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Potsdam-Mittelmark Pfötchenhotel für Vierbeiner künftig Flüchtlingsunterkunft
Lokales Potsdam-Mittelmark Pfötchenhotel für Vierbeiner künftig Flüchtlingsunterkunft
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14:19 07.12.2015
Das Tierparadies ist Schnee von gestern. Nun ziehen Flüchtlinge in die einstigen Betriebswohnungen. Quelle: DSJ
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Beelitz

Wo einst Hund, Katze und Hase im einstigen Pfötchenhotel in Beelitz, Ortsteil Schönefeld, exklusiv betreut wurden, sollen ab Mitte des Monats bis zu 90 Asylbewerber einziehen. Das sagte Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert auf Anfrage der MAZ. Im Sommer 2014 hatte der Geschäftsführer des damaligen Tierparadieses Insolvenz für die Einrichtung angemeldet. „Die Kreisverwaltung hält nach Prüfung die ehemaligen Betriebswohnungen des Hotels und ein Nebengebäude für geeignet, auch wenn der Standort abgelegen ist“, sagt Schwinzert. Der Mietvertrag mit der Insolvenzverwalterin Vera Mai sei ausgehandelt und stehe kurz vor der Unterzeichnung. Die Miete, die der Kreis zu zahlen habe, sei „ordentlich“, nähere Angaben wollte Schwinzert nicht machen. Der Kreis will laut Schwinzert für eine bessere Erschließung der Unterkünfte einen Shuttle zwischen der Stadt und dem kleinen, ländlichen Ortsteil einsetzen.

Auf die neue Situation einstellen

Für Bürgermeister Bernhard Knuth (BBB) war die Absicht des Kreises, dass Angebot der Insolvenzverwaltung anzunehmen, nicht neu. „Ich appelliere jetzt, wo der Kreis die Entscheidung endgültig getroffen hat, vor allem an die Bewohner von Schönefeld, sich auf die neue Situation einzustellen. Den neuen Nachbarn sollte man offen und respektvoll gegenübertreten“, sagt Knuth. Wer helfen möchte, könne sich jederzeit mit dem Landkreis in Verbindung setzen und erkundigen, wo Unterstützung gebraucht wird oder die Internetplattform helpto.de nutzen.

Pächter möchte mögliche Räumung nicht hinnehmen

Seit Monaten sucht der Landkreis nach Unterkünften für Asylbewerber. Der Kreistag hat deshalb am Donnerstag auch beschlossen, ein Hotel in Michendorf als Unterkunft für Flüchtlinge anzumieten. In dem Gebäude sollen Januar bis zu 250 Asylbewerber untergebracht werden. Die Miete soll etwa 800.000 Euro pro Jahr betragen, das wäre mehr, als der bisherige Pächter zahlt. Ob die Flüchtlinge tatsächlich wie geplant einziehen können, ist derzeit noch unklar. Momentan wird das Gebäude noch als Hotel genutzt. Es verfügt über 125 Zimmer. Der bisherige Pächter will gegen eine mögliche Räumungsklage vorgehen und hält den Betrieb derzeit noch aufrecht.

Auch noch zu errichtende Leitbauhallen waren am Oberstufenzentrum in Werder im Gespräch. Ursprünglich sollten dort noch vor Jahreswechsel annähernd 160 Flüchtlinge einziehen. „Doch beim Hallenbau sind Abstandsflächen zu berücksichtigen. Diese reichen bisher nicht aus“, sagt Schwinzert. Auch in Töplitz hat der Kreis Asylunterkünfte in einer ehemaligen Betriebsstätte in der Straße Schwarzer Berg geprüft. Doch der Eigentümer muss das Gebäude erst entsprechend herrichten.

Von Regine Greiner

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