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Petzow holt sich Giebeltürme zurück

Heimatverein startet ungewöhnliche Aktion Petzow holt sich Giebeltürme zurück

Bis Jahresende soll das Denkmalensemble Petzow zwei ortsbildprägende Türme der Gutsgartenmauer wieder zurückbekommen. Sie waren nach dem Zweiten Weltkrieg für die Baustoffgewinnung abgerissen worden. Nun lässt sie der Heimatverein mit Unterstützung der Stadt Werder wieder aufbauen.

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In zwei Monaten sollen die zwei sieben Meter hohen Türme an der Zelterstraße fertig sein.

Quelle: Greiner

Petzow . Noch wird an den Ziegeltürmen der historischen Gutsgartenmauer in Petzow gebaut. Aber in zwei Monaten sollen die sieben Meter hohen Türme fertig sein und das Denkmalensemble wie einst im frühen 19. Jahrhundert schmücken. Ortsvorsteher Bernd Hanike freut sich, dass die Arbeiten vorangehen. Die Planung war für das Architekturbüro Kühn – von Kaehne, Nachfahren der Gestalter von Petzow, mehr als ein üblicher Auftrag.

Die Ziegelbauten an der Zelterstraße 1 waren nach dem Zweiten Weltkrieg abgetragen worden, weil man die Steine als Baumaterial brauchte, sagt Hanike. Für den Wiederaufbau haben sich der Heimatverein und der Ortsbeirat Petzow stark gemacht. Doch erst als die Finanzierung der Kosten von 65 000 Euro gesichert war, konnte mit den Arbeiten begonnen werden. 51 000 Euro gibt die Stadt aus dem kommunalen Haushalt. 8000 historische Ziegel werden in den Türmen verbaut. Investoren und die Schlosseigentümer sponsern den Bau. „Wichtig war, dass uns der neue Eigentümer des Grundstücks, ein Arzt aus Berlin, die Flächen für den Bau auf historischem Grund zur Verfügung gestellt hat“, sagt Hanike. Er bedauert, dass der Investor der alten Schule, Klaus Kosakowski, bisher vergeblich auf die Baugenehmigung für das Café am Schloss wartet, weil die Bauaufsicht des Kreises immer neue Auflagen erteilt. Im Gutsgarten dagegen konnte Kosakowski schon die ersten Bäume pflanzen, nachdem er tonnenweise Unrat aus Jahrzehnten abtragen musste.

So sahen die historischen Giebeltürme aus

So sahen die historischen Giebeltürme aus. Vom Wiederaufbau verspricht sich der Heimatverein eine weitere touristische Attraktion.

Quelle: Privat

Doch mit den Türmen allein wollen es die Petzower noch nicht bewenden lassen. Hanike wünscht sich, dass das Holztor zwischen den Türmen wieder das Ensemble vervollständigt, nicht zu vergessen die Holztafel mit der Aufschrift „Rittergut Petzow“. Aber das Geld dafür ist noch nicht zusammen. Im nächsten Jahr soll am alten Standort der Kirche zwischen dem Schloss und dem alten Schulhaus auch das Sandsteinkreuz wieder aufgebaut werden.

Die Gutsanlage mit dem Schloss ist laut Hanike von großer Bedeutung als Beispiel für die Entwicklung einer brandenburgischen Ortsanlage um ein herrschaftliches Gut. Die Einzigartigkeit des zauberhaften Flecken am Schwielowsee ist auch Theodor Fontane bei seinen Wanderungen nicht entgangen. Als er den Petzower Kirchturm besteigt, ist der Dichter von dem Ausblick dermaßen beeindruckt, dass er ihn mit dem Superlativ „…von absoluter Schönheit“ preist. Und bekräftigt: „Nicht relativ, sondern absolut“.

Von Regine Greiner

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