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„Platte“ auf dem Lande lockt Potsdamer an

Brück-Ausbau „Platte“ auf dem Lande lockt Potsdamer an

Die Plattenbausiedlung Brück-Ausbau (Potsdam-Mittelmark) wird gut nachgefragt – vor allem von Potsdamern und Berlinern. Deshalb wollen die Eigentümer Helmut Roling und Matthias Lehnhardt das Sanierungstempo erhöhen. Die einheimischen Senioren allerdings wollen nicht in das Viertel ziehen.

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Das Wohngebiet Brück-Ausbau soll zügiger saniert werden.

Quelle: Rainer Marschel

Brück. Die Anfragen nach Wohnraum in Brück-Ausbau häufen sich. Sie kommen vor allem aus Potsdam und Berlin. Das hat Helmut Roling jetzt im Sozialausschuss der Brücker Stadtverordnetenversammlung berichtet. Deshalb will er, der vor Jahresfrist die Plattenbausiedlung mit Geschäftspartner Matthias Lehnhardt erworben hat, das Sanierungstempo verdoppeln.

Seinen Aussagen zufolge sind bisher 23 Wohnungen komplett renoviert worden. Insgesamt 30 Neuvermietungen gab es. Neue Klingelanlagen und Briefkästen gehören ebenso dazu wie moderne geflieste Bäder und Laminatböden in den Zimmern. Insgesamt sind aktuell 90 Quartiere vermietet, hieß es in dem Gremium. Der erste Wohnblock soll im kommenden Sommer vollständig saniert sein. Dann folgen weitere vier Gebäude – insgesamt 128 Wohneinheiten. Danach soll eine Pause folgen. „Es ist meine erste Plattenimmobilie, das braucht Zeit“, sagt der Besitzer aus Potsdam.

Wohnblock  in Brück-Ausbau

Wohnblock in Brück-Ausbau

Quelle: Danilo Hafer

Parallel wird laut Helmut Roling die Herrichtung eines neuen Spielplatzes vorbereitet. Dazu würden gerade Angebote eingeholt. Die nicht genutzten Wäschestangen werden entsorgt, die Müllplatzanlage umgebaut werden und neue Parkplätze braucht es auf dem alles in allem fünf Hektar großen Gelände ebenfalls.

Ob seniorengerechte Wohnungen entstehen werden, ist noch unklar. Helmut Roling und Matthias Lehnhardt sind nach eigener Aussage in Gesprächen mit der Arbeiterwohlfahrt, um Bedarf und Belegungsmöglichkeiten zu erkunden. In der zweiten Bauphase sollen schließlich Aufzüge in die Häuser eingebaut werden.

Wenig Interesse an dieser Lage

Aber im Seniorenbeirat tritt die Perspektive auf Skepsis. „Ich möchte nicht dorthin abgeschoben werden“, fasste Margarete Günther die Kritik in Worte. Denn bislang gibt es in Brück-Ausbau keinerlei Infrastruktur. „Ein Supermarkt wäre wichtig. Denn sonst sind die Wohnungen an Senioren nicht vermittelbar“, räumte Verwalter Jakob Carlin ein. Derweil wird berichtet, dass Studenten sich für die Wohnungen interessieren und letztlich eine ausgewogene Mieterstruktur angestrebt werde.

Wenn alle Einheiten vermietet sein sollten, rechnen die Investoren mit 500 Einwohnern. Dann ließe sich an eine eigene Kindertagesstätte für das Viertel denken, wofür sich das ehemalige Konsum-Gebäude eignen könnte. Es wird jetzt als Lager für Baumaterial genutzt.

Name der Siedlung bleibt wie er ist

Die Stadtverordneten nahmen die Ausführungen wohlwollend und interessiert zur Kenntnis. Der Name der Siedlung steht nicht länger zur Disposition. „Wir haben keinen Bedarf an einer Namensänderung“, sagte Roling und akzeptierte damit die Entscheidung des Stadtparlamentes, es – dem Willen der Bewohner folgend – bei Brück-Ausbau zu belassen.

Von Andreas Koska

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