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Pläne für Fahrsilo bleiben aktuell

Reetz: Streit um Agrarinvestition Pläne für Fahrsilo bleiben aktuell

Das Landgut Reppinichen will ein 4-Kammer-Silo am Reetzer Dorfrand bauen, um seine Ernte nicht länger am jeweiligen Feldrand lagern zu müssen. Baufreiheit auf der Agrarbrache ist bereits geschaffen. Doch vor Ort schlägt dem Unternehmen viel Skepsis entgegen, denn die Erfahrungen mit den Transporteuren sind nicht sehr gut.

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Auf dieser Fläche soll ein Silo entstehen.

Quelle: Dirk Fröhlich

Reetz. Das Landgut Reppinichen hält an seinem Vorhaben fest. Es will am Dorfrand ein 4-Kammer-Fahrsilo errichten. Neben dem Lager soll ein Gärrestbehälter entstehen.

Doch das Anliegen ist nach wie vor umstritten. Am Mittwochabend soll deshalb die Kompromisssuche fortgesetzt werden. Zuletzt waren die Fronten eher verhärtet, weshalb sich Marion Gante (FDP) und Eva Loth als Ortsbeiräte noch nicht zu einer endgültigen Stellungnahme in der Lage sahen. „Die Argumente waren bislang nicht überzeugend genug, sich gegen den wiederholt dokumentierten Willen der Bürger zustellen“, erklärte die Ortsvorsteherin.

Bauantrag wieder zurückgezogen

Wahrscheinlich hatte sie wie viele Beteiligte gehofft, der Streit könnte langfristig ad acta gelegt werden. Denn ursprünglich war die Investition mit der geplanten Errichtung einer eigenen Biogas-Anlage im Wiesenburger Gewerbepark am Borner Weg gekoppelt. Doch das Gegenteil scheint der Fall: Ob der allgemein gebremsten Entwicklung auf dem Sektor der Erneuerbaren Energien als auch wegen der nach fünfjähriger Unterbrechung wieder hergestellten Kooperation mit der benachbarten Wiesenburger Marktfrucht GmbH als Abnehmer ist der Bauantrag dafür bei der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark zurückgezogen worden.

Einvernehmen wird empfohlen

Die Bürgerinitiative „Für eine nachhaltige Entwicklung unserer Dörfer in der Gemeinde Wiesenburg/Mark“ hat vor drei Jahren mehr als 1000 Unterschriften gesammelt. Die Unterzeichner haben damit ihren Protest gegen den Bau weiterer Biosgas-Anlagen und die daraus folgende „Vermaisung“ der Äcker im Hohen Fläming zum Ausdruck gebracht.

„Die Faktenlage hat sich nicht geändert“, sagen Dieter Wankmüller und Mitstreiter. Sie fürchten, dass mit der Zeit die damals getroffenen Festlegungen ausgehebelt werden sollen.

Im aktuellen Streit um den Bau von Silo und Gärrestbehälter in Reetz hat Hartmut König empfohlen, eine gemeinsame Lösung zu suchen. Findet sich kein juristischer Grund, das Vorhaben zu verhindern, könne die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark das Einvernehmen für die formell privilegierte Investition trotzdem herstellen, erklärte der Bauamtsleiter der Gemeinde Wiesenburg/Mark.

Die Realisierung der übrigen seit 2012 bekannten Pläne sei weiter nötig, um Qualität der Produkte zu sichern; die Umweltgefährdung einzuschränken und die Fahrwege zu optimieren, sagt Thomas Redwanz. Die Erträge von rund 5500 Hektar bewirtschafteter Ackerfläche müssten untergeberacht werden, wobei die aktuell genutzten Feldrandsilos ersetzt werden sollen, sagt er. Doch gerade was die Transporte insbesondere zur Erntezeit betrifft, schlägt dem Berater der Lindhorst-Gruppe, zu der das hiesige Landgut gehört, viel Skepsis von den Einheimischen entgegen. Die Erklärungen von Uwe Reinkens, dass im Unternehmen ebenfalls der Sinn jeder Fahrt geprüft werde, reichte den Anwesenden ebenso wenig aus wie das Versprechen des Geschäftsführers, bei den Fahrern, inklusive Dienstleistern, auf die Einhaltung von Tempo 30 im Ort zu sorgen.

Emissionen sind kaum ein Thema

Weil die Erfahrungen anders sind: Lärm, Dreck und Erschütterungen, die von den immer größer werdenden Landmaschinen verursacht werden, strapazieren Nerven der Anwohner und sorgen für Schäden an Gebäuden. Daher wollen die Bürger nunmehr Zahlen zu Fahrten, Transportmengen und anderes mehr wissen. Womöglich gibt es sogar buchstäblich neue Wege zu entdecken. Die einstige Panzerstraße wurde als Umleitung ins Gespräch gebracht, um Fahrten durch die Ortsmitte zu sparen.

Beim Ortstermin

Beim Ortstermin.

Quelle: Eva Loth

Immerhin: Die Emissionen, die womöglich von Silo und Gärrestbehälter ausgehen könnten, sind kaum Thema der Auseinandersetzung. Außerdem ist anerkannt worden, dass die ins Auge gefasste Agrarbrache zwischen Mühlenberg und dem 600-Einwohner-Ort gerade aufwendig hergerichtet wird. Alte Ställe und Nebenanlagen wurden abgerissen. Außerdem soll die ehemalige Betriebstankstelle an der Reppinichener Straße abgerissen und das Areal neu gestaltet werden. Doch die Kernfrage wird damit nicht geklärt, wie mehrere Redner bei der jüngsten Sitzung deutlich gemacht haben.

 

Von René Gaffron

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