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Planung für Urnen-Gemeinschaftsgrab stockt

Fredersdorfer Friedhof Planung für Urnen-Gemeinschaftsgrab stockt

Das seit vier Jahren in Fredersdorf geplante Urnengemeinschaftsfeld war zum Greifen nah. Der im Planungsbüro von Gunnar Lange gefertigte Entwurf war im vergangenen Jahr für gut befunden und die veranschlagten finanziellen Mittel im Haushalt eingestellt worden. Im Wirtschaftsausschuss entfachte nun aber eine neue Debatte um das Gräberfeld.

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Ortsvorsteher Bodo Sternberg mit dem Plan für das Gemeinschaftsgrab.

Quelle: Christiane Sommer

Fredersdorf. Das seit vier Jahren in Bad Belzigs Ortsteil Fredersdorf geplante Urnengemeinschaftsfeld war zum Greifen nah. Der im Planungsbüro von Gunnar Lange gefertigte Entwurf war im vergangenen Jahr für gut befunden worden und die für die Verwirklichung veranschlagten finanziellen Mittel im Haushalt der Stadt eingestellt.

Eine leise Vorahnung, dass das Projekt ins Stocken geraten könnte, beschlich den Ortsbeirat jedoch bereits vor zwei Wochen. In der Sitzung des Gremiums äußerte Bauamtsleiter Christoph Grund auf die Frage des Ortsvorstehers Bodo Sternberg, ob die Umsetzung entsprechend des Haushaltsbeschlusses beginnen könne, Bedenken. „So schnell geht das nicht“, sagte Grund und erläuterte, dass zuvor die Friedhofsgebührensatzung der Stadt geändert werden müsse. Dies sei jedoch frühestens zum Jahresende möglich. Und selbst wenn die Anlage bis dahin fertig sei, dürften erst ab dem 1. Januar 2018 auch Bestattungen dort erfolgen. Zudem sei die Verwaltung mit der Anfertigung einer neuen Kalkulation beschäftigt, die demnächst zur Diskussion gestellt werden soll.

Haushaltsmittel bereits eingestellt

Dieses Informationspapier wurde jetzt im Wirtschaftsausschusses vorgestellt und entfachte eine teils makabere Diskussion. Ungeachtet dessen, dass sich derselbe Ausschuss vor genau einem Jahr für die Anlegung der Fläche in Fredersdorf und weiteren Flächen in Schwanebeck und Groß Briesen aussprach. Für die beiden erstgenannten Dörfer sind die erforderlichen Mittel zudem bereits im Haushalt eingestellt.

Stein des Anstoßes waren trotzdem die Finanzen. „Die Kalkulation ist an einem Punkt angekommen, an dem wir Ihren Rückhalt brauchen“, sagte Grund den Ausschussmitgliedern. Vorab hatte er gegenüber den Fredersdorfern bereits die Sorge geäußert, dass die Pflege der 30 Quadratmeter großen Anlage ein Zuschussgeschäft für die Stadt werde.

Bewohner bereit, in Eigenleistung zu gehen

Ortsvorsteher Bodo Sternberg nahm das neue Papier kopfschüttelnd zur Kenntnis. Unter den Abgeordneten verfehlte es jedoch die Wirkung nicht. Wolfgang Terp (CDU) kritisierte die Pläne als „pompös“. Werner Sperfeld (SPD) argumentierte, wer auf einem Urnengemeinschaftsfeld bestattet werden wolle, könne „nach Bad Belzig kommen“. Ursula Schwill (Grüne) wiederum forderte die Anlage zu verkleinern, um Kosten zu sparen. Die darin angegebene Belegung mit 120 Urnen – vier pro Quadratmeter –, sorgte indes auch bei Sternberg für eine Überraschung. Bislang standen 60 Urnen zur Diskussion. Gleichzeitig signalisierte er die Bereitschaft der Einwohner zu Eigenleistungen, um die Baukosten zu minimieren.

Für Debatten sorgten weiterhin die unterschiedlich hohen Gebühren für Bestattungen auf den Urnenfeldern. So werden auf dem Waldfriedhof in Bad Belzig 997 Euro fällig. In Fredersdorf hingegen ist mit knapp 1 700 Euro zu rechnen. Während man im Dorf längst die Bereitschaft erklärt hat, diese Kosten auch zu tragen, reiben sich Abgeordnete wie Wolfgang Terp daran. „Wir sind eine Stadt“, sagt er. „Warum dann unterschiedlich hohe Gebühren?“ Christoph Grund versuchte zu erklären, dass dies mit der bereits refinanzierten Anlage auf dem Waldfriedhof zusammenhänge. Der ferner von ihm geäußerte Hinweis, dass dieselbe an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt, blieb unbeachtet. Stattdessen beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, eine neue Mustergebührensatzung zu erarbeiten und nach Möglichkeiten zu suchen, die Größe des Grabfeldes in Fredersdorf zu verkleinern.

Kosten werden auf 16 500 Euro geschätzt

Bislang sind anonyme und teilanonyme Bestattungen auf Urnengemeinschaftsfeldern nur auf den kommunalen Friedhöfen in Bad Belzig (Waldfriedhof) und im Ortsteil Ragösen möglich.

Die Herstellungskosten für das in Schneckenform in Fredersdorf geplante Feld werden auf 16 500 Euro geschätzt.

Es soll auf der bislang ungenutzten Seite des Friedhofs neben der Trauerhalle entstehen.

Die als Grünfläche geplante Anlage soll eine Stele erhalten und durch Granitplatten ebenerdig eingefasst werden.

Auf kleinen, von den Angehörigen finanzierten Platten, sollen Namen und Lebensdaten der Verstorbenen installiert werden können.

Für Karin Kuhlmey und Lutz Maessen eine Enttäuschung. Die beiden leben seit 2003 im Dorf und sagen: „Es wäre in unserem Sinn, wenn endlich etwas passiert.“ Der 78-Jährige Maessen weiter: „Erinnerungskultur ist wichtig. Auch für ein Dorf.“

Von Christiane Sommer

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