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Pferde bekommen Nummernschilder

Nuthetal (Potsdam-Mittelmark) Pferde bekommen Nummernschilder

Wenn auf dem Fußweg Pferdeäpfel liegen, hat es der Amtsmann schwer, den Übeltätern auf die Spur zu kommen. Auch Augenzeugen helfen meist nicht weiter: „Das Pferd war schwarz!“ In der Gemeinde Nuthetal setzt man jetzt auf eine Methode, mit der Ross und Reiter ausfindig zu machen sind: Nummernschilder für Pferde.

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Lotti ist die Nummer 1: Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) und Schäferhof-Betreiber Gidon Wolf mit der Stute, die das erste Nummernschild bekam.

Quelle: Jens Steglich

Nuthetal. Wenn Pferdeäpfel verbotenerweise auf dem Gehweg liegen bleiben, ist es für Ordnungsamtsleute ein schwieriges Unterfangen, den Übeltätern auf die Spur zu kommen. Auch Augenzeugenberichte helfen meist nicht weiter: „Das Pferd war schwarz!“

Nummer 1 für Stute Lotti

In Nuthetal versucht man jetzt mit einer einfachen Methode, Ross und Reiter, die sich daneben benehmen, kenntlich zu machen – mit einem Nummernschild. Die Gemeinde, in der schon vor einigen Jahren darüber diskutiert wurde, setzt auf eine freiwillige Kennzeichnung für Pferde. Die erste Nummer übergab am Montag Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) zum Auftakt der ausgerufenen „Pferdewoche“ (siehe Info-Kasten) an den Schäferhof in Bergholz-Rehbrücke, der sich als erster Reiterhof in der Kommune bereiterklärt hat, die eigenen Tiere mit den kleinen Nummernschildern zu versehen. Laut Hustig haben weitere Pferdebetriebe signalisiert, ihre Tiere zu kennzeichnen. „Ich hoffe, dass alle mitmachen“, sagt Gidon Wolf vom Schäferhof. Stute Lotti bekam am Montag die Nummer eins verpasst. Die 120 Schäferhof-Pferde tragen künftig grüne Plaketten, damit man sofort erkennt, wo sie Zuhause sind. Das hat auch Vorteile für die Reiterhofbetreiber, die in der Vergangenheit häufiger die Haufen fremder Pferde in ihre Stiefel geschoben bekommen haben. Das beugt auch falschen Beschuldigungen vor, die über zerrittene Wege in die Welt gesetzt werden.

Pferdehof-Besitzer hat „großes Interesse daran“

„Wir haben ein großes Interesse daran, dass wir feststellen können, wer es genau war“, so Gidon Wolf. „Wenn Reiter von uns die Regeln nicht einhalten, wollen wir wissen, welche es sind. Oft sind wir es aber gar nicht“, sagt er. So gab es schon Beschwerden über angebliche Schäferhof-Pferde in der Potsdamer Waldstadt. Er könne es zwar nicht ausschließen, dass es einen Reiter vom Hof dorthin verschlagen haben könnte. „Aber die Waldstadt gehört wirklich nicht zu den bevorzugten Routen.“ Künftig nimmt man nur noch Beschwerden an, wenn das Pferd eine grüne Plakette hatte. Die Nummer darauf sorgt dafür, dass dann auch das Pferd samt Reiter ausfindig gemacht werden kann.

Lob vom Landesverband Pferdesport

Lob für den Vorstoß bekommen der Schäferhof und die Gemeinde Nuthetal von Peter Fröhlich, Geschäftsführer des Landesverbandes Pferdesport Berlin-Brandenburg. „Es ist die einzig gute Lösung, um nach dem Verursacherprinzip vorgehen zu können“, sagt er. Nuthetal ist bei der Kennzeichnung der Pferde offenbar ein Vorreiter. Fröhlich kennt in der Region keine Kommune, die dies bereits umgesetzt hat. „Wir sehen die Problematik, dass in Gebieten mit hoher Pferdedichte Konflikte auftreten können. Man muss die Reiter finden, die sich nicht benehmen. Und denen muss es auch weh tun“, sagt er.

Ein Dutzend Reiterhöfe in Nuthetal

In Nuthetal gibt es ein Dutzend große Reiterhöfe und nach wie vor Beschwerden von Bürgern, die beklagen, dass auf Gehwegen geritten wird und die Wege durch Hinterlassenschaften der Pferde verunreinigt werden. Die Bürgermeisterin hat deshalb eine „Pferdewoche“ ausgerufen, die am Montag startete. Mitarbeiter des Ordnungsamtes führen eine Woche lang verstärkt Kontrollen durch und schwärmen mit Info-Flyern zu den Reiterhöfen aus, um die Menschen dort über Ge- und Verbote aufzuklären. „Es sind ja nicht die Pferde, sondern Reiter, die Regeln nicht einhalten“, sagt die Bürgermeisterin.

Hinweise zum Reiten in Nuthetal

In Nuthetal ist am Montag eine „Pferdewoche“ mit verstärkten Kontrollen und einer Info-Kampagne gestartet.

Mit Hinweiszetteln werden Ordnungsamtsmitarbeiter auch Reiterhöfe besuchen und etwa darüber informieren, dass Reiten auf Geh- und Radwegen verboten ist. Laut Straßenverkehrsordnung sind Reiter Verkehrsteilnehmer und müssen den rechten Rand der Fahrbahn nutzen.

Pferdeäpfel auf Straßen und öffentlichen Wegen sind zu beseitigen. Im Schäferhof in Bergholz-Rehbrücke gibt es dafür eine „Äppel-Karre“.

Nuthetals „ordnungsbehördliche Verordnung“ sieht Bußgelder von fünf bis 1000 Euro je nach Schwere des Verstoßes vor.

Laut Waldgesetz ist das Reiten auf Waldwegen, wenn sie breit genug sind, gestattet. Reiter müssen am rechten Rand reiten.

Von Jens Steglich

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