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Pirat kämpft für mehr Bürgerbeteiligung

Landratswahl Potsdam-Mittelmark Pirat kämpft für mehr Bürgerbeteiligung

Am kommenden Wochenende wird im Landkreis Potsdam-Mittelmark ein neuer Landrat gewählt. Rechtsanwalt Andreas Schramm geht für die Piraten ins Rennen. Er kämpft für mehr Bürgerbeteiligung und den Ausbau der Radwege. Dabei setzt der 53-Jährige auf ungewöhnliche Wahlplakate.

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Kandidat lässt Amtsdirektorenwahl platzen

Andreas Schramm

Quelle: Martin Steger

Kleinmachnow. Glaubt man den Plakaten des Piraten-Kandidaten Andreas Schramm, bilden zwei Teddys mit Augenklappe und Totenkopftüchern auf den Köpfchen sein „Wahlkampfteam“. Mit Plüschtieren in die Landratswahl? Wirkt das nicht ein bisschen, nun ja, unseriös? Die Teddys seien „ein kleines Augenzwinkern“ gegen die „Langeweile“ im Wahlkampf: „Ich habe nichts zu verlieren“, sagt der Rechtsanwalt aus Kleinmachnow. Großformatige Plakate zeigen Schramm – in optimistischer Daumen-hoch-Pose. „Bürgerhaushalt, Ausbau der Radwege, Bildung für alle“ – damit will der 53-Jährige bei den Potsdam-Mittelmärkern punkten. Mehr Transparenz in der Politik und mehr Bürgerrechte, das waren die Hauptgründe, warum sich Schramm 2011 der Piratenpartei anschloss, deren Kreisvorsitzender er seit 2012 in Kleinmachnow ist.

Die anderen Kandidaten:

– Franz Herbert Schäfer (CDU): Metzgersohn will Landrat werden

– Klaus-Jürgen Warnick (Die Linke): „Mit mir wird es keine Zwangsfusion geben“

– Sven Schröder (AfD): Politikneuling strebt Chefposten an

– Wolfgang Blasig (SPD): Amtsinhaber kämpft um seinen Job

Und an Bürgerbeteiligung hapert es dem Freibeuter zufolge im Landkreis. Ein Beispiel: Im Kreistag findet zweimal im Jahr eine Einwohnerfragestunde statt – viel zu selten, findet Schramm. „In jeder Kreistagssitzung sollten Bürger die Gelegenheit bekommen, sich mit Anregungen, Sorgen, Problemen zu äußern.“ Insgesamt müssten die Mittelmärker mehr über die Geschicke ihres Landkreises mitbestimmen dürfen, etwa per Bürgerhaushalt, bei Projekten und Planungen wie bei der Standortsuche für Windparks „frühzeitig“ beteiligt werden. „PM“ soll ökologisch vorbildlicher werden, deshalb fordert Schramm mehr Radschnellwege und Solaranlagen auf Gebäuden.

Die Direktwahl des Landrates findet am 25. September statt, eine Stichwahl wäre am 9. Oktober möglich.

Es bewerben sich Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD), Franz Herbert Schäfer (CDU), Klaus-Jürgen Warnick (Die Linke), Sven Schröder (AfD) und Andreas Schramm (Piraten). Bündnisgrüne und FDP verzichten auf einen eigenen Kandidaten. Für die Mitglieder im Kreistag Potsdam-Mittelmark endet die aktuelle Wahlperiode erst 2019.

Der gebürtige Hannoveraner Andreas Schramm hat an der Freien Universität Berlin Rechtswissenschaften studiert. Seit 2003 wohnt er in Kleinmachnow, seit 2011 gehört er der Piratenpartei an. Schramm ist verheiratet und hat zwei Söhne (17 und 21). rn

Schramm ist nicht das, was man sich unter einem wilden Pirat vorstellt

Sich selbst charakterisiert Schramm, der 2014 für den Landtag kandidierte, „als sehr ruhig, lösungsorientiert, diplomatisch“. Nicht eben das, was man sich unter einem wilden Piraten vorstellt. Aber diese Eigenschaften braucht er im Job. Der Anwalt unterstützt für Gerichte in Brandenburg und Berlin psychisch Kranke im Alltag, beispielsweise bei Behördengängen. Würde er Landrat, möchte er die schwersten seiner schweren Fälle weiterhin betreuen – „in meiner Freizeit“. Als Jura-Student an der Freien Universität Berlin sympathisierte Schramm mit den Grünen, ohne je dort Mitglied gewesen zu sein. Dort sei es „deutlich chaotischer“ zugegangen als in der Piratenpartei, die als äußerst debattierfreudig gilt. „Auch in anderen Parteien gibt’s Streit, das dringt nur nicht so nach außen“, sagt Schramm, der 2003 mit Frau und den beiden Söhnen (heute 17 und 21 Jahre) aus Zehlendorf nach Kleinmachnow zog.

Der Freitagend gehört ihm und seiner Frau

Schramms Teddys sind zwar ein netter Hingucker, aber keine große Hilfe. Den Wahlkampf schultert der Kandidat weitgehend allein, hat auch geholfen, Plakate zu hängen. Dazu kommt der eigentliche Job. Das Resultat sind 80-Stunden-Wochen. „Ich werde langsam ein bisschen müde“, gibt Schramm zu. Zum Stress-Ausgleich radelt und läuft er gern. Und der Freitagend gehört ihm und seiner Frau. Dann schwoft das Paar in der Potsdamer Tanzschule Linksfüßer. „Ab und zu muss man ja den Kopf frei bekommen“, sagt Schramm und schmunzelt. Gefragt, wo er sich nach der Stimmenabgabe sieht, antwortet der Kandidat: „In der Stichwahl.“ Am Sonntagabend steigt in der Piraten-Landesgeschäftsstelle in Bad Belzig die Wahlparty. „Gefeiert wird auf jeden Fall – mit Sekt oder Selters.“

Von Ricarda Nowak

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