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Potsdam-Mittelmark Pferdeknochen sorgten für Krimi in Cammer
Lokales Potsdam-Mittelmark Pferdeknochen sorgten für Krimi in Cammer
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15:44 20.11.2016
Ralf Gutschmidt, Lutz Säger und Carsten Müller betrachten ausgelegte Berichte über die Grabungen in Cammer. Quelle: Andreas Koska
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Cammer

Insgesamt 310 Meter der Sanierungsarbeiten an der Ortsdurchfahrt in Cammer hat der Archäologe Rainer Bartels begleitet. Es sah zuerst nach Routine aus. „Ich war anfangs froh, denn es gab nur wenig zu beschreiben“, berichtete er am Freitagabend im Gemeindehaus Cammer. Dort hielt er einen Vortrag über die Funde während der Arbeiten im Mai und Juni 2016 .

Doch schnell stieß Bartels im Erdreich auf verwaschene Flecken, Scherben, Gruben. „Bei solchen Ergebnissen kann es auch zu einem Baustopp kommen, dann wären drei bis vier Monate Sperrung notwendig“, sagte er. Es ging auch ohne solche gravierenden Maßnahmen. Man erledigte die Arbeit parallel.

Handarbeit an der Grube

Insgesamt sind 187 Funde festgestellt und inventarisiert worden. Mit bis zu vier Experten war das Team des Brandenburgischen Landesamtes für Archäologie vor Ort. „Eine solche Ausgrabung ist wie eine Operation am offenen Herzen“, erläuterte Bartels den rund 50 Zuhörern. Die Grubenränder werden per Hand glatt gezogen und vermessen, die Scherben und anderen Funde mit einem feinen Pinsel gesäubert. Dann werden maßstabsgetreue Zeichnungen angefertigt, alles fotografiert. „Die Scherben haben keinen materiellen Wert aber sie helfen bei der Datierung“, erklärte der Forscher die Bedeutung auch des kleinsten Fundes.

Finden, putzen, vermesse, archivieren: die Liste der Funde, darunter diese Nadel, umfasst 16 Seiten und wird nun ausgewertet. Quelle: Andreas Koska

Dabei waren die Gruben von besonderer Wichtigkeit als Dokument der Siedlungsgeschichte. „Zum Glück für uns waren die Menschen damals reinlich und haben alles ordentlich entsorgt“, lobte Bartels unsere Ahnen. 87 Befunde betrafen die so genannte Vorgeschichte, meist aus der Bronze- und frühen Eisenzeit, also vom Jahr 2200 vor Christi Geburt an.

Neben den Abfall- und Lagergruben war die Entdeckung von Pfostengruben von besonderer Bedeutung. Diese deuten darauf, dass hier Wohnhäuser standen, immerhin 37 dieser Funde gab es. Für Bartels ein konkretes Zeichen für eine dauerhafte Ansiedlung, die hiermit belegt werden konnte.

Neuer Vortrag nach Auswertung denkbar

Schließlich gab es sogar noch einen kleinen Krimi während der Arbeiten: „Als wir schon fast fertig waren und einpacken wollten, gab es doch noch einen vermeintlich spektakulären Fund“, berichtete der Archäologe. Am letzten Tag der Ausgrabungen wurden an der Kreuzung Hauptstraße/Lehniner Straße in der Nähe des Friedhofs plötzlich Knochen gefunden.

„Es stellte sich aber heraus, dass es Pferdeknochen waren“, Bartels konnte seine Arbeit abschließen. Die Fundliste umfasst inklusive Pferdeknochen 16 eng bedruckte Seiten. „Wenn wir alles bearbeitet haben, komme ich gerne wieder“, bot Rainer Bartels in Cammer an.

Von Andreas Koska

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