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Potsdam-Mittelmark Picknick im Angergraben
Lokales Potsdam-Mittelmark Picknick im Angergraben
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00:18 02.04.2016
Einwohner Otto Linnicke mit Planern und Amtsvertretern im Gespräch. Quelle: Claudia Nack
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Ziesar

Mit Freibier zur gesponserten Bratwurst weihten Stadtväter, Planer, Grigat-Bauleute, Charwat-Elektriker, Amtsvertreter und Einwohner am Mittwochnachmittag den mit Hilfe der Städtebauförderung sanierten Angergraben offiziell ein. „Wir haben damit wegen des Wetters extra bis zum Frühjahr gewartet“, so Vize-Bürgermeister Klaus Schwanke, der im Namen von Bürgermeister Dieter Sehm allen Baubeteiligten dankte und selber Anrainer ist. Denn für den Verkehr freigegeben ist die engste Straße Ziesars nach neunmonatiger Bauzeit seit Ende vorigen Jahres. Leidige Huckel, Löcher, Riesenpfützen und superschmaler Bürgersteig mit hohen Kanten gehören der Vergangenheit an.

Statt großer Maschinen kleine Technik

Die Enge des Angergrabens und die früher auf schlechtem Baugrund errichteten Häuser waren die besondere Herausforderung bei dieser Fahrbahnsanierung. Statt großer Technik kam kleine zum Einsatz. Im Auftrag des WAZV Ziesar wurden Schmutzwasserkanal, Trinkwasserleitung und Hausanschlüsse erneuert. Wegen der Platzknappheit ist das tieferliegende Schmutzwasserrohr auf einer Länge von 170 Metern im so genannten Berstlining-Verfahren in gleicher Trasse ersetzt worden. Für die 375 Meter lange Fahrbahn wurde das alte Polygonpflaster wiederverwendet. Während im breiteren Südbereich zwei Entwässerungsrinnen aus Kleinpflaster entstanden, gibt es im schmaleren Nordteil nur eine Rinne aus Granitgroßpflaster. Auf einen Bürgersteig wurde im schmalen Angergraben verzichtet, der in Richtung Breiter Weg von Haus zu Haus nur 3,40 Meter misst. Er wird nun als Mischfläche genutzt. Die Gesamtkosten inklusive 265 Meter Regenkanal, 13 LED-Leuchten und Planung lagen bei rund 750 000 Euro. Die in zwei Abschnitten erfolgte Baumaßnahme hatte Thomas Langer aus Bad Belzig archäologisch begleitet, der neben dem Grabenbodenprofil mittelalterliche Keller- und Hausreste aus dem 13. bis 15 Jahrhundert entdeckte.

Lob der Anwohner

„Ist gut geworden“, sagen Alteingesessene wie Helmut Praetz, der vor 79 Jahren im Angergraben geboren wurde und noch in seinem Elternhaus lebt. „Die Straße und die Entwässerung sind jetzt tipptopp“ lobt auch Heinz Krüger, der 1998 von der Kleinen Achterstraße in den Angergraben gezogen ist. „Vorher kannte man jedes Schlagloch mit Vornamen, wenn man mit dem Auto darüber gefahren ist“, so der 77-jährige Ziesaraner. Diese Teststrecke für Stoßdämpfer ist nun Geschichte.

Schwerpunkt der Stadtsanierung in diesem Jahr bildet der Wallgraben, wo vor zwei Wochen Baubeginn war. Für Straße mit Regenkanal und Leuchten sind rund 400 000 Euro veranschlagt. Auch hier ist Grigat Bau aus Ziesar der Hauptauftragnehmer. Von acht Angeboten hatte diese Firma das wirtschaftlichste abgegeben.

Von Claudia Nack

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