben. Der Wasserspiegel sank dramatisch ab. Schnelle Abhilfe kam nicht, weil Stahnsdorf für die Reparatur kein Geld zur Verfügung stellte. Jetzt läuft die Pumpe wieder.

Für Volker Scheps gibt es nur einen realistischen Weg, das Güterfelder Aushängeschild zu retten. „Wir sollten den See quasi neu anlegen – und zwar deutlich tiefer.“ Gleichzeitig müsse eine Verbindung zum Grundwasser hergestellt werden. „Dazu ist es notwendig, einen Kanal zu baggern und Schichten zu durchbrechen, die den See vom Grundwasser abschotten“, schlägt Scheps vor. Kombiniert würden diese Maßnahmen mit einer erneuten Ausbaggerung des Gewässers und der Zurückdrängung des Schilfgürtels.

Mehrere Millionen Euro wird die Gemeinde wohl in die Hand nehmen müssen, um den Güterfelder Haussee zu erhalten. „Doch das wird sich lohnen“, so Scheps. „Nach der erfolgreichen Sanierung des Schlosses Güterfelde ist unser Haussee das Wertvollste, was wir in der Gemeinde haben.“

Von Jürgen Stich

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