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Potsdam-Mittelmark Plaudereien an Luthers Tafel
Lokales Potsdam-Mittelmark Plaudereien an Luthers Tafel
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19:22 25.08.2017
Steht im Mittelpunkt – die 1733/34 gebaute Kron- und Dorfkirche. Quelle: Hübner
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Nudow

Als 2004 alles begann, war Nudows Dorfkirche noch ein graues Gotteshaus, vor dem ein ziemlich leerer Schaukasten stand. Die Kirche hat inzwischen Farbe bekommen und steht in ihrem neuen Glanz für eine Geschichte, die zeigt, was alles möglich ist in einem Dorf, wenn Menschen andere Menschen begeistern und ein gemeinsames Ziel Leidenschaft entfacht.

Es ist jedenfalls die pure Wahrheit, wenn man davon erzählt, wie berühmte Maler wie Picasso, Dali, Liebermann oder Chagall mitgeholfen haben, Nudows Kirche zu sanieren. Genau genommen waren es deren Werke, mit denen in aufsehenerregenden Bilderausstellungen einige Jahre Geld für die Kirchensanierung eingesammelt wurde. Nachdem die Berliner Kunstsammlerin Ursula Hollop, die diese große Kunst ins kleine Dorf holte, Abschied genommen hatte, erfanden die Nudower Kirchenfreunde um Thomas Engelhardt eine neue Möglichkeit, mit Kunst und Kultur etwas für die Leute und fürs Bauwerk zu tun. Sie luden fortan zu den Nudower Autorenlesungen ein.

Dieses Jahr steht nun die 4. Lesung an. Zu Gast ist am 3. September, 15 Uhr, Autor Thomas Maess, der aus seinem Buch „Plaudereien an Luthers Tafel“ lesen wird. Thomas Engelhardt, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, und seine Mitstreiter haben es wieder geschafft, einen Menschen mit interessanter Biografie ins Dorf zu locken. Maess war Redenschreiber für Schleswig-Holsteins frühere Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) und arbeitete in ihrem Stab. Die Liste seiner Tätigkeiten ist lang: Der studierte Theologe war in seinem Leben auch Schriftsetzer und Betonbauer, Fotograf und Buchautor. Seine Lesung ist ebenfalls mit dem großen Ganzen verbunden, hinter dem in Nudow die Mission steckt, die Kirche zu sanieren. Neu ist allerdings, dass die Erlöse aus dem Kultur-Event am 3. September, bei dem auch die „Klangfischer“, ein Chor aus Kleinmachnow, Luther-Lieder singen werden, nicht mehr unmittelbar in die Rettung des Bauwerks fließen. Denn das ist inzwischen gerettet. „Wir sind so gut wie durch mit der Sanierung“, sagt Engelhardt. „Mit der 4. Autorenlesung starten wir einen neuen Spendenaufruf.“ Jetzt geht es darum, dass die Leute trockenen Fußes in ihre Kirche gelangen können. Mit den neuen Spenden und Erlösen sollen die Wege zum Gotteshaus gepflastert werden. Wer bei Regen die beiden Pfade zum Kircheneingang und zum Hochzeitseingang nutzte, hatte Schlamm an den Sohlen. Kleine, behauene Pflastersteine und eine Regenentwässerung sollen das ändern. Im Budget für die neuen Wege fehlen noch etwa 7000 Euro. Um Geld dafür einzunehmen, setzen die Nudower wieder auf die Tradition, die mit den Bilderausstellungen verbunden war. Mit wenigen Ausnahmen, die unverkäuflich waren, konnten Werke erworben werden. Zehn Prozent der Verkaufserlöse flossen aufs Konto für die Kirchensanierung. So ähnlich wird es nun wieder sein, wenn in der Kirche am 3. September sakrale Holzkunst aus Polen zu sehen ist. Gleich nach der Lesung wird die Ausstellung eröffnet. Die Holzkunst, darunter Darstellungen des letzten Abendmahles oder des Sündenfalles im Paradies, stammen aus dem Fundus eines Berliner Sammlers und können gekauft werden. Zehn Prozent der Verkaufserlöse landen auf dem Konto für die Pflasterung der Wege.

Von Jens Steglich

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