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Pokémon-Jäger machen Friedhof unsicher

Stahnsdorf Pokémon-Jäger machen Friedhof unsicher

Ist das mit der Wahrung der Totenruhe vereinbar? Das fragen sich derzeit Besucher des Südwestkirchhofs in Stahnsdorf, die Jugendliche zwischen den Gräbern beobachten, die mit ihren Smartphones herumfuchteln. Hintergrund ist die Jagd nach den Pokémons, die nun auch auf dem Totenacker angeboten wird. Wie lange das „Experiment“ läuft, ist noch offen.

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„Pikachu“ auf dem Südwestkirchhof.

Quelle: Archiv/Montage: MAZ

Stahnsdorf. Deutschlands größter evangelischer Friedhof, der Südwestkirchhof Stahnsdorf, erlebt derzeit einen Ansturm von Pokémon-Jägern.

Scharen von Jugendlichen seien in den vergangenen Tagen wissensdurstig über den Friedhof gewandert und hätten nach den Gräbern bedeutender Persönlichkeiten gesucht, teilte Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt mit.

Verwalter: Jugendlichen wird Friedhofskultur nähergebracht

Was seit Jahren nur mäßig erfolgreich gelungen sei – Kindern und Jugendlichen die Friedhofskultur näher zu bringen – habe die App Pokémon go in rasanter Geschwindigkeit geschafft, sagte der Friedhofsverwalter.

Mausollen versteckt hinter Büschen und Bäumen

Durch seine facettenreiche Geschichte, die prachtvollen Grabbauten und die Gräber teilweise weltberühmter Persönlichkeiten sei der mehr als 200 Hektar große Südwestkirchhof mit dem virtuellen Spiel in einen neuen Fokus gerückt. In der verschlungenen und wildromantischen Friedhofslandschaft würden die bedeutenden Gräber in großen Entfernungen voneinander liegen, versteckt hinter Büschen und Bäumen.

Bildungseffekt oder Störung der Totenruhe?

„Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, ob sich diese spielerischen Friedhofstouren mit dem Ort und der Bestimmung vereinbaren lassen und ob die Würde des Ortes nicht vergessen wird“, sagte Ihlefeldt. Vielleicht habe das Pokémon-Fieber ja sogar einen Bildungseffekt.

Hier liegt auch Graf Lambsdorff begraben

Der Südwestkirchhof bei Berlin und Potsdam wurde 1909 als Friedhof für mehrere evangelische Kirchengemeinden aus Berlin eröffnet. Inzwischen sind dort weit über 100 000 Tote bestattet worden, darunter zahlreiche Prominente wie die Künstler Heinrich Zille und Lovis Corinth, Nosferatu-Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau und der frühere FDP-Vorsitzende und Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff.

Von MAZonline

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