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18:14 14.05.2015
Eisenbahnersiedlung in der Stapff-Straße: Hier zogen Eisenbahner, die auf dem Rangierbahnhof arbeiteten, mit ihren Familien ein. Quelle: Foto: Archiv/OM
Neuseddin

Stellen Sie sich vor, Sie finden irgendwo auf dem Dachboden oder im Keller die verschollene Geburtsurkunde wieder und müssen feststellen: Oh, eigentlich bin ich viel älter als gedacht. In Neuseddin ist etwas ähnliches passiert. Genau genommen haben Neuseddiner festgestellt, dass ihr Heimatort plötzlich und unerwartet 100 Jahre alt wird, was auch bedeutet: 2015 steht ein großes Jubiläum ins Haus.

Vor gut einem halben Jahr erntete Ortsbeiratsmitglied Ralf Simmes eher noch ungläubiges Kopfschütteln, als er den Satz aussprach: „Mensch, Neuseddin wird 100 Jahre alt.“ Für die Skepsis gab es gute Gründe: Wieso sollte der Ort älter sein als der Bahnkomplex, der die Ansiedlung von Eisenbahnern erst auslöste, die ja der Ursprung Neuseddins ist? Die Bahn hatte 2014 für den Rangierbahnhof Seddin erst ein 90-jähriges Jubiläum gefeiert. „Deshalb wäre man nie auf die Idee gekommen, Neuseddin könnte 100 Jahre alt sein“, erzählt Ortsvorsteher Andreas Bauch. Daher hieß es im Ortsbeirat zunächst: „Bevor wir uns blamieren, muss das noch einmal genau recherchiert werden.“

Ralf Simmes lieferte dann eine historische Quelle, die aus dem Bestand der Brandenburgica stammt – das ist die bedeutendste Sammlung zur Geschichte Brandenburgs. Dort im Archiv liegt das „Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin vom 4. Dezember 1915“. Zitat daraus: „Im Einverständnisse mit dem Herrn Minister des Innern wird der bei der Ortschaft Seddin im Kreis Zauch-Belzig gelegenen Ansiedlung für die Eisenbahnbediensteten des neu errichteten Verschiebebahnhofs Seddin der Name ’Neu-Seddin’ beigelegt.“ Unter dem Satz steht noch: „Potsdam, den 29. November 1915. Der Regierungspräsident.“

Es entspricht der reinen Lehre, die urkundliche Ersterwähnung eines Ortes auch als Gründungsdatum zu nutzen. Kein Wunder also, dass die Brandenburgica-Mitarbeiterin, die den Beleg lieferte, in ihrem Schreiben schon einmal viel Erfolg für die Vorbereitung der Feierlichkeiten wünschte.

„Das Jubiläum kommt überraschend. Wir hatten es nicht auf dem Bildschirm. Aber es wird auf jeden Fall gefeiert“, sagte Ortsvorsteher Andreas Bauch. Eine Idee sei es, den runden Ortsgeburtstag zusammen mit dem Nikolausfest zu begehen. Noch im Mai ist ein Treffen zwischen Ortsbeiratsmitgliedern und dem Bürgermeister der Seddiner-See-Gemeinde geplant, um das Thema zu besprechen. Laut Bauch hat der Bürgermeister bereits signalisiert, dass die Kommune die Jubiläumsfeier im Ortsteil finanziell unterstützen will. Auch für Seddiner-See-Bürgermeister Axel Zinke war die Nachricht neu, Neuseddin sei älter als angenommen. Feste soll man feiern wie sie fallen, sagt er.

Die Bahn feierte 2014 zum Beispiel 90 Jahre Güterbahnhof, weil zur Internationalen Eisenbahnausstellung 1924 in Neuseddin der Bahnkomplex auf den Namen „Rangierbahnhof Seddin“ getauft wurde. Da kann der Laie heutzutage schon mal durcheinanderkommen, schließlich gibt es in Seddin keinen Bahnhof. Der Rangierbahnhof Seddin liegt in Neuseddin. „Die Eisenbahner, die in Neuseddin leben, sagen auch, sie würden in Seddin wohnen“, erzählt Zinke. „Seddin nennen sie dafür Alt-Seddin.“ Diese unterschiedliche Handhabung der Ortsnamen sorgte schon für Verwirrung. „Eine Eisenbahnerfamilie hatte eine Beerdigung in Seddin angemeldet, gemeint war aber Neuseddin“, so Zinke. „Wir hatten auf dem Friedhof in Seddin schon alles vorbereitet und das Grab ausgehoben.“ Die Familie aber stand in Neuseddin – vor einer verschlossenen Trauerhalle.

Von Jens Steglich

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