Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Gestresste Platane Stein des Anstoßes
Lokales Potsdam-Mittelmark Gestresste Platane Stein des Anstoßes
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:14 13.08.2015
Eine Platane bohrt sich hier in Abwasserrohr und Hauswand. Quelle: privat
Anzeige
Teltow

Stein des Anstoßes in der Teltower Breitscheidstraße 8 ist eine Platanenwurzel. Die hat sich bis zu einem rund 80 Jahre alten Schmutzwasserkanal durchgearbeitet, diesen teilweise zerstört bzw. den Ablauf gestoppt und ist in die Hauswand eingedrungen.

Entdeckt wurde die große Wurzel mit ihren Nebenarmen bei der Aushebung einer Baugrube zum Setzen eines Revisionsschachtes, für den laut Satzung der Eigentümer hätte schon längst sorgen müssen. Jedenfalls wurde dadurch das Übel entdeckt: In 2,3 Meter Tiefe wächst die Wurzel entlang des Rohres und soll „an fast jeder Muffe“ in etwa einem Meter Abstand eingewachsen sein. Dabei hatte sie bereits die Rückstauklappe in dem Keller erreicht. „Unmittelbar unter der Platane war der Einwuchs am größten und führte bei den TV-Kanaluntersuchungen zum Wasserstau“, berichtet Hauseigentümer Wolfgang Köhn. Gemeinsam mit ihm hätten die drei Mietparteien unter Geruchsbelästigung und Wasser im Keller zu leiden. Köhn sieht auch das Haus selbst „in seiner Stabilität bedroht“, da damit gerechnet werden müsse, dass die Wurzel noch tiefer in das Fundament eindringt.

Als Gegenmaßnahme fordert Köhn nun, dass die Platane gefällt wird und eigentlich auch alle anderen, die einst als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Iserstraße, eine Kreisstraße, gepflanzt worden sind. Köhn selbst wolle die Genehmigungsplanung (Suche von Flächen und Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde und den Medienträgern) für Ersatzstandorte in Absprache mit der Stadt Teltow „unentgeltlich/ehrenamtlich selbst übernehmen“, da er solche Aufgaben ohnehin oft für Investoren ausführe. Die Stadtverwaltung Teltow ist um eine Lösung bemüht, aber „ich werde jetzt nicht die 133 Platanen in der Iser- und Breitscheidstraße fällen lassen“, sagt die 1. Beigeordnete Beate Rietz. Auch sei ihrer Meinung nach nicht belegt, dass die jahrzehntealten Muffen durch die Wurzeln und nicht aus Altersschwäche kaputt gegangen sind. Doch sei diese Klärung müßig. Die Platanen seien nach Medienplänen von einer Fachfirma 2003 gepflanzt worden, die zwischen Leitung und Ballen eine Folie gelegt hatte. Allerdings bringt Rietz auch einen Stress-Aspekte ins Spiel: Ausschließlich an dieser Platane seien von Unbekannten Äste abgeschnitten worden, was den Baum als Gegenreaktion zu starkem Wurzelwachstum reizen könne. Außerdem könnten auch unerlaubt abgestellte Autos im Kronentraufbereich dem Baum Stress bringen. Die Halter werden jetzt ermittelt und ermahnt.

Heute will man sich mit Wolfgang Köhn noch einmal zum Gespräch im Rathaus treffen. „Wir haben ihm angeboten, dass wir die Wurzeln kappen und zum Schutz eine horizontale Wurzelsperre einsetzen lassen“, so Rietz. Das aber hält Köhn für nicht ausreichend.

Von Claudia Krause

Potsdam-Mittelmark Landkreis mietet das alte Ambulatorium - 170 Asylbewerber sollen nach Neuseddin

Auf der dringenden Suche nach weiteren Asylbewerberunterkünften hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark ein neues Mietobjekt gefunden. Ab Oktober 2015 sollen in der Gemeinde Seddiner See 170 Flüchtlinge untergebracht werden. Zunächst in Wohncontainern auf einem Privatgrundstück am Breitenbachplatz .

16.08.2015
Potsdam-Mittelmark Grenzsteine geraten in Vergessenheit - Fläming-Heimatforscher in Sorge

Seit 200 Jahren sind weite Teile des Hohen Flämings nicht mehr sächsisch. Zunehmend droht die einstige weit nördlich von Bad Belzig gelegene Grenze in Vergessenheit zu geraten. Doch Heimatforscher beklagen, dass Steinen, Wällen und Gräben nicht genügend Augenmerk geschenkt wird. Im Gegenteil: Verluste sind zu beklagen.

16.08.2015
Potsdam-Mittelmark Petzower Inselparadies: Finanzspritze nicht in Sicht - Land will Hilfe für Ferienanlage prüfen

Seit Jahren muss das Inselparadies Petzow am Glindower See saniert werden. Vier Millionen Euro sind dafür notwendig. Der Bebauungsplan ist fast vollendet. Das Land will nun finanzielle Hilfen prüfen. Die Stadt Werder begrüßt die Sanierung, sieht für eine finanzielle Unterstützung aber gegenwärtig keine Chancen.

16.08.2015
Anzeige