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Plakat-Kampagne mit markanten Typen

Kleinmachnower Feuerwehr auf Nachwuchssuche Plakat-Kampagne mit markanten Typen

Die Kleinmachnower Feuerwehr trägt die Verantwortung für die Sicherheit von mehr als 20 500 Einwohnern – sie ist zur Stelle, wenn die Küche plötzlich brennt, sie leistet erste Hilfe bei schweren Unfällen, sie rettet notfalls sogar Wildschweine vor dem Ertrinken aus dem Teltowkanal.

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Peter Schulz ist seit seinem 10. Lebensjahr bei der Freiwilligen Feuerwehr. Jetzt wirbt er mit seinem Gesicht für Nachwuchs.

Quelle: Gemeinde

Kleinmachnow. Übersehen kann man sie nicht. Seit einigen Tagen schauen einen in Kleinmachnow von Plakaten an Laternenmasten, Schaufenstern und Pkws Männer und Frauen in voller Montur mit rußgeschwärzten Gesichtern an. „Peter S.“ ist einer von ihnen. Der 54-Jährige gehört zur Freiwilligen Feuerwehr Kleinmachnow, die mit einer Kampagne der besonderen Art jetzt für Nachwuchs wirbt.

Peter (S.) Schulz ist seit seinem zehnten Lebensjahr aktiv; früher in der DDR als „junger Brandschutzhelfer“, später in der Jugendfeuerwehr. Schon Vater und Mutter hatten dem Sohn vorgemacht, sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl einzusetzen. Seine Ehefrau, mit der er 32 Jahre verheiratet ist, gehört ebenfalls zu den 85 Feuerwehrmitgliedern in der Gemeinde. Angesichts des Plakates, das ihren Mann zeigt, „lächelt sie nur“, sagt Schulz. Sie kenne ja seine Leidenschaft. Schuster als Berufsangabe sei ihr jedoch „zu wenig“. Zwar habe sie recht, denn Peter Schulz ist Schuhmachermeister- und obendrein auch Orthopädieschuhmacher. „Bei der Feuerwehr bin ich aber für alle der Schuster. Das ist okay“, sagt der stellvertretende Gemeindebrandmeister. Wichtig sei die Botschaft und dass „wir neue Leute bekommen“.

Die Plakate mit den ernsten Gesichtern sind auf gute Resonanz gestoßen. „Die Leute sagen uns, dass es einmal was anderes ist und wirklich zum Stehenbleiben und Lesen anregt“, sagt Kleinmachnows Gemeindewehrführer Alexander Scholz (33). Es gebe schon vier Interessenten zwischen 17 und 40 Jahren, die wohl „sicher“ zu den Kameraden stoßen werden. Die zur Kampagne gehörende extra geschaltete Homepage www.wer-mit-dem-feuer-spielt.de habe bereits 12 204 Besucher, freut sich Scholz. „Wir werden also wahrgenommen.“ Manch ein Kleinmachnower frage sich zwar, warum die Abbilder „so düster“ sind. „Das war mit Absicht – man soll hingucken“, sagt Scholz. Bekannte von Peter Schulz erkennen den Mann oft gar nicht, „weil ich ja sonst nicht so ernst bin“, erzählt er. Die Fotos der Kameraden, die selbst auf die Idee mit der außergewöhnlichen Kampagne gekommen sind, hat Philipp Wentzel gemeinsam mit einem Kollegen seiner Firma gemacht. Der Systemadministrator gehört noch zu den „Frischlingen“ unter den Floriansjüngern Kleinmachnows.

Was die 35 Aktiven der der Wehr in diesem Jahr schon geleistet haben, lässt tief blicken. Bis jetzt wurden sie bereits zu 210 Einsätzen gerufen, so viel wie sonst in einem ganzen Jahr! Immer öfter sind neuerdings Unwetterschäden zu beheben und technische Hilfeleistungen zu erbringen, erklärt Scholz. Die wenigsten Einsätze seien dem Löschen gewidmet. Immerhin tragen die Frauen und Männer in Uniform die Verantwortung für die Sicherheit von mehr als 20 500 Einwohnern in der Waldgemeinde – sie sind zur Stelle, wenn die Küche plötzlich brennt, ein schwerer Unfall sich ereignet hat oder notfalls sogar Wildschweine vor dem Ertrinken aus dem Teltowkanal gerettet werden müssen. Wenn eine Sturmfront durch die Gemeinde fegt, sind die ehrenamtlichen Helfer durchaus auch einmal – wie am 31. März – 24 Stunden hintereinander im Dienst, um Bäume zu sichern, Straßen frei zu räumen oder Menschenleben zu retten.

Doch der demografische Wandel macht auch vor Kleinmachnow nicht halt und deshalb sucht deren Feuerwehr Interessenten zwischen 17 und 55 Jahren. Auf einem Plakat ist niemand unter dem Feuerwehrhelm zu sehen. Ziel der Kampagne ist es, diesem Plakat nicht nur eines sondern möglichst viele Gesichter zu geben.

Wo trifft man die Floriansjünger?

Zur Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Kleinmachnow gehören 85 Mitglieder, darunter 35 im Alter zwischen 17 und 64 Jahren, die aktiv im Dienst sind. Mit dabei sind auch fünf Frauen.

Jährlich hat die Wehr rund 200 Einsätze zu bewältigen. In diesem Jahr sind es bereits zum Halbjahr 210.

 

Wer die Floriansjünger etwas besser kennenlernen will, hat dazu Gelegenheit beim ersten Anwärterdienst am 14. August, 19 Uhr, auf der Feuerwache, Am Bannwald 1, oder am 24. Juli, 16 bis 18 Uhr, beim „Meet and Greet“ auf dem Rathausmarkt.

 

Ihren Tag der offenen Tür veranstaltet die FFW am 5. September von 14 bis 18 Uhr. Neben einer umfangreichen Technikschau sind viele Aktionen für Groß und Klein geplant.

Mehr zur Werbekampagne unter www.wer-mit-dem-feuer-spielt.de.

Von Claudia Krause

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