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Potsdam-Mittelmark Plätzchen von Stahnsdorf für Berliner Obdachlose
Lokales Potsdam-Mittelmark Plätzchen von Stahnsdorf für Berliner Obdachlose
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11:54 27.11.2016
Plätzchen gebacken und sehr liebevoll verpackt haben auch „Zille“-Schüler der Klassen 1d und 5a. Die Idee hatte ihre Lehrerin Elisabeth Cavan (l.). Quelle: privat
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Stahnsdorf

Eigentlich will man es sich am 1. Advent kuschelig warm und gemütlich zu Hause machen. Aber nicht jeder hat ein Zuhause und ist weit entfernt von Kuschelatmosphäre. Wie Obdachlose in Berlin zum Beispiel. Deshalb hatte Elisabeth Cavan, die nach dem Referendariat seit drei Monaten „richtige“ Lehrerin in der Zille-Grundschule ist, eine Idee für ein Adventsprojekt an der Schule.

Die Thüringerin lebt in Berlin und sieht täglich auf dem Weg nach Stahnsdorf das Elend auf den Straßen der Hauptstadt. Zunächst war sie durch einen Spendenaufruf für Zahnbürsten auf die Bahnhofsmission am Zoologischen Garten gestoßen. Schnell hatte sie dank ihrer Familie und Freunden Geld zusammen und Zahnbürsten sowie Creme gekauft und bei der Bahnhofsmission direkt abgegeben. „Die Mitarbeiter dort sind sehr offen und haben mich überall umhergeführt“, erzählt Elisabeth Cavan der MAZ. Und nach dem Einblick in die „bemerkenswerte Arbeit“, entstand die Idee, über die Zahnbürsten hinaus zu helfen. So startete sie ab den Herbstferien die Plätzchen-Aktion zum Advent.

Die 35-Jährige stellte einen Aufruf auf die Homepage ihrer Schule und hat „fleißig Werbung in den Klassen gemacht, damit Plätzchen gebacken werden für obdachlose und hilfsbedürftige Menschen“. Und die Reaktion war groß: „Ich bin absolut berührt und habe damit überhaupt nicht gerechnet. Fast alle Kollegen, Schüler und Eltern haben sich beteiligt“, freut sich die Klassenlehrerin der 1d. Bis Freitagmittag sind 584 Tüten bei ihr angekommen. „Es ist unglaublich!“ Nicht nur, dass so viel gebacken wurde, die meisten haben ihre Süßware auch noch sehr liebevoll verpackt. „Manche Kinder haben noch eine Karte beschrieben und die Tüte mit einem hübschen Anhänger verziert“, berichtet die Lehrerin. Jeden Tag hätten Mädchen und Jungen „mit strahlenden Augen und ihren gebackenen Plätzchen“ vor ihr gestanden.

Im Unterricht hatte die Deutschlehrerin altersgerecht mit den Kindern die Problematik Obdachlosigkeit besprochen. Mit Schülern der 5./6. Klassen sei sie schon „mehr in die Tiefe gegangen“. Besonders bemerkenswert für die junge Pädagogin war, den Kindern zu zeigen, zu welchem Ergebnis man kommen kann, wenn man eine Sache gemeinsam macht. Und sie war begeistert, dass sich selbst an Wochenenden Schüler zum gemeinschaftlichen Backen verabredet hatten. Elisabeth Cavan hat selbst mit ihrer kleinen Tochter gebacken, und auch diesmal halfen ihr wieder Familienmitglieder mit Geldspenden. Davon habe sie Papiertüten und zusätzliche Süßigkeiten gekauft.

Eigentlich waren 250 gefüllte Tüten mit mindestens je zehn Keksen das Ziel der Aktion. Denn die Mitarbeiter der Bahnhofsmission hatten Elisabeth Cavan informiert, dass sie am 1. Advent mit etwa 250 Menschen rechnen, die zu den drei Essensausgaben kommen werden. Die Lehrerin aus Stahnsdorf fährt nun am 27. November mit Ehemann und anderen Familienmitgliedern nach Berlin, um in der Zeit von 14 bis 18 Uhr persönlich die Plätzchentüten aus Stahnsdorf an die hilfsbedürftigen Menschen vor der Mission zu verteilen, die sich ihre warme Mahlzeit dort abholen. Völlig überraschend sind auch noch 418 Packungen Papiertaschentücher für die Menschen auf der Straße abgegeben worden.

Auch Taschentücher wurden von den Schülern für die Obdachlosen abgegeben. Quelle: privat

Und weil die Stahnsdorfer so überaus viel gebacken haben, sollen Plätzchen auch im eigenen Ort bleiben. 60 Tüten bekommen demnächst Senioren in einer Einrichtung geschenkt, versichert Elisabeth Cavan.

Berliner Bahnhofsmission

Die erste evangelische Bahnhofsmission wurde 1894 in Berlin gegründet.

Die Arbeit der Bahnhofsmission am Bhf. Zoologischer Garten konzentriert sich stark auf Unterstützung für Bedürftige. Viele Ehrenamtliche kommen mit Hauptamtlichen zusammen, um Essen, Kleidung, Schlafsäcke und ein Gespräch anzubieten. Außerdem finden Andachten für Menschen statt, die auf der Straße leben.

Von Claudia Krause

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