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Passender Standort für neues Gerätehaus fehlt

Feuerwehr Bad Belzig Passender Standort für neues Gerätehaus fehlt

Die Kameraden der Bad Belziger Feuerwehr benötigen dringend ein neues Gerätehaus. Das alte Domizil in der Niemöllerstraße ist in die Jahre gekommen und zu klein. Es fehlen separate Umkleideräume für die Einsatzkräfte sowie ausreichend Stellflächen für neue Fahrzeuge. Das Thema stand nun auf der Tagesordnung des Sozialausschusses.

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Die Feuerwehr Bad Belzig – hier bei einem Lehrgang – sucht nach einem Standort für ihr neues Gerätehaus.

Quelle: Dirk Fröhlich

Bad Belzig. Die Zukunft des Gerätehauses der Bad Belziger Feuerwehr bleibt weiter unklar. Das Thema stand auf der Tagesordnung des Sozialausschusses am Montagabend, die Debatte blieb jedoch ohne eindeutiges Ergebnis. Die Abgeordneten sprachen sich zwar am Ende mehrheitlich für einen Neubau des Gerätehauses aus, die Frage nach dem Standort bleibt dennoch offen.

In der Beschlussvorlage der Verwaltung sind zwei mögliche Vorgehensweisen erläutert: die Sanierung des Gebäudes am aktuellen Standort in der Niemöllerstraße oder ein Neubau im Gewerbegebiet „Seedoche“. In einem offenen Brief an die Stadtverordneten hatte sich die Feuerwehr im Vorfeld gegen beide Varianten ausgesprochen.

Erweiterung des Gebäudes zwingend erforderlich

Die Kapazitäten des Gerätehauses seien bereits zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschöpft. „Bei einem Einsatz ziehen sich im Schnitt 20 Leute gleichzeitig um – zwischen Fahrzeugen und Hallenwänden, weil keine separaten Umkleiden zur Verfügung stehen“, erläutert Ortswehrführer Raphael Thon. „Gleichzeitig müssen Kameraden in die Einsatzfahrzeuge einsteigen und diese bereits raus fahren.“ Eine Erweiterung des Gebäudes werde zwingend notwendig, allerdings sei dafür am aktuellen Standort kein Platz.

Ein weiteres Problem ergebe sich hinsichtlich des Fuhrparks. „Vier Einsatzfahrzeuge entsprechen aktuell nicht mehr der DIN-Norm“, stellte Stadtwehrführer Olaf Beelitz im Sozialausschuss fest. Daher notwendige Ersatz- und Neubeschaffungen könnten aber am jetzigen Standort nicht mehr untergebracht werden, „weil die Ausfahrtshöhe und -breite sowie die Tiefe der Fahrzeughalle dafür ungeeignet ist“.

Gewerbegebiet liegt nicht zentral genug

Feuerwehrmann Mathias Wolter demonstriert, wie eng es beim Umkleiden in der Wache ist

Feuerwehrmann Mathias Wolter demonstriert, wie eng es beim Umkleiden in der Wache ist.

Quelle: Josephine Mühln

Ein Neubau des Gerätehauses im Gewerbegebiet sei keine Option, wie die Feuerwehrleute am Montag noch einmal bekräftigt haben. Die Argumente für diesen Standort seien „nicht im geringsten nachvollziehbar, nicht an die Bedürfnisse der Ortsfeuerwehr angepasst und fachlich unkorrekt“, schreiben sie an die Stadtverordneten.

Als Hauptproblem wurde die dezentrale Lage des Gewerbegebiets angeführt. „Die Kameraden brauchen jetzt acht Minuten von der Alarmierung bis zur Ausrückung“, erläuterte Stadtwehrführer Beelitz. „Diese Zeit könnte dann nicht mehr eingehalten werden, weil alle einen längeren Anfahrtsweg hätten.“

Auch an Nachbarn muss gedacht werden

Baumamtsleiter Christoph Grund sagte, dass bereits andere Grundstücksvorschläge diskutiert worden seien, „viele taugen aber nichts wegen Größe, Lage oder Zufahrtsweg“. Außerdem müsse auch an die Nachbarn gedacht werden. „Mir fällt da ganz aktuell der Streit in Brück ein, wo die Feuerwehr ihre Sirene nicht mehr benutzen darf“, sagte Grund.

Die Feuerwehr habe ihrerseits Vorschläge gebracht, sagte Ortswehrführer Thon. So kämen für einen Neubau beispielsweise der Standort des alten Telekomzentrums an der Brücker Landstraße, der ehemalige Standort der Scholl-Grundschule in der Weitzgrunder Straße oder Teile des Turnplatzes infrage. Die Eigentumsfrage müsse bei all diesen Vorschlägen jedoch noch geklärt werden.

81 Jahre altes Gerätehaus

Das Gerätehaus der Bad Belziger Feuerwehr in der Niemöllerstraße wurde 1935 gebaut.

Es besteht derzeit aus einer Fahrzeughalle mit sieben Stellplätzen.

Für die Erweiterung und Sanierung des Gerätehauses am aktuellen Standort wurden Kosten in Höhe von etwas mehr als zwei Millionen Euro berechnet.

Der Neubau im Gewerbepark „Seedoche“ würde laut Beschlussvorlage rund 3,7 Millionen Euro kosten.

Ein weiterer Punkt der Überlegungen ist, dass die Bad Belziger Feuerwache künftig mit der Rettungswache des Landkreises Potsdam-Mittelmark zusammengelegt werden könnte. Der Landkreise habe seinerseits bereits Interesse bekundet. In der Niemöllerstraße wäre dieses Vorhaben allerdings nicht umsetzbar.

62 Einsatzkräfte gehören zur Bad Belziger Feuerwehr. Dazu komm 14 Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung, sowie 32 Kinder und Jugendliche der Jugendfeuerwehr.

In ihrem Brief schreibt die Feuerwehr, dass sie einen Hochbau benötige, der Sozial- und Funktionsräume vereint. “Wir brauchen Büros, Umkleide- und Schulungsräume, Werkstätten und einen Informations- und Kommunikationsraum für Sonderlagen und Großschadensereignisse.“ Gebaut werden solle eine Leichtbauhalle mit Modulsystem, die bei Bedarf auch für wenig Geld erweitert werden könne.

Gruszka: „Zurück auf Null“

Jens Gruszka (Die Linke) empfahl, „zurück auf Null“ zu gehen und nicht auszuschließen, eines neues Grundstück zu kaufen. Schließlich sei das Gerätehaus eine langfristige Investition, „bei der keine Schnellschüsse gemacht werden sollten“.

Sven Schmidt (SPD) fasste zusammen, dass sich die Verwaltung noch einmal mit dem Stadt- und Ortswehrführer zusammensetzen solle, um zwei bis drei Standortmöglichkeiten zu erörtern. „Wir können mit dem Ausgang der Debatte ganz zufrieden sein“, befand Raphael Thon.

Von Josephine Mühln

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