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Potsdam-Mittelmark Pilotin stirbt bei Segelflugzeug-Absturz
Lokales Potsdam-Mittelmark Pilotin stirbt bei Segelflugzeug-Absturz
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20:18 09.08.2016
Auf dem Flugplatz Lüsse. Quelle: Julian Stähle
Bad Belzig

Auf dem Segelflugplatz im Bad Belziger Ortsteil Lüsse (Potsdam-Mittelmark) ist am Dienstag ein Flugzeug während des Starts abgestürzt. Die 59 Jahre alte Pilotin aus Schleswig-Holstein kam dabei ums Leben.

Ersten Erkenntnissen zufolge kippte das einsitzige Segelflugzeug auf einer Flughöhe von rund 50 Metern zur Seite. Augenzeugen berichten, es habe sich in der Luft überschlagen und sei dann abgestürzt. Dabei habe es noch an der zum Start benötigten Seilwinde gehangen. Beim Start werden Segelflugzeuge an einer solchen Seilwinde auf die notwendige Flughöhe und Geschwindigkeit gebracht.

Die Trauer vor Ort ist groß. Menschen geben sich gegenseitig Halt. Auch Notfallseelsorger sind im Einsatz. Quelle: Julian Stähle

„Kein Platz für Spekulationen“

„Näheres zum Hergang des Unglücks gibt es zu diesem Zeitpunkt nicht zu berichten“, sagte der Vorsitzende des Flugsportclubs Charlottenburg, Thomas von Larcher, sichtlich erschüttert nach der Besichtigung der Absturzstelle. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, da ist kein Platz für Spekulationen.“ Der Berliner Verein betreibt den Flugplatz in Lüsse. Die verunglückte Pilotin sei eine erfahrene Fliegerin gewesen, so von Larcher weiter. Die Flugbedingungen am Dienstagmittag beschreibt er als „vollkommen normal“.

Ehemann vor Ort

Der Ehemann der Pilotin, der sich zum Unglückszeitpunkt auf einem Zeltplatz nahe des Flugplatzes befand, musste notärztlich versorgt werden. Auch weitere Angehörige sind noch vor Ort; die Gruppe nahm an einem Fliegerlager teil.

Notfallseelsorger kümmern sich um Augenzeugen

Zwei Notfallseelsorger kümmerten sich nach dem Unglück um die rund 15 Augenzeugen sowie die Gäste und Mitarbeiter des Flugplatzes. Etwa 60 Personen waren zum Zeitpunkt des Absturzes auf dem Platz, die meisten verbringen ihren Urlaub dort. „Die anderen Piloten des Fliegerlagers wollten gleich im Anschluss starten“, sagt ein Flugplatzmitarbeiter.

Flugbetrieb vorerst eingestellt

Der Flugbetrieb wurde vorerst eingestellt. Die näheren Umstände sollen Sachverständige der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) klären. Auch die Kriminalpolizei ermittelt. Wann der Flugplatz von den Ermittlern freigegeben wird, ist derzeit unklar.

Der Flugplatz in Lüsse ist ein beliebter Start für Hobby- und Profiflieger. Er war 2008 Ausrichter der Segelflug-Weltmeisterschaft.

Segelflugplatz in Lüsse

Der Segelflugplatz in Lüsse, etwa 5 km östlich von Bad Belzig im Hohen Fläming, ist bei Segelfliegern als idealer Ausgangpunkt für ihren Sport sehr beliebt. Seit Jahren werden dort an günstigen Tagen bis zu 100 Starts und Landungen absolviert.

Es ist ein vereinseigener Flugplatz des FCC Berlin e.V., der den Sonderlandeplatz als „Segelflugparadies mitten in Europa“ auf der eigenen Internetseite beschreibt.

Vom 18.-27. Juli 2016 haben in Lüsse die Segelflug-Qualifikationsmeisterschaften in der Club-, Doppelsitzer- und Offenen Klasse stattgefunden.

Der Flugplatz verfügt über eine gute Infrastruktur und „ausgezeichnete thermische Segelflugbedingungen“. Die Thermik selbst ist jedoch je nach Wetterlage stets unterschiedlich – ob nun in Lüsse oder auf einem anderen Flugplatz.

Nicht nur Meisterschaften werden in Lüsse ausgetragen, auch Familien, andere Vereine oder Gäste können auf dem Flugplatz fliegen.

Vor fast genau 14 Jahren, am 29. Juli 2002 gab es schon einmal einen tragischen Flugunfall auf dem Segelflugplatz in Lüsse. Damals verunglückte ein 63-jähriger Pilot, während des Startversuchs mit der Seilwinde.

Zweieinhalb Jahre später, am 14. Oktober 2004, verunglückte ein damals 20-jähriger Mann aus Wiesbaden beim Paragliding auf dem Segelflugplatz in Lüsse verunglückt. Wie die Polizei damals berichtete, wollte sich der junge Paraglider mit Hilfe einer Seilwinde, die normalerweise nur für Segelflugzeuge zugelassen ist und von Segelfliegern benutzt wird, in die Höhe ziehen lassen. Nachdem er etwa sechs bis sieben Meter hoch in der Luft schwebte, habe er sich ausgeklinkt und war – mangels Auftrieb – heruntergefallen. Beim Aufprall auf dem Boden verletzte er sich so schwer, dass er in ein Berliner Krankenhaus gebracht werden musste.

Anfang Juni 1999 wurden bei einem Absturz eines Motorseglers zwei Menschen schwer verletzt. Das Leichtflugzeug stürzte damals kurz nach dem Start in der Nähe des Flughafens Lüsse aus etwa zwei Meter Höhe ab.

Während des Starts hatte sich 200 Metern nach dem Abheben das Höhenruder gelöst und war zu Boden gefallen.

Damit wurde der Segler vom Typ Nimbus 4 DM (Baujahr 1995) manövrierunfähig, schlug nach weiteren 60 Metern auf und überschlug sich. Bei den beiden Verletzten handelte es sich um einen 61jährigen Piloten und einen 30 Jahre alten Fluggast aus Berlin. Sie kamen zur stationären Behandlung in Krankenhäuser.

Von Saskia Kirf

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