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Politik-Grundkurs unter der Reichstagskuppel

Schülerpraktikum im Deutschen Bundestag Politik-Grundkurs unter der Reichstagskuppel

Ein Berufsfindungspraktikum ist im Gymnasium „Am Burgwall“ für alle Neuntklässler Pflicht. In irgendeinem Büro die Akten zu sortieren, war Sophie Kietzke dabei zu wenig. Stattdessen entschied sich die 14-Jährige für ein mehrwöchiges Praktikum im Büro einer Abgeordneten im Berliner Bundestag.

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Sophie mit ihrer „Chefin auf Zeit“, Margaret Horb.

Quelle: DBT

Treuenbrietzen. „Die Idee dazu hatte meine Patentante Anja Schmollack, die selbst in der CDU aktiv ist“, erzählt Sophie Kietzke, die sich für den Vorschlag schnell begeisterte. Denn viel mehr Erfahrung als das Auswerten von Diagrammen hat ihr auch das Unterrichtsfach Politische Bildung zu ihrem Leidwesen bisher nicht beschert. „Das kommt ja vielleicht noch“, hofft die Schülerin.

Das Praktikum ersatzweise als eine Art „politischen Grundkurs“ zu nutzen, war da schon eher nach ihrem Geschmack. In der Folge stellte die Patentante die Weichen zur CDU-Bundestagsabgeordneten Margaret Horb. Eine Woche vor Himmelfahrt machte sich die Schülerin zum ersten Mal als Bundestagspraktikantin auf den Weg nach Berlin.

Grundlegende Erfahrungen in Sachen Demokratie sammelte sie bereits auf der Bahnfahrt dorthin, denn der Lokführerstreik machte das tägliche Pendeln zur Herausforderung. „Es war das einzige Problem während des zweieinhalbwöchigen Praktikums“ blickt sie zurück.

Ihr eigenes Tagespensum bewertet sie als guten Einblick in die Vielzahl der Aufgaben, die ein Bundespolitiker und seine Mitarbeiter zu absolvieren haben. „Dass das so anstrengend ist, hätte ich vorher nicht gedacht“, gesteht sie. „Nicht immer habe ich gleich verstanden, worum es gerade in einer Diskussion geht, sondern musste mich erst länger mit dem Thema beschäftigen“.

Aber wem würde das beispielsweise bei einem Deutsch-Brasilianischen Informationsaustausch zur Steuerreform anders gehen, als einer 14-Jährigen? „Dass mir Büroarbeit so viel Spaß machen würde, hätte ich wiederum vorher nicht gedacht“, sagt Sophie Kietzke. Selbst ihre bisherige Scheu vor dem Telefonieren und vor Excel-Tabellen hat sie nun in den Griff bekommen. Im Gespräch mit Menschen aus anderen Ländern zu erfahren, wie deren Alltag verläuft, ist ebenfalls eine neue Erfahrung, die sich ganz gut mit Sophie Kietzkes Lust aufs Reisen verbindet.

Ob sie selbst einmal politisch aktiv werden will, weiß die Neuntklässlerin noch nicht, auch wenn die Tätigkeit als Klassensprecherin schon etwas in diese Richtung weist. „Jetzt muss ich mich aber erst mal auf die Schule konzentrieren. Berufspolitikerin zu werden, kann sich das Mädchen auf keinen Fall vorstellen. „Psychiaterin oder Sozialpädagogin finde ich schon sehr viel spannender. Aber vielleicht mach’ ich auch etwas ganz anderes“.

Von Uwe Klemens

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