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Potsdam-Mittelmark Pfarrgarten und Gräber gepflegt
Lokales Potsdam-Mittelmark Pfarrgarten und Gräber gepflegt
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00:43 31.07.2015
Michal aus Polen und Kirsten Arp mit Sohn Anton beim Aufräumen auf dem Friedhof in Glindow. Quelle: Greiner
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Glindow

Bis heute prägt auch die Ziegeleiproduktion das Leben in Glindow, die Steine sind nicht nur im Kreisverkehr und der Grundschule verbaut. Grabstellen einstiger Ziegeleibesitzer haben ihren Platz auf dem Alten Friedhof. Am Grab von August Fiedler ( 1828-1905) steht das Unkraut jetzt aber hoch und tief verwurzelt. Michal aus Wroclaw muss tüchtig anpacken, um den Boden freizubekommen. Doch er lächelt, trotz der Anstrengungen. „Ich mache das wirklich gerne, auch in meinem Urlaub“, sagt der Familienvater, der sonst als Programmierer in Polen arbeitet. Seine beiden kleinen Mädchen hat er auch mitgenommen ins Sommerlager des Vereins Sühnezeichen Friedensdienste mit der evangelischen Kirchengemeinde in Glindow.

15 Frauen, Männer und Kinder aus Berlin und anderen Regionen Deutschlands verbringen gegenwärtig mit Familien aus Polen eine Woche im Havelland, um Gedenkstätten zu pflegen, sich näher kennen zulernen, gemeinsam Urlaub zu machen. Zu ihnen gehört auch Kirsten Arp aus Berlin mit Sohn Anton. Beide helfen emsig bei Schnittarbeiten im Pfarrgarten und bei der Pflege der alten Gräber auf dem Friedhof. „Nach der Arbeit macht das Zelten und Baden im See am Campingplatz Himmelreich in Caputh noch mehr Freude“, sagt Arp. Auch die Kinder aus Polen hätten viel Spaß beim gemeinsamen Spielen und Toben. Die Teilnehmer des deutsch-polnischen Familiensommerlagers fühlen sich sehr wohl in Caputh und sind glücklich, weil man viel in den Grünanlagen geschafft hat. Die Kirchengemeinde Glindow hatte dem Verein Sühnezeichen angeboten, Ferien in der Region zu machen und gleichzeitig signalisiert, dass Hilfe bei notwendigen Pflegearbeiten gebraucht wird.

Mit dem Sommerlager und den Einsätzen auch auf jüdischen Gedenkstätten knüpft der Verein an seine Traditionen an. In den vergangenen Jahren fanden Ferien mit dem Verein abwechselnd in Polen und Deutschland statt. In Dresden und in verschiedenen Städten Polens wurden jüdischen Friedhöfe besucht, dort Anlagen von Wildwuchs befreit, Hecken wieder in Form geschnitten.

„Die Zeit in Glindow und auf dem Campingplatz hat uns viel gegeben. Familien haben beim Arbeiten und beim Erholen Freundschaften geschlossen. Und der Spaß für die Kinder kam bei allem auch nicht zu kurz“, sagt Arp. Sohn Anton wird sich bestimmt noch lange daran erinnern, wie er mit den Mädchen aus Polen gespielt, einen Schnecken-Kindergarten gebaut hat. „Mittags dann haben wir meistens im Pfarrhaus einen Imbiss für alle gezaubert, abends wurde gegrillt und viel geplaudert “, sagt Arp. Während sie erzählt, zappelt ihr Sohn aufgeregt hin und her, denn er will helfen bei der Gartenarbeit am Kreuz für den Ziegeleibesitzer. „Zum Abschied gibt es noch ein Fest für alle und für einige bestimmt ein Wiedersehen im nächsten Jahr“, sagt Arp.

Von Regine Greiner

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