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Gestresste Platane Stein des Anstoßes

Baumwurzelproblem in Teltow Gestresste Platane Stein des Anstoßes

Starke Wurzeln breiten sich in der Breitscheidstraße in Teltow-Seehof aus und haben vermutlich einen 80 Jahre alten Abwasserkanal beschädigt und verstopft. Der Hauseigentümer fordert die Baumfällung. Stadt Teltow lehnt dies ab.

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Eine Platane bohrt sich hier in Abwasserrohr und Hauswand.

Quelle: privat

Teltow. Stein des Anstoßes in der Teltower Breitscheidstraße 8 ist eine Platanenwurzel. Die hat sich bis zu einem rund 80 Jahre alten Schmutzwasserkanal durchgearbeitet, diesen teilweise zerstört bzw. den Ablauf gestoppt und ist in die Hauswand eingedrungen.

Entdeckt wurde die große Wurzel mit ihren Nebenarmen bei der Aushebung einer Baugrube zum Setzen eines Revisionsschachtes, für den laut Satzung der Eigentümer hätte schon längst sorgen müssen. Jedenfalls wurde dadurch das Übel entdeckt: In 2,3 Meter Tiefe wächst die Wurzel entlang des Rohres und soll „an fast jeder Muffe“ in etwa einem Meter Abstand eingewachsen sein. Dabei hatte sie bereits die Rückstauklappe in dem Keller erreicht. „Unmittelbar unter der Platane war der Einwuchs am größten und führte bei den TV-Kanaluntersuchungen zum Wasserstau“, berichtet Hauseigentümer Wolfgang Köhn. Gemeinsam mit ihm hätten die drei Mietparteien unter Geruchsbelästigung und Wasser im Keller zu leiden. Köhn sieht auch das Haus selbst „in seiner Stabilität bedroht“, da damit gerechnet werden müsse, dass die Wurzel noch tiefer in das Fundament eindringt.

Als Gegenmaßnahme fordert Köhn nun, dass die Platane gefällt wird und eigentlich auch alle anderen, die einst als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Iserstraße, eine Kreisstraße, gepflanzt worden sind. Köhn selbst wolle die Genehmigungsplanung (Suche von Flächen und Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde und den Medienträgern) für Ersatzstandorte in Absprache mit der Stadt Teltow „unentgeltlich/ehrenamtlich selbst übernehmen“, da er solche Aufgaben ohnehin oft für Investoren ausführe. Die Stadtverwaltung Teltow ist um eine Lösung bemüht, aber „ich werde jetzt nicht die 133 Platanen in der Iser- und Breitscheidstraße fällen lassen“, sagt die 1. Beigeordnete Beate Rietz. Auch sei ihrer Meinung nach nicht belegt, dass die jahrzehntealten Muffen durch die Wurzeln und nicht aus Altersschwäche kaputt gegangen sind. Doch sei diese Klärung müßig. Die Platanen seien nach Medienplänen von einer Fachfirma 2003 gepflanzt worden, die zwischen Leitung und Ballen eine Folie gelegt hatte. Allerdings bringt Rietz auch einen Stress-Aspekte ins Spiel: Ausschließlich an dieser Platane seien von Unbekannten Äste abgeschnitten worden, was den Baum als Gegenreaktion zu starkem Wurzelwachstum reizen könne. Außerdem könnten auch unerlaubt abgestellte Autos im Kronentraufbereich dem Baum Stress bringen. Die Halter werden jetzt ermittelt und ermahnt.

Heute will man sich mit Wolfgang Köhn noch einmal zum Gespräch im Rathaus treffen. „Wir haben ihm angeboten, dass wir die Wurzeln kappen und zum Schutz eine horizontale Wurzelsperre einsetzen lassen“, so Rietz. Das aber hält Köhn für nicht ausreichend.

Von Claudia Krause

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